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Unmögliche Zustände: An trockenen Tagen wird der Parkplatz der Postbank-Ausweichfiliale zur Staubwüste; bei Regenwetter – das zeigen die Fotos von Detlef-Clemens Kottmeier – wate man „durch den Matsch“, ärgert sich der Garchinger. 

Unmögliche Zustände auf dem Parkplatz der Postbank

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Fast zwei Jahre lang hat die Postbank beteuert, einen Standort für ihre Rückkehr ins Garchinger Ortszentrum im Auge zu haben. Doch jetzt heißt es plötzlich: Die Suche sei „völlig offen“. Derweil wächst der Zorn vieler Bürger über den Parkplatz der Ausweichfiliale.

Garching– Neulich ist Detlef-Clemens Kottmeier am frühen Abend zur Post gefahren. Kaum war der 70-Jährige mit seinem Auto in den Parkplatz der Ausweichfiliale an der alten B471 eingebogen, habe es ihn durchrüttelt wie in einer Achterbahn, erzählt er: „Mich hat’s vorne fast übers Lenkrad gehauen.“

Den Grund entdeckt der Garchinger, nachdem er ausgestiegen war: „Das war ein Schlagloch, dass es dir die Achse wegreißt.“ Und nicht nur eins: „Ich habe mir mal die Mühe gemacht, die Schlaglöcher auf dem Parkplatz zu zählen“, berichtet Kottmeier, der berufsbedingt täglich zur Post muss. „Bei achtzig habe ich aufgehört.“ Ohnehin sei der Zustand des Schotter-Parkplatzes desaströs: An trockenen Tagen wirble Staub durch die Luft; bei Regen wate man „durch den Matsch“. In beiden Fällen gelte: „Man hat hinterher Dreck an der Kleidung und im Auto. Hat die Post das wirklich nötig? Ist der Kunde für sie nur Dreck?“

Mit seinem Ärger über die Postbank, die 2013 von der Niels-Bohr-Straße in die Ausweichcontainer an der alten B471 gezogen ist, steht Detlef-Clemens Kottmeier nicht allein da. Auch die Stadt Garching erreichen regelmäßig Beschwerden über den Zustand des Parkplatzes. Jedoch hat Bürgermeister Dietmar Gruchmann (SPD) bei der Bürgerversammlung abermals betont: Zwar habe die Stadt das Grundstück verpachtet, für den Parkplatz aber sei die Postbank zuständig. Wobei er bekannte: „Was da abgeliefert wird, ist ein Trauerspiel.“

Dabei hat die Postbank bereits etwas unternommen: Vor einem halben Jahr habe man die Oberfläche des Parkplatzes mit Zement angereichert, um sie zu stabilisieren, sagt eine Konzernsprecherin. Zudem wurden Betonblöcke aufgestellt, „um zu verhindern, dass dort illegale Autorennen stattfinden“. Diese hätten den Boden malträtiert, sagt die Sprecherin. Bei der Polizei jedoch ist von Autorennen auf dem Parkplatz nichts bekannt; und auch im Stadtrat sorgte diese Argumentation eher für Erheiterung. „Ich bin mal gespannt, wann die ersten Beschwerden wegen Dellen in den Fahrzeugen kommen“, sagte Gruchmann mit Blick auf die „Panzersperren“, wie er die Betonblöcke nannte.

Derweil hat sich Kottmeier mehrfach bei der Postbank beschwert: „Ich habe in vierzehn Monaten sechs Briefe geschrieben und zwölf Fotos geschickt, aber nie eine Antwort bekommen“ – bis jetzt. Denn kürzlich erhielt er ein Schreiben vom Beschwerdemanagement der Firma, das er selbst jedoch als „Kinderpost“ abtut. Darin heißt es: „Derzeit klären wir, wann die nächsten Reparaturen erfolgen können.“ Und auch die Postbank-Sprecherin bestätigt: „Es gibt Überlegungen, den Parkplatz umfassender zu befestigen.“ Man habe hierfür ein Konzept erarbeitet, sagt sie. Wie das konkret aussieht? Ob es umgesetzt wird? Und wann eine Entscheidung fällt? Keine Antwort. „Die Gespräche laufen, und wir prüfen das“, sagt die Sprecherin und verweist in diesem Zusammenhang auch auf die ungewisse Zukunft der Ausweichfiliale.

Denn nachdem die Postbank seit Juni 2015 mehrfach bekräftigt hatte, einen Standort für eine Rückkehr ins Garchinger Ortszentrum im Auge zu haben, macht der Konzern nun eine Rolle rückwärts: „Es gibt keinen Standort, wir haben nichts Passendes gefunden“, sagt die Sprecherin. „Wir würden gerne aus den Containern raus, aber es fehlt eine Alternative.“ Dabei hatte die Postbank noch im Dezember verkündet: „Wir befinden uns mit dem Vermieter in der Finalisierung des Mietvertrags.“ Das freilich hatte der Bürgermeister stets bezweifelt und stattdessen wieder und wieder betont: „Die Post hat noch nichts gefunden.“

Nun also zeichnet sich ab, dass die Postbank noch länger in den Containern bleibt – wobei die Zeit drängt. Denn mittelfristig soll auf dem Grundstück das neue Feuerwehrhaus errichtet werden. Ein Raumkonzept für das Gebäude ist beschlossen; auf dessen Basis wird nun ein Wettbewerb ausgeschrieben. Das Ziel der Stadt: Im Jahr 2019 soll der Bau beginnen.

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