Schüler dürfen nicht aus der Leitung trinken

An der 50-Millionen-Euro-Schule fehlen Wasserfilter

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Garching - Erneut gibt es Probleme am Werner-Heisenberg-Gymnasium: Schüler dürfen nicht aus der Leitung trinken. Die Schulleitung bleibt vage in ihren Aussagen.

Montagfrüh im Werner-Heisenberg-Gymnasium (WHG) in Garching, der eine oder andere Schüler reibt sich noch den Schlaf aus den Augen. Da ertönt die Stimme der stellvertretenden Rektorin Doris Kosiol aus der Lautsprecheranlage. Sie teilt den Gymnasiasten mit, dass sie ab sofort das Leitungswasser im Gebäude nicht mehr trinken sollen. Wenig später erhalten alle Eltern ein Schreiben des Zweckverbands, das die Hintergründe dieser „vorübergehenden Vorsichtsmaßnahme“ erklärt. Demnach sind bei einer Routinekontrolle an einzelnen Wasserhähnen im WHG „mikrobiologische Werte“ gemessen worden, die über dem Grenzwert liegen. Daher habe man „vorsichtshalber entschieden, das Wasser vorübergehend nicht als Trinkwasser zuzulassen“, heißt es in dem Schreiben. 

Von den Messergebnissen habe er am Freitagnachmittag erfahren, erzählt Dietmar Gruchmann (SPD), Chef des Zweckverbands und Bürgermeister der Stadt Garching. In der Folge hätten die Hausmeister Duschen und Waschbecken in der Turnhalle gesperrt – mit Blick auf die Nutzung durch Vereine am Wochenende. Am Montagmorgen sei er dann persönlich in die Schule gegangen, betont Bürgermeister Gruchmann. „Wir wollten das offensiv angehen. Nach den Unruhen rund um die Luftmessungen sind wir alle äußerst sensibilisiert.“ Wie berichtet, hatten sich seit der Eröffnung des fast 50 Millionen Euro teuren Gymnasiums im Jahr 2013 Schüler und Lehrer immer wieder über die Luft im Gebäude beschwert. Ein Gutachten bestätigte erhöhte Kohlenstoffdioxidwerte, worauf der Elternbeirat den Zweckverband offen attackierte. Zuletzt hatte ein neues Gutachten gezeigt, dass die Luft „einwandfrei und gesundheitlich vollkommen unbedenklich“ sei, wie die Stadt Garching mitteilte. Vonseiten der Schulleitung indes hieß es, dass die „Qualität der Luft immer noch nicht so ist, wie wir uns das erhofft hätten“, sagte Rektor Martin Eidenschink. 

Die Schulleitung äußert sich nur bedingt

Zu den nun monierten Wasserproben äußert sich die Leitung des Gymnasiums nur bedingt. „Uns wurde mitgeteilt, dass es eine mikrobiologische Belastung gibt. Darüber hinaus haben wir keine Informationen“, sagt die stellvertretende Rektorin Doris Kosiol. 

Auch Veronika Täger vom Elternbeirat erklärt: „Wir wissen nichts Genaueres. Aber mikrobiologische Werte – das kann ja alles heißen.“ Dennoch lobt die Mutter zweier Schüler die Informationspolitik des Zweckverbands: „Das war diesmal auf jeden Fall transparenter.“ 

Heute nun wird das Gesundheitsamt abermals Proben in der Garchinger Schule entnehmen; am Freitag dann sollen die Ergebnisse vorliegen. Schon jetzt könne aus einem Teil der Wasserhähne wieder getrunken werden, auch weil einige von ihnen mit Filtern nachgerüstet worden seien, sagt Gruchmann. Der Bürgermeister betont, dass bei den Messungen keine Coli- oder Salmonellen-Bakterien festgestellt wurden. Es bestehe keine Gesundheitsgefahr.

ps

Rubriklistenbild: © Patrik Stäbler

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