+
Lothar Cygan. 

Nachruf

Garching trauert um Lothar Cygan

Garching – Zwei Tage vor seinem Tod hat Lothar Cygan noch zu seiner Frau gesagt: „Ich bin wirklich zufrieden – weil ich Dich habe, und weil wir unsere Wohnung haben. Mehr brauche ich nicht.“

Diese Sätze spiegeln in Kurzform wider, was Lothar Cygan als wichtig erachtet hat in seinem Leben, das nun nach 79 Jahren zu Ende gegangen ist.

Zum einen stand für ihn an vorderster Stelle die Familie, also seine Ehefrau Ingrid Cygan, mit der er 57 Jahre lang eine glückliche Ehe führte, und ihr gemeinsamer Sohn Uwe Cygan, der ihm in vielem so ähnlich ist. Zum anderen liebte Lothar Cygan seine Wohnung und seine Heimat Garching. Hier hat er den Großteil seines Lebens verbracht, hier kannte er fast jeden und fast jeder kannte ihn; hier war er tief verwurzelt und engagiert in Vereinen. „Mein Mann hat immer gesagt: Nicht für alles Geld der Welt würde ich aus Garching wegziehen wollen“, erzählt Ingrid Cygan.

Nicht für alles Geld der Welt wäre er weggezogen

Dabei ist der erste Eindruck, den er als junger Bub von dem Ort bekommt, sicher kein schöner gewesen. Kurz nach dem Krieg landet der 1937 in Schlesien geborene Lothar Cygan mit seinen Eltern im Flüchtlingslager Hochbrück. Ausgerechnet an diesem düstren Ort sieht er erstmals jenes Mädchen, das zur Liebe seines Lebens werden wird: seine spätere Frau Ingrid Cygan, die mit ihrer Familie auch geflüchtet ist, aus Pommern.

Schon als Kinder hätten sie der gleichen Clique angehört, erzählt Ingrid Cygan, die ihren Lothar im Alter von 21 Jahren heiratet. Drei Jahre später kommt Sohn Uwe zur Welt; mit ihm zieht das Ehepaar erst in Hochbrück in eine eigene Wohnung und 1980 weiter nach Garching. Zu jener Zeit liegt Lothars Cygans erste sportliche Leidenschaft bereits hinter ihm: Schon als Kind entdeckt er seine Liebe zum Fußball und kickt unter anderem für den SV Lohhof und den FC Hochbrück, wo er zeitweise mit seinen drei Brüdern in einem Team spielt.

Passionierter Tennisspieler

Ab 1971 verfällt der gelernte Holzkaufmann dann einem anderen Sport: dem Tennis. Im Jahr 1971 treten seine Frau und er dem STK Garching bei, wo Lothar Cygan jahrzehntelang Mannschaftsspieler und 16 Jahre lang Abteilungsleiter ist. „Das Tennisheim war für uns wie ein zweites Zuhause“, sagt Ingrid Cygan. „Wir hatten da viele Freunde und haben dort viel Zeit verbracht.“

Bis ins hohe Alter bleibt Lothar Cygan sportlich aktiv, spielt Tennis, fährt Ski und ist viel mit dem Rad unterwegs – gerne auch in den Biergarten, um dort Freunde zu treffen. „Er war ein geselliger Mensch und hatte einen großen Bekanntenkreis“, sagt Ingrid Cygan. Entsprechend habe er sich kaum eine Feier entgehen lassen – sei es nun das Garchinger Straßenfest oder das Brückenfest in Hochbrück. Im Alter von 79 Jahren ist Lothar Cygan nun überraschend gestorben.

Beisetzung

Trauerfeier mit anschließender Urnenbeisetzung ist am Dienstag, 27. Dezember, um 15 Uhr auf dem Garchinger Friedhof.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Gereizte Debatte um den Gockl-Neubau
Noch immer ringt der Unterföhringer Gemeinderat um die weitere Entwicklung des ehemaligen Gasthauses Gockl in der Unterföhringer Ortsmitte. Seit 2011 ist das leer …
Gereizte Debatte um den Gockl-Neubau
Junge Helden gesucht
Die Feuerwehren Brunnthal und Hofolding bemühen sich mit einer aufwändigen Plakat-Serie und zwei Aktionstagen um Nachwuchs.
Junge Helden gesucht
„Das Fliegen hat mich geerdet“
Ein Banker und ein Schreinermeister eröffnen eine Gleitflugschule – bei der Suche nach dem Standort landen sie in Sauerlach.
„Das Fliegen hat mich geerdet“
Mehr Kohle für die Jagd nach dem Feuerteufel
Auch wenn der Feuerteufel seit rund einer Woche nicht mehr zugeschlagen hat: Die Polizei sucht fieberhaft nach dem Unbekannten, der seit Anfang April ein Dutzend Wald- …
Mehr Kohle für die Jagd nach dem Feuerteufel

Kommentare