1. Startseite
  2. Lokales
  3. München Landkreis
  4. Garching

„Panikmache“: Atom-Alarm für TU-Reaktor abgelehnt

Erstellt:

Von: Sabina Brosch

Kommentare

Forschungsreaktor München II (FRM II)
Braucht es Sirenen? Der Austritt von Radioaktivität aus dem Forschungsreaktor im März brachte den Vorschlag der Grünen wieder aufs Tableau. © dpa / Peter Kneffel

Der jüngste Störfall am Forschungsreaktor der TU in Garching bestärkte die Grünen in ihrem Bestreben: Sie forderten Sirenen die im Fall der Fälle die Bevölkerung alarmieren. Daraus wurde nichts.

Garching – Eine Sirene, die bei atomaren Störfällen am Forschungsreaktor auf dem TUM-Campus Alarm schlägt, hätten die Grünen in Garching gerne installiert. Den entsprechenden Antrag hat der Haupt- und Finanzausschuss nun aber abgelehnt. Die bestehenden Warnsysteme reichten demnach aus für eine schnelle und flächendeckende Alarmierung, so der Tenor.

Bereits 2012 beantragte die Fraktion Bündnis90/Die Grünen die finanziellen Mittel in Höhe von rund 50 000 Euro für die Installation und Inbetriebnahme mehrerer stationärer Sirenen in Garching, damit die Bevölkerung im Stadtgebiet im Falle einer atomaren Katastrophe alarmiert werden kann. Der Störfall im März dieses Jahres, als Radioaktivität aus dem am FRM II austrat und der Jahresgrenzwert des radioaktiven Nuklids C-14 überschritten wurde, brachte das Thema nun wieder aufs Tableau. Durchsagen der Feuerwehr, argumentierten die Grünen, seien ungeeignet für eine schnelle und unmittelbare Warnung. Bereits vor acht Jahren hat sich nicht nur das Landratsamt München mit dem Verweis, dass Lautsprecher- und Rundfunkdurchsagen ausreichend seien festgelegt, auch der Garchinger Hauptausschuss hatte sich ehedem bereits gegen Sirenen ausgesprochen.

„Es ist populistisch, hier den Reaktor zu diskreditieren“

Ein Standpunkt, den das Gremium auch heute noch vertritt. Bürgermeister Dietmar Gruchmann (SPD) verwies auf die App „Katwarn“, die für eine schnelle und vollumfängliche Warnung sorgt. Auch Joachim Krause (SPD) zweifelte die Notwendigkeit der Alarmierung an, „Leute werden nur beunruhigt“ und wüssten nicht, was zu tun sei. Er sehe hier eher ein Informationsdefizit, das aus der Welt geschaffen werden müsse. Als „Panikmache“ bewertete Bastian Dombret (FDP) den Antrag. Der Reaktor sei gesichert, auch von anderen Einrichtungen, wie den Chemie-Instituten können Immissionen ausgehen. Dombret: „Es ist populistisch, hier den Reaktor zu diskreditieren.“

Daniela Rieths (Grüne) wand ein, dass die „Katwarn“-App Berufsgruppen, die am Arbeitsplatz hier Handy aus oder nicht bei sich haben wie Kita-Personal, nicht erreiche. Gruchmann sicherte zu, Rieths Vorschlag, dass zumindest eine Erzieherin ihr Handy einschalten dürfe, zu prüfen und mit den Trägern zu besprechen. Mit den beiden Gegenstimmen der Grünen wurde der Sirenen-Antrag abgelehnt.

Auch interessant

Kommentare