Zu wenig Lastwagen für ein Durchfahrtsverbot

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Nun hat das Garchinger Rathaus sogar eine Auszubildende der Stadtverwaltung zur Ortsdurchfahrt geschickt, damit sie an vier Tagen zu unterschiedlichen Zeiten zählt, wie viele Lastwagen dort, auf der alten B 11, entlangbrettern.

Garching – Hintergrund ist ein Antrag der CSU-Fraktion im Stadtrat, die – wie berichtet – ein Durchfahrtsverbot für Lkw über 7,5 Tonnen fordert. Im Prinzip unterstützen dieses Ansinnen alle Stadträte – der Haken jedoch ist: Das Landratsamt sieht hierfür keine rechtliche Grundlage, weshalb die Chancen für ein solches Verbot äußerst dürftig sind.

Aus diesem Grund hatte Bürgermeister Dietmar Gruchmann (SPD) im April vorgeschlagen, den CSU-Antrag fallen zu lassen – doch dagegen stemmte sich eine breite Mehrheit im Hauptausschuss. Vielmehr wolle man mit dem Votum „ein Zeichen setzen“, betonte damals Florian Baierl (UG). Überdies regte Jürgen Ascherl (CSU) jene Verkehrszählung an, deren Ergebnisse nun präsentiert wurden. Wobei Gruchmann einschränkte: „Das ist natürlich kein Gutachten, auf das man sich berufen kann.“

Laut der Zählung fuhren zumeist zwischen zehn und fünfzehn große Lastwagen je Dreiviertelstunde auf der Ortsdurchfahrt, die heutige Staatsstraße 2350. Allein an einem Montagmorgen, zwischen 7.45 und 9.50 Uhr, lag die Zahl mit 58 Lkw ungewöhnlich hoch. Insgesamt habe die Verkehrszählung jedoch „keine derart hohe Verkehrsmenge ergeben, die ein Durchfahrtsverbot zum Schutz der Anlieger vor Lärm und Abgasen begründen würde“, heißt es in der Sitzungsvorlage. Und der Bürgermeister ergänzte mit Blick auf den „groben Richtwert“, wonach der Anteil der Lastwagen für ein Verbot bei mindestens zehn Prozent des gesamten Verkehrsaufkommens liegen müsse: „Das erreichen wir hier nicht.“

Jürgen Ascherl konnte das nur bedingt überzeugen. Er argumentierte, dass unabhängig von den Zahlen „das persönliche Empfinden des Einzelnen ein ganz anderes ist“. Und er merkte an: „58 Lkw sind ein ganz schönes Packerl.“ Derweil verwies Alfons Kraft (BfG) auf das Lkw-Verbotsschild an der alten B 471 und schlug vor: „Das können wir doch genauso nördlich von Garching hinsetzen.“ Bürgermeister Gruchmann indes bleibt skeptisch: Erst wenn die Straße abermals abgestuft werde, zur Gemeindeverbindungsstraße, könne man das Thema Lkw-Verbot ernsthaft angehen. „Solange andere für uns entscheiden, wird’s schwierig. Und mit diesen Zahlen werden wir das sicher nicht umsetzen können.“

Dennoch werden sich die Garchinger Stadträte im Ausschuss noch ein weiteres Mal mit dem CSU-Antrag beschäftigen. „Unser Beschluss steht ja noch“, erinnerte Jürgen Ascherl. „Das heißt, wir werden das hier wieder einmal auf die Tagesordnung kriegen.“

Rubriklistenbild: © dpa

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