So schaut es derzeit aus: Der alte Bauernhof liegt an der Freisinger Landstraße.
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So schaut es derzeit aus: Der alte Bauernhof liegt an der Freisinger Landstraße.

An der Freisinger Landstraße

Trotz Widerstand von CSU und UB: Grünes Licht für Neubau im Stadtzentrum

  • Sabina Brosch
    vonSabina Brosch
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Aller Widerstand half nichts: Der Garchinger Stadtrat hat grünes Licht gegeben für einen Neubau im Stadtzentrum. Das gefällt nicht allen im Gremium.

Garching – Wie alt soll der alte Ortskern bleiben? Das war die zentrale Frage, als sich der Stadtrat nun erneut mit die Bebauung an der Freisinger Landstraße beschäftigte. Für die Kritiker passt der Baukörper weiterhin nicht ins Ortsbild. Die Befürworter sehen ein Agieren im Zeitgeist. Letztlich fasste das Gremium den wegweisenden Aufstellungsbeschluss.

Die CSU-Fraktion um Albert Biersack plädierte weiter für eine reduzierte Höhe mit weniger Wohnungen. Die beiden Gebäude mit jeweils 21 Wohneinheiten seien zu groß, „der Stadtrat sieht jedoch nur die Einhaltung der SoBon-Quote von 30 Prozent und alles ist gut“, bemängelte Biersack. Er habe nichts gegen eine Nachverdichtung prinzipiell, aber doch „bittschön mit a bißerl Gfui!“ Mit einem Stockwerk weniger fallen fünf Wohnungen weg, „das reicht doch auch“.

„Das ist nun alles wurscht“

Die zweigeschossigen Baukörper plus Walmdach fügen sich laut Biersack nicht in das Ortsbild ein, der bestehende Bebauungsplan fordere ganz klar eine behutsame Umwandlung mit dem Ziel, die Identität zu erhalten und sich am historischen Bestand zu orientieren. „Das ist nun alles wurscht“, so Biersack.

Dass für nur ein Grundstück ein vorhabenbezogener Bebauungsplan aufgesetzt werde, ist für CSU und UB ebenfalls kein Plan für die Zukunft. „Es ist ein Grundproblem, dass wir uns nicht über das Ganze Gedanken machen, sondern nur über ein Einzelgrundstück“, sagte Florian Baierl (UG). Man lasse einen guten Anlass verstreichen, den kompletten Bebauungsplan zu überarbeiten. Ein Vorgehen, das für Christian Nolte (UG) jeder städtebaulicher Intention widerspricht.

So soll es ausschauen: 21 Wohneinheiten sind in den beiden Gebäuden vorgesehen.

Die Grüne-Fraktion hingegen hat ihr Ja bereits im Vorfeld signalisiert, eine Nachverdichtung im Innenraum verhindere weitere Versiegelungen im Außenbereich. Zudem befinde sich das Grundstück nur 300 Meter von der U-Bahn entfernt, „sodass die Bewohner vielleicht sogar auf das Auto verzichten“, hofft Hans-Peter Adolf. Die Walmdachform müsse man jedoch verändern etwa in ein Satteldach mit Gauben, um es an die angrenzende Bebauung anzupassen.

Die Mehrheit aus Bürger für Garching (BfG) sowie SPD reichte, um den Bebauungsplan trotz aller Kritik auf den Weg zu bringen. Für Garchings Neubürger müsste Wohnraum geschaffen werden, ein „alter, heiliger Bebauungsplan kommt der Entwicklung unserer Stadt nicht zu pass“, so Joachim Krause (SPD). Für Götz Braun (SPD) eigne sich der Raum um die U-Bahn hervorragend für eine Nachverdichtung. „An dieser Stelle können wir mit dem Zeitgeist gehen“, plädierte Bürgermeister Dietmar Gruchmann (SPD). Zudem seien im Zentrum bereits viele unterschiedliche Baustile zu sehen, von Toskanahäusern bis Betonbauten im Stil der 70er Jahre. Bauernhöfe gebe es sowieso schon lange nicht mehr.

Am nachgearbeiteten Wohnungsmix aus zehn Ein-Zimmer, 18 Zwei-Zimmer, zehn Drei-Zimmer sowie vier Vier-Zimmer Wohnungen rüttelte der Stadtrat nicht mehr. Auch die Verlegung der Tiefgaragen-Zufahrt nach Osten and die Freisinger Landstraße akzeptierten die Stadträte.

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