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Bald wird nicht mehr „Großhadern“ als Endstation auf den Zügen der U6 stehen, sondern Martinsried. Auch die Garchinger hoffen seit langem auf einen Streckenausbau Richtung Norden.

Ausbau bis nach Martinsried

U6-Erweiterung weckt Neid in Garching

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Nächstes Jahr soll der Ausbau der U6 im Münchner Süden bis nach Martinsried beginnen, das hat der Landrat nun angekündigt. Im Norden, speziell in Garching, weckt die Nachricht neben Freude auch Neid. Denn dort hofft man ebenfalls seit Jahren auf eine Verlängerung.

Garching– Es wird noch Jahre dauern, ehe die Monitore in den drei Garchinger U-Bahnhöfen nicht mehr das Klinikum Großhadern als Endstation anzeigen, sondern Martinsried. Und doch sei in puncto U6-Verlängerung im Süden nun „der gordische Knoten durchschlagen“, teilt das Landratsamt mit. Nach Jahren immer neuer Verzögerungen sagt Landrat Christoph Göbel (CSU): „Alle Projektbeteiligten sind zuversichtlich, sich im kommenden Jahr zum Spatenstich in Planegg zu treffen.“

Pläne zum Ausbau liegen auf Eis

In den Landkreisgemeinden im Norden, allen voran in Garching, stößt diese Neuigkeit auf gemischte Gefühle. Zwar ist man erfreut, bald bis nach Martinsried durchfahren zu können. Doch zugleich führt der Ausbau im Süden den Garchingern vor Augen: An ihrem Ende der U6 tut sich in Sachen Verlängerung weiterhin nichts. Zur Erinnerung: 2007 hatte die Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) eine Machbarkeitsstudie veröffentlicht, wonach ein Ausbau der U6 zur S-Bahnlinie 1 nach Neufahrn oder Eching möglich sei. Doch nur kurz darauf schob die MVG eine weitere Untersuchung hinterher, wonach eine solche Verlängerung unwirtschaftlich sei. In der Folge wurden die Pläne für einen „Brain-Train“ von Martinsried im Süden über Garching bis nach Weihenstephan auf Eis gelegt.

Immerhin: Anfang dieses Jahres legte der Landkreis eine Studie zu „Perspektiven im öffentlichen Personennahverkehr“ vor. Im Juli beschloss der Verkehrsausschuss im Kreistag, sieben der vorgeschlagenen Verbindungen vertiefend zu untersuchen – darunter auch eine Verlängerung der U6. „Das ist jetzt angeleiert“, sagt eine Sprecherin des Landratsamts. „Wir haben extra dafür einen neuen Mitarbeiter angestellt.“

Bürgermeister schöpft neue Hoffnung

Auch Garchings Bürgermeister Dietmar Gruchmann (SPD) äußert seine Hoffnung, dass wieder neuer Schwung in die Ausbau-Debatte kommt. Mit Blick auf die Ankündigung des Landrats zeigt er sich erfreut, „dass der Brain Train nun wenigstens an einem Ende sein Ziel erreicht“. Derweil zeige gerade das aktuelle tagtägliche Verkehrschaos, dass etwas passieren müsse – „und was liegt da näher, als die U6 anzugehen“. Und so gibt sich der Bürgermeister zuversichtlich: „Irgendwann durchschlagen wir auch den gordischen Knoten.“

Doch nun ist erst mal Martinsried dran, was neben den 3900 Einwohnern im Planegger Ortsteil vor allem die Studenten und Beschäftigten der dortigen Einrichtungen von Ludwig-Maximilians-Universität und Max-Planck-Institut freuen wird. Für die Technische Universität München (TUM) sagt Ulrich Marsch, Sprecher des Präsidenten: „Natürlich ist es vernünftig, die Hochschulstandorte verkehrsmäßig bestmöglich zu verbinden.“ Doch absolute Priorität habe für die TUM der Anschluss der U6 im Norden an die S-Bahn. Das würde nicht nur die Uni-Standorte Garching und Freising verbinden, sondern Ersteren auch mit dem Flughafen. „Das ist aus unserer Sicht dringend notwendig“, betont Marsch und verweist auf das Wachstum am Campus Garching. „Wir haben gerade erst wieder einen Bewerberrekord.“

Entlastung des Münchner Nordens

Rekordverdächtig ist auch das Wachstum am Garchinger Business Campus, wo inzwischen mehr als 110 Firmen mit 5500 Beschäftigten ihren Sitz haben. Für das Gros von ihnen sei die U-Bahn-Verlängerung nach Martinsried kein großes Thema, sagt Michael Blaschek, der Geschäftsführer des Gewerbeparks. Ganz anders sehe es beim Ausbau der U6 im Norden aus. „Die Verbindung zum Flughafen würde den kompletten Münchner Norden entlasten.“ Auch der Fünf-Minuten-Takt nach Garching, der 2019 kommen soll, sei „dringend notwendig“, sagt Blaschek. „Man muss sich nur morgens anschauen, wie viele Leute da in der U-Bahn sitzen. Das ist absolut überfällig.“

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