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Lohnt sich: Die Vermarktung des Stadions am See wirft für den VfR Garching offenbar einen fünfstelligen Eurobetrag ab. Der FC Türk will auch davon profitieren.

Zwist um Stadion-Vermarktung: FC Türk Sport Garching zürnt dem Bürgermeister

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Es geht ums Geld: Ungerecht behandelt fühlt sich der FC Türk Sport Garching, was die Vermarktung des Stadions am See angeht. Der Verein spricht von falschen Versprechungen, der Bürgermeister ist anderer Meinung.

Garching– In Garching rumort es. Der FC Türk Sport Garching gegen Bürgermeister Dietmar Gruchmann (SPD). Es steht Aussage gegen Aussage. Der Kreisklassist hatte angekündigt, genau wie der in der Regionalliga spielende VfR Garching das Stadion am See vermarkten zu dürfen. Er beansprucht einen Teil der Tantiemen für sich, die der verkaufte Stadionnamen abwirft. Dem widerspricht der Bürgermeister. Das wiederum erzürnt den Vereinsvorsitzenden Hasan Celik. Versprechen seien gebrochen worden.

Der Kreisklassist FC Türk Sport spielt auch im „Garmin Stadion am See“

Hasan Celik, Türk-Sport-Vorstand.

„Ich habe nicht gesagt, der FC Türk darf den Stadionnamen vermarkten“, betont Gruchmann im Stadtrat. Das könne nur der Haupt- und Finanzausschuss. Er räumte allerdings ein, „vielleicht etwas unvorsichtig“ gesagt zu haben, dass alle Vereine gleich behandelt würden. Möglicherweise habe der Verein das als Zusage verstanden.

Offenbar verdient der VfR Garching dank Sponsor Garmin einen fünfstelligen Betrag

Dietmar Gruchmann, Bürgermeister.

Fakt ist: Der VfR Garching vermarktet das Stadion am See seit vergangenem Sommer als Garmin Stadion am See. Eine fünfstellige Summe soll der Regionalligist pro Jahr bis 2021 dafür von dem Technik-Unternehmen erhalten. Und der FC Türk, der fast alle Kreisklassen-Partien auf einem Nebenplatz am Stadion austrägt, will einen Teil davon. Ein erstes Angebot über einmalig 1500 Euro habe der Verein abgelehnt. Zu wenig. „Wir hätten auf alle künftigen Ansprüche verzichten müssen“, sagt Celik. Das sei nicht fair.

Uwe Cygan, Vorsitzender des VfR Garching

Uwe Cygan, Vorsitzender des VfR Garching, weiß nichts von einem Angebot. „Wir haben einen Vertrag mit der Stadt, der gehört ja das Stadion. Also habe ich gesagt, sie müssen sich an die Stadt wenden.“ Die 1500 Euro seien als Spende für die Jugendkasse gedacht gewesen. 

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Celik beharrt auf den Rechtsanspruch seines Vereins am Stadionnamen. Das einseitige Sponsoring sei eine „indirekte Subventionierung“. Er habe sich im Vorfeld erkundigt. Den Anspruch habe er in einem Gespräch mit Bürgermeister Gruchmann eingefordert. „Er hat uns bestätigt, dass wir den Stadionnamen vermarkten dürfen. Wir haben nachgefragt“, sagt Celik.

FC Türk Sport fühlt sich als Lügner hingestellt - Bürgermeister sieht sich missverstanden

Nur aufgrund dieser Zusage habe man Anfang Mai bei einer Pressekonferenz angekündigt, ebenfalls Sponsoren zu suchen. Jetzt – nachdem Türk bereits mit vier, fünf potenziellen Geldgebern verhandelt habe – stehe man als Lügner da. „Das ist eine Frechheit“, wettert Celik. Gruchmanns Verhalten sei „eines Bürgermeisters nicht würdig“. Das gleiche Szenario gibt es um einen eigenen Raum des FC Türk im Stadion. Den habe der Bürgermeister ebenfalls zugesagt.

Dietmar Gruchmann stellt die Situation anders dar. Die Stimmung beim Gespräch mit den Vereinsvorsitzenden sei aufgeheizt gewesen, ihm sei regelrecht mit einer Klage gedroht worden. Er habe lediglich Lösungsansätze aufgezeigt. Etwa, dass der FC Türk im Obergeschoss des Stadiongebäudes einen Raum bekommen könne, wenn dieses ausgebaut werde. „Ich habe nie gesagt, dass sie ihn nächstes Jahr bekommen.“

Der Verein könne nicht nur fordern, sondern müsse sich auch einbringen. Als Beispiel nennt Gruchmann den FC Hochbrück, der beim Vereinsheim 100 000 Euro gezahlt habe. Außerdem sei Geduld gefragt. „Der Antrag des FC Türk ist ein Jahr alt. Der FC Hochbrück hat den ersten vor 30 Jahren gestellt und vergangenes Jahr das Vereinsheim bekommen“, sagt Gruchmann. Freiwillige Leistungen wie die Unterstützung der Vereine müssten in Garching nacheinander abgehandelt werden. „Wir sind ja nicht Unterföhring“, sagt er mit Blick auf die Finanzen.

Bei der Stadionvermarktung betont Gruchmann gesagt zu haben, er könne sich vorstellen, dass der Verein den Stadionnamen ebenfalls vermarkten kann. „Mir ist egal, was auf dem Ticket steht, ob Garmin oder etwas Anderes. Hauptsache, der Name bleibt Stadion am See“, sagt Gruchmann. Um die Wogen zu glätten will er das Thema in einer der nächsten Sitzung des zuständigen Haupt- und Finanzausschusses einbringen. Dann wird darüber beraten.

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