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Umzug in Sicht: Der Standort am Hüterweg soll in zwei Jahren Geschichte s ein. Die Wehr zieht in einen teuren Neubau.

Teures Präsent zum 150-Jährigen

„Vorzeigeprojekt“ oder „Luxushaus“? Stadtrat deckelt Kosten für neue Feuerwehrwache

  • Sabina Brosch
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Die Feuerwehr Garching bekommt zu ihrem 150. Jubiläum in zwei Jahren eine neue Wache. Die Kosten dafür wurden nun gedeckelt. Einige Stadträte finden die Investition dennoch zu hoch.

Garching– Für den Bau des Feuerwehrhauses haben die Garchinger Stadträte einen Kostendeckel von 23 Millionen Euro beschlossen. An der geplanten Größe und auch den notwendigen strukturellen Ausstattungen wird nicht gerüttelt. Im Mai dieses Jahres sollen die ersten Ausschreibungen erfolgen. Die neue Wache wird ein Geburtstagsgeschenk, das zum 150-jährigen Bestehen im Jahr 2023 stehen soll. Kommandant Christian Schwaiger, der bei der Sitzung, in der es um die Freigabe der Entwurfsplanung ging, mit dabei war, zeigte sich sehr zufrieden: „Das passt alles so sehr gut.“

Das ist kein Zufall. Schließlich war die Feuerwehr in die Planungen mit eingebunden, konnte Wünsche und Anregungen vorbringen. Das habe nach Architekt Reinhard Bauer zwar noch ein wenig Zeit gekostet habe, „die sich jedoch rentieren wird“. Man habe aber auch einiges Unnötige, wie ein luxuriöses Oberlichtband in der Fahrzeughalle, über Bord geworfen. An den Flächen habe sich nichts geändert: 13 Stellplätze, ein Lager und eine Waschhalle sowie ein Ausbildungsturm. Man schaue hier in die Zukunft, „schließlich soll das Feuerwehrhaus für die nächsten 50 Jahre halten“, betonte Bürgermeister Dietmar Gruchmann (SPD). Die 23 Millionen seien gut angelegtes Geld. „Wir haben in Garching zum Glück eine Freiwillige Feuerwehr. Das neue Haus ist auch Motivation für die Mannschaft. Ich möchte nicht wissen, was es kosten würde, eine Berufsfeuerwehr zu haben.“

„Verdient hat die Feuerwehr das Haus sicherlich“

Diese Replik richtete sich vor allem an Manfred Kick (CSU), der im Gegensatz zu Alfons Kraft (BfG) nicht von einem „Vorzeigeobjekt“, sondern einem „Luxushaus“ sprach. Jedem Stadtrat müsse bewusst sein, dass „wir in derzeit schwierigen Zeiten ein Gebäude beschließen, das größer als notwendig ist und über der geforderten DIN-Norm liegt“, so Kick. Auch Bastian Dombret (FDP) verweigerte seine Zustimmung, da er gerne mit Kämmerer Heiko Janich gesprochen hätte, der vor einem Jahr öffentlich Bedenken ob der Finanzierung des Hauses vorbrachte. „Verdient hat die Feuerwehr das Haus sicherlich“, so Dombret. Eine Auffassung, die sich über die Parteigrenzen hinweg zog. Jürgen Ascherl (CSU) betonte, „dass wir das der Wehr schuldig sind“.

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Auf Norbert Fröhlers (BfG) Antrag wurde ein Kostendeckel bei 23 Millionen Euro beschlossen, Walter Kratzl (Grüne) sah als Einsparungsmöglichkeit die 413 000 Euro teure Einfriedungsmauer, „ein stabiler Zaun würde, vor allem zur Autobahn hin, ausreichen“. Nicht verzichten wollten die Grünen auf einen Rüttelboden, einen keramischen Bodenbelag, der nicht nur schnell und weniger Schmutz verursachend verlegt wird, zudem eine hohe Belastbarkeit hat, „sondern auch weniger Emissionsbelastung aufweist“, so die Grünen-Rätin Daniela Rieth.

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