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Zwischen die neue Verbindungsstraße zur E-Technik-Fakultät (rechts) und die Freisinger Landstraße wird Siemens sein Gebäude in der "Science City" stellen.

Stadträte haben spezielle Wünsche

SAP bekommt einen Nachbarn: Dieser Großkonzern zieht auch in die „Science City“

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Mit SAP hat siedelt sich ein DAX-Unternehmen in der „Science City“ an. Der Konzern bekommt nun Zuwachs von einem Konzern der gleichen Dimension. Die Stadträte freut‘s.

Garching – In die neue „Science City“ zieht neben SAP auch Siemens. In zwei Abschnitten sollen 800 Mitarbeiter von Perlach in den Neubau nach Garching umziehen, dazu gesellen sich 100 Studenten und Professoren der TU München, die dort Roboter, Maschinen und Projekte simulieren, und so das „Internet der Dinge“ maßgeblich mitgestalten wollen.

Projektleiter Ludger Meyer stellte im Stadtrat nun heraus, dass sich Siemens bereits seit 2016 intensiv mit dem Standort Garching beschäftige. „Die Nähe zur TU und die Möglichkeiten, die sich daraus ergeben, die wollen wir nutzen.“ Der Konzern habe insgesamt acht enge Kooperationen mit Universitäten, durch den Stammsitz des Unternehmens in München sei diejenige mit der TUM natürlich besonders wichtig.

„Wir bauen hier kein Siemens-Standard-Gebäude“

„Im Erdgeschoss werden wir einen Bereich haben, in dem wir mit Studenten und Lehrenden aus den Bereichen Informatik, Maschinenbau und Elektrotechnik, die ja gleich um die Ecke ihren Campus haben, Vieles ausprobieren werden“, erläuterte Meyer. Dazu zählten die Bereiche Roboter oder das „Internet der Dinge“, wie beispielsweise die Klimatechnik eines Hauses steuerungstechnisch kommunizieren kann mit den anderen Steuerungen im Gebäude. „Wir werden hier vor allem sehr viel digital simulieren: Maschinen werden komplett digital gebaut und ausprobiert, bevor man sie tatsächlich fertigt“, sagte Meyer. Die technische Welt ändere sich fortlaufend, „wir wollen unsere Kunden und Partner auf die neue Industriewelt 4.0 vorbereiten“.

Sein Kollege Mario Beck stellte dem Stadtrat das geplante Gebäude vor und ließ ein entsprechendes Modell durch die Reihen wandern. „Wir bauen hier kein Siemens-Standard-Gebäude, sondern ein ganz spezielles für Garching – das wir natürlich vor Baubeginn als digitalen Zwilling simulieren werden, um so frühzeitig erkennen zu können, wo technische Kollisionen oder Unstimmigkeiten sein könnten“, sagte Beck. Das Gebäude soll vier Stockwerke hoch werden, was 18,25 Metern entspricht plus der technischen Dachaufbauten und einer Photovoltaikanlage. Ins Erdgeschoss kommt die Forschung samt Kommunikationsbereich. Geplant sind mehrere Innenhöfe, Terrassen und ein Dachgarten. „Wir bauen ein Parkhaus für unsere Mitarbeiter inklusive Fahrrad-Stellplätze und Lademöglichkeiten für E-Bikes und -Autos“, erklärte Beck. Ebenso seien Plätze für Carsharing geplant, das Gebäude soll an die Geothermie angeschlossen werden.

Stadträte wünschen sich Wohnungen und eine Kita

Im Stadtrat kam der Entwurf gut an, die Räte genehmigten den Aufstellungsbeschluss einstimmig. Jürgen Ascherl (CSU) etwa begrüßte das Vorhaben und fragte, ob Siemens eventuell Werkswohnungen oder Kindereinrichtungen plane. Josef Euringer (BfG) unterstützte ihn und meinte, zwischen die neue Kommunikationszone und der Science City von Siemens und SAP würden ideal Werkswohnungen passen. Ulrike Haerendel (SPD) erinnerte daran, dass Siemens in Erlangen bereits Kinderbetreuungen betreibe, „das wäre eine schöne Fortsetzung in Garching“. Meyer räumte ein, dass man über dieses Thema noch nicht gesprochen habe, „aber ich nehme diese Ideen mit in die Planungen“. 

Bürgermeister Dietmar Gruchmann (SPD) gab als weiteren „Tipp“, dass es in Garching Platz gebe für zwei „schöne Windräder, die könnte man doch mit Siemens-Technologie ausstatten“. Auch Hans-Peter Adolf (Grüne) war mit der Präsentation sehr zufrieden, „allerdings würde mich schon interessieren, welches Mobilitätskonzept Siemens verfolgt, wenn hier 800 neue Mitarbeiter jeden Morgen auftauchen.“ So weit, musste Meyer eingestehen, sei man nicht, werde dies aber einplanen.

Von den SAP-Plänen waren die Stadträte weniger begeistert. Warum, erfahren Sie hier.

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