Schwerer Unfall auf A8 mit Lkw - Riesenstau um München bis auf A99

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Experten für Sternenstaub: Praktikant Philipp Meven (l.) und Armin Kriele.

Himmlisches Praktikum

Sternschnuppen aus der Regenrinne

Philipp Meven sammelt Sternschnuppen von seinem Hausdach und untersucht die Mikrometeoriten im „Materials Science Lab“ des Forschungszentrums Heinz Maier-Leibnitz (MLZ) am Garchinger Reaktor. Ein himmlisches Praktikum.

Garching – Konzentriert sitzt Philipp Meven am Mikroskop, den Blick fest durchs Okular gerichtet. Der 15-jährige Schüler sucht Meteoriten. Genauer gesagt, Mikrometeoriten, die er über die vergangenen sechs Monate vom Hausdach seiner Eltern in Baldham gesammelt hat. „Philipp hat sein einwöchiges Sternschnuppenprojekt sehr gewissenhaft vorbereitet“, lobt Armin Kriele, technischer Leiter des Materials Science Lab am MLZ. Die Methode war denkbar einfach: Einen Magneten in einer Dachrinne positionieren und ihn regelmäßig mit neuem Cellulose Papier umwickeln. Dieses lässt sich später in Aceton auflösen und gibt alle eingefangenen magnetischen Partikel frei, die der Regen vom Dach gespült hat.

Mikrometeoriten unterm Mikroskop

„Mikrometeoriten, also winzige Sternschnuppen, entstehen, wenn Himmelskörper im Weltall zusammenstoßen“, erklärt Philipp seine Untersuchungsobjekte. Beim Eintritt in die Erdatmosphäre schmelzen diese und erhalten so ihre kugelrunde, glänzende, glatte Oberfläche und im inneren eine besondere kristalline Struktur. „Damit unterscheiden sie sich unter dem optischen Mikroskop ziemlich gut von allen anderen Partikeln“, führt der Schüler vom Gymnasium Vaterstetten weiter aus.

Philpp untersucht 18.800 Teilchen - darunter acht Meteoriten

Er weiß genau, wovon er spricht. Drei Tage lang sortiert und vermisst er die insgesamt 18.800 Teilchen, die er mit dem Magneten sammeln konnte. Dann präsentiert Philipp stolz das überraschende Ergebnis: Unter den Partikeln befinden sich tatsächlich acht Mikrometeoriten. Wie eine Röntgenstrukturanalyse zeigt, sind vier davon Eisen-Nickel und zwei Obsidian Meteoriten.

Nur so dick wie ein Haar

In ihrer Größe sind Mikrometeoriten mit der Dicke eines Haares vergleichbar. Nach einer kleinen Schätz-Wette macht Philipp zum Spaß eine Überschlagsrechnung: Möglicherweise atmet ein Mensch sechs Sternschnuppen als Feinstaub in seinem Leben ein. Genauer unter die Lupe nimmt der Schüler eine unerwartete Entdeckung: Unter den Partikeln befinden sich zahlreiche mysteriöse schwarze Teilchen. Eine Röntgenanalyse entlarvt die rätselhaften Partikel: Es handelt sich um Magnetit. Woher genau das Mineral stammt und wie es auf Philipps Hausdach in Baldham gelangen konnte, bleibt ungelöst. „So entstehen aus Ergebnissen immer wieder neue Fragen“, bemerkt Armin Kriele.

Philipp hat die Naturwissenschaften im Blut

Man merkt ihm an, wie viel Spaß er selbst an den Praktika und Forschungsprojekten hat, die er seit Jahren in seinem Labor anbietet. Jungen Menschen einen Blick in die Wissenschaft zu ermöglichen und auch denjenigen eine Chance zu bieten, die sonst keine Möglichkeit zu einem vergleichbaren Praktikum hätten, ist dem Physiker dabei besonderes Anliegen.

Philipp selbst hat die Naturwissenschaften im Blut. Sein Vater, Dr. Martin Meven, ist Instrumentwissenschaftler am MLZ.

Teresa Kiechle

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