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Den Schwachstellen auf der Spur: Bei einer sogenannten Vorbereisung untersuchen Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft „Fahrradfreundliche Kommune“ gemeinsam mit Vertretern der Stadt, wo Garching nachbessern muss. Mit dabei ist auch Garchings Fahrradbeauftragter Rudi Naisar (Mitte, im roten Anorak).

Garching will fahrradfreundliche Kommune werden

Kritik als Ansporn

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Garching - Drei Sätze sind es, die Rudi Naisar predigt, wann immer er auf die Situation der Radfahrer in Garching zu sprechen kommt. Sein Ziel: Die Stadt muss fahrradfreundlich werden.

Seine Credo: Erstens: „Wir leben in einer Boom-Region.“ Zweitens: „Die Straßen lassen sich nicht beliebig erweitern, und der U-Bahn-Takt lässt sich nicht beliebig erhöhen.“ Was wiederum drittens zu seinem Fazit führt: „Die Lösung ist der Radverkehr, auch weil wir hier relativ schnell und vergleichsweise günstig ausbauen können.“ Dieses Plädoyer wundert nicht, schließlich ist Naisar nicht nur SPD-Stadtrat, sondern auch offizieller Fahrradbeauftragter der Stadt. In dieser Funktion ist es sein oberstes Ziel, dass sich die Universitätsstadt alsbald mit dem Titel „fahrradfreundliche Kommune“ schmücken kann. Dieses Zertifikat wird von der Arbeitsgemeinschaft fahrradfreundlicher Kommunen (AGFK) vergeben – ein Verein, zu dessen Gründungsmitgliedern Garching gehört. Voraussichtlich im Jahr 2017 wird eine Kommission der AGFK in den Ort kommen und prüfen, wie es dort um die Situation der Radfahrer bestellt ist. Fällt das Urteil positiv aus, bekäme Garching den Titel „fahrradfreundliche Kommune“ verliehen – ein Siegel, von dem sich Naisar vor allem einen Imagegewinn verspricht. „Das Zertifikat wird einem nicht geschenkt“, betont er, „da muss man richtig was tun“. Was genau die Stadt noch tun muss, das hat eine Vorbereisung mit AGFK-Vertretern jetzt ans Licht gebracht. Zwei Stunden sei man durch Garching geradelt und habe sich einzelne Brennpunkte angesehen, sagt Naisar. Sein Resümee: „Es hat sich gezeigt, dass wir als Kommune gut aufgestellt sind. Aber wir haben auch ein paar Hausaufgaben aufbekommen.“ Lob gab es etwa für die neuen Fahrradständer am U-Bahnhof, für die Installation eines eigenen Fahrradbeauftragten und für das Bekenntnis des Stadtrats, den Radverkehrsanteil in Garching bis zum Jahr 2030 auf 35 Prozent erhöhen zu wollen. Jedoch hätten die AGFK-Vertreter auch Kritik geübt, sagt Naisar. Die Beschilderung sei gerade für auswärtige Radfahrer mitunter dürftig, einige Pfosten und Umlaufsperren bremsten Radler unnötig aus, und dann gebe es keinen durchgehenden Radweg von Hochbrück nach Garching. Letzteres soll mittelfristig durch eine neue Straße behoben werden, die südlich des Voith-Areals geplant ist. Bis dahin könnte ein separater Radstreifen auf der Parallelstraße zur B471 Abhilfe schaffen, schlägt Naisar vor. „Die Straße muss ja ohnehin saniert werden.“ Eine weitere tückische Stelle findet sich in Dirnismaning, wo Radfahrer in Richtung München die ehemalige B11 queren müssen. Das Thema ist bereits mehrfach im Stadtrat diskutiert worden; eine optimale Lösung gibt es aber noch nicht. Trotz dieser Unwägbarkeiten ist Naisar zuversichtlich, was die Zertifizierung angeht: „Ich bin überzeugt, dass wir das schaffen.“ Allerdings dürfe man sich danach nicht auf den Lorbeeren ausruhen: „Das wird alle paar Jahre wieder überprüft. Man muss am Ball bleiben.“

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