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Weiter gebaut wird auf dem Campus der TU in Garching. Diesmal entsteht Wohnraum.

Auf dem TU-Campus

Forschen und wohnen unter einem Dach: Studentenwerke planen „Leuchtturmprojekt“ 

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    vonSabina Brosch
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Mit drei Neubauten wollen die Studentenwerke neue Wege beschreiten. In und mit den Wohnhäusern soll geforscht werden. 

Garching – Das Studentenwerk plant, drei Häuser mit Wohnraum für 197 Studenten am Campus der Technischen Universität München (TUM) in Garching zu bauen. Das Projekt, 500 Meter von der U-Bahnhaltestelle Garching-Forschungszentrum entfernt, firmiert unter dem Titel „Forschungshäuser“. Ein doppelt gut getroffener Name, den darin werden nicht nur Studenten, also „Jung-Forscher“ wohnen, auch die Häuser selbst dienen der Forschung.

Die drei viergeschossigen Gebäude werden aus unterschiedlichen Materialien gebaut: eines aus Massivholz, eines aus Ziegel und eines aus Dämmbeton, allesamt robuste Gebäude, die einfach und ressourcen-reduziert betrieben werden. Das Studentenwerk arbeitet dabei in Kooperation mit der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU), welche das Vorhaben fachlich und finanziell mit 520 000 Euro unterstützt, sowie mit der „Forschungsgruppe Einfach Bauen“ der TUM. Über mehrere Jahre hinweg wird etwa untersucht, wie sich die unterschiedlichen Baustoffe auf die Energiekosten oder auch das Nutzerverhalten auf den Energieverbrauch auswirkt.

Wohin mit dem Parkplätzen?

„Ein sehr ähnliches Projekt gibt es bereits in Bad Aibling“, erläuterte Architekt Florian Nagler im Bauausschuss des Stadtrats. Ziel der Untersuchungen ist die Realisierung eines Nullenergiestandards, die Reduzierung der Baukosten, Entwicklung nachhaltiger Konstruktion und Umsetzung robuster Haustechnikkonzepte. Pro Bewohner ist ein Fahrradstellplatz vorgesehen, aufgrund des Mobilitätskonzepts ist eine Reduzierung um 25 Prozent auf 32 oberirdische Autoparkplätze möglich.

Eine gute Lösung, wie Bürgermeister Dietmar Gruchmann (SPD) findet. Denn nur wenige Studenten verfügten über ein Auto, die U-Bahn ist zu Fuß erreichbar wie auch die MVG-Radstation. „Super Sache“, urteilte auch Harald Grünwald (UG), „aber bitte die Parkplätze unterirdisch. Ich will eine Tiefgarage, das haben wir locker in der Hand.“ Man müsse hier mal ein wenig Härte zeigen und sich gegen die Universität durchsetzen, die ja auch ständig mit Erweiterungswünschen vorstellig werde. Eine Tiefgarage sieht Gruchmann jedoch kontraproduktiv, um kostengünstigen Wohnraum zu bekommen: „Das kann sich das Studentenwerk nicht leisten.“

SPD-Stadträtin: Gerne mehr solcher Projekte

Für Jürgen Ascherl (CSU) steht der dringend benötigte Wohnraum für Studenten an oberster Stelle, er „kann mit dem Paket leben“. Ulrike Haerendel (SPD) sieht in dem Bau gar ein Leuchtturmprojekt, „von dem wir mehr gebrauchen könnten“. Bastian Dombret (FDP) verwies darauf, künftig „auf unterirdische Parkplätze zu pochen“, die bebaute Fläche sei nicht weniger wertvoll, nur weil sie auf dem Campus liege. Man behandele das Studentenwerk sowieso bereits bevorzugt, indem man einer Reduzierung der Stellplätze zustimme.

Die Räte des Bauausschusses stimmten den Planungen zu, die Verwaltung solle jedoch nochmals nachverhandeln, dass die Stellplätze in die Parkhäuser der „Science City“ mit aufgenommen werden sollen.

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