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Der FRM II in Garching.

Wissenschaftler experimentieren schon wieder

Nach „Zwangspause“: Forschungsreaktor läuft wieder

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Zehn Monate stand der Forschungsreaktor in Garching still. Nun hat der FRM II wieder Brennelemente geliefert bekommen. Wie, das hinterfragen die Grünen.

Garching – Nach zehnmonatigem Stillstand Pause ist der Forschungsreaktor FRM II in Garching wieder in Betrieb. Er liefert Nutzern aus Wissenschaft, Industrie und Medizin seit Dienstag wieder Neutronen, teilt die Technische Universität München (TUM) mit. Aber auch wenn der Reaktor auf dem TU-Campus wieder läuft, ist noch nicht alles im Reinen.

Grund für den zeitweisen Stillstand waren Probleme beim Transport neuer Brennelemente aus Frankreich. Den früheren Weg mittels eines deutschen Sicherheitsfahrzeugs auf französischem Gebiet habe die französische Seite nicht mehr akzeptiert, heißt es in einem der Deutschen Presse-Agentur (dpa) vorliegenden Bericht des Bayerischen Wissenschaftsministeriums zum außerplanmäßigen Stillstand des FRM II an den Landtag.

350 Experimente mit neuen Brennelementen geplant

Ende Dezember wurden vier Brennelemente geliefert, in der Zwischenzeit wurde der Reaktor durch diverse Wartungsarbeiten und Umbauten anlagentechnische herausgeputzt. „Nach zehn Monaten Zwangspause konnten wir den Reaktor endlich wieder hochfahren“, sagt Anke Görg, Pressesprecherin am FRM II. Die ersten Experimente seien bereits angelaufen, rund 350 seien für die nächsten zwei Monate geplant.

Der FRM II ist der einzige seiner Art in Deutschland, „Kollege“ BER II in Berlin wurde Ende des Jahres 2019 aus finanziellen Gründen stillgelegt, der nächste steht in Grenoble. Daher, so Görg, „war die Inbetriebnahme in Garching sehnlichst erwartet“. Endlich könnten Doktorarbeiten weitergeschrieben werden, „nicht wenige Studenten mussten auf Literaturmaterial zurückgreifen und waren zutiefst enttäuscht, dass sie ihre Arbeit nicht mit aktuellen Forschungsdaten zu Ende führen konnten“.

Rund 70 Prozent der Messzeit ist jedoch an Externe, die Industrie, vergeben. „Pro Tag fallen hier rund 7500 Euro pro Tag pro Messung an einem Instrument an“, erläutert Görg. Zehn Monate Stillstand und diesen Betrag hochgerechnet mache in etwa den finanziellen Verlust deutlich.

„Gefährliches Material heimlich bei Nacht und Nebel herumjongliert?“

Es gibt aber auch die andere Seite, die Gegner des Reaktors. Sie bezweifeln, dass der Reaktor überhaupt genehmigt ist. Denn in Garching wird mit hoch angereichertem Uran gearbeitet, eigentlich sollte der Reaktor im Jahr 2010 umgerüstet werden und ab diesem Zeitpunkt nur noch mit bis zu 50 Prozent angereichertem Uran betrieben werden. „Die Forderung der Umrüstung war jedoch verbunden mit der Maßgabe, einen anderen, geeigneteren und dichteren Brennstoff zu finden. Das ist jedoch nicht gelungen“, sagt Görg. „Natürlich läuft der Reaktor dennoch rechtens und mit der Atombehörde abgestimmt.“

Die Grünen hinterfragen auch den Transport der Brennelemente. „„Welche Gesetze und Vorschriften wurden zurechtgebogen, nur um den Atomreaktor wieder anfahren zu können?“, fragt der Landtagsabgeordnete Markus Büchler. „In welcher finsteren Ecke wurde das gefährliche Material heimlich bei Nacht und Nebel herumjongliert?“ Dem Vernehmen nach soll die Umladung auf deutscher Seite in einer Kaserne stattgefunden haben. Die FRM II-Sprecherin Görg, sagte, es habe sich um einen nach deutschen Gesetzen dafür zugelassenen Ort gehandelt.

Die TUM darf weiterhin leicht radioaktives Abwasser aus dem Forschungsreaktor in die Isar leiten.

mit dpa

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