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Drei Frauen und ein Ausflug zu den Sternen: Die Luft- und Raumfahrtingenieurin Claudia Kessler (Mitte) will mit ihrer Initiative „Die Astronautin“ dafür sorgen, dass Frauen ins All fliegen. Doch nur eine kann dabei sein. Die Entscheidung wird zwischen Insa Thiele-Eich (l.) und der Eso-Angestellten Suzanna Randall fallen. 

Suzanna Randall will ins All

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Eine Garchingerin will als erste Deutsche ins Weltall: Suzanna Randall, die bei der Eso auf dem Forschungscampus arbeitet, ist als neue Kandidatin von „Die Astronautin“ vorgestellt worden.

Garching – Die Universitätsstadt Garching ist ja schon seit Längerem im Weltraum präsent: Vor gut zwei Jahren hat der Wissenschaftler Felix Hormuth einen Kleinplaneten zwischen Jupiter und Mars auf den Namen der Kommune getauft.

Nicht ganz so weit hinaus will Suzanna Randall, 38-jährige Astrophysikerin, die bei der Europäischen Südsternwarte (Eso) auf dem Garchinger Forschungscampus arbeitet. Und doch würde ihr Ausflug zu den Sternen ungleich mehr Aufmerksamkeit auf sich ziehen als der Kleinplanet „365159 Garching“. Denn Suzanna Randall hat die Chance, als erste deutsche Frau ins All zu fliegen. Gestern wurde sie in Garching als Kandidatin der Initiative „Die Astronautin“ vorgestellt.

Dabei war Suzanna Randall eigentlich schon aus dem Bewerbungsprozess ausgeschieden, knapp vor dem Ziel. Vor fast einem Jahr hatte die Jury die Meteorologin Insa Thiele-Eich und die Eurofighter-Pilotin Nicola Baumann ausgewählt. Sie sollten zu Astronautinnen ausgebildet werden, ehe eine von ihnen im Jahr 2020 zur Internationalen Raumstation ISS fliegt – so das ehrgeizige Ziel der privaten Initiative (siehe Kasten). Vor einigen Wochen hatte Nicola Baumann aber ihren Rückzug erklärt, da sie und das Programm „nicht zusammenpassen“, wie sie im „Spiegel“-Interview sagte.

Als Nachrückerin ist nun also Suzanna Randall präsentiert worden. Die gebürtige Kölnerin, die inzwischen in München lebt, hat in London Astronomie studiert, in Kanada ihren Doktor in Astrophysik gemacht und arbeitet seit 2006 bei der Eso in Garching – unter anderem am weltgrößten Radioteleskop, das in chilenischen Atacamawüste steht. Die Reise ins All sei ihr „Kindheitstraum“, sagt die 38-Jährige, wobei sie als kleines Mädchen noch überzeugt war, „dass alle Astronauten Männer sein müssen“. Erst Sally Ride, die 1983 als erste Amerikanerin in den Weltraum flog, habe ihr die Augen geöffnet. „Das war eine Frau, die sah auch ein bisschen aus wie ich. Da habe ich mir gedacht: Das mache ich auch.“

Zunächst steht für Randall – und für Thiele-Eich, deren Vater schon Astronaut war – aber die Ausbildung an. Im März geht es nach Bordeaux, wo das Duo Parabelflüge und Zentrifugentraining absolviert. Dazu kommen später Flugunterricht, Roboterkunde, Überlebenstraining – und Russisch lernen. Und natürlich wird Randall ein Fitnessprogramm auferlegt bekommen, schließlich ist der zweitägige Flug zur ISS eine extreme Belastung für den Körper. Im Vergleich zu einer Reise nach Garching ist es nur ein Klacks: Nach heutigem Stand der Technik würde der Flug zum nach „365159 Garching“ zwei bis drei Jahre dauern.

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