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Im Probenstress: Der Autor des Stücks und Hauptdarsteller Thomas Reiner (vorne) übt eine Szene mit (v.l.) Markus Schmöller, Heike Pötsch und Birgit Schulz. 

Zum 40. Geburtstag

Garchinger Bauernbühne zeigt erstes eigenes Stück

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„Falsches Spiel für Gustl“: Mit dem Stück feiern die Garchinger 40 Jahre Bauernbühne. Der Autor steht selbst auf der Bühne.

Garching – Wer je probiert hat, das Wort „Glubsch-Augen“ dreimal hintereinander deutlich und fehlerfrei auszusprechen, der weiß: Dieser Begriff hat das Zeug zum Zungenbrecher. Und dennoch hat der Autor von „Falsches Spiel mit Gustl“ der Hauptfigur just dieses Wort in den Mund gelegt. Was wiederum dazu führt, dass Thomas Reiner von der Garchinger Bauernbühne bei den Proben zuverlässig ins Haspeln gerät, sobald es zu jenem Dialog mit den „Glubsch-Augen“ kommt. „Wer hat diesen Scheiß geschrieben?“, flucht der Laiendarsteller dann stets – ein Running Gag, der bei seinen Kollegen für viel Heiterkeit sorgt.

Denn für „den Scheiß“ ist er selbst verantwortlich. Schließlich ist er der Autor von „Falsches Spiel für Gustl“ – das erste selbst geschriebene Stück, das die Garchinger Bauernbühne pünktlich zu ihrem 40. Geburtstag ab dem 10. November an sechs Abenden auf die Bühne bringt. „Es war immer ein Traum von mir, einmal ein eigenes Stück zu schreiben“, sagt Reiner, der seit 2005 Theater spielt – erst in Hochbrück und seit fünf Jahren bei der Bauernbühne. „Es war viel Arbeit, aber es hat mir unglaublich viel Spaß gemacht.“

Die Idee zu seinem Werk wurde vor einem Jahr geboren. Damals führte die Bauernbühne gerade „Die Perle Anna“ im Römerhoftheater auf. In einer Pause hätten er und seine Theaterkollegin Birgit Schulz auf dem Balkon ein bisschen herumgesponnen, erzählt Reiner, wie ein selbst geschriebenes Stück aussehen könnte. „Die ersten paar Sätze waren noch Geflachse“, erzählt Schulz, die auch im Vorstand der Bauernbühne sitzt. „Doch dann habe ich schnell gemerkt, dass Thomas das ernst meint.“ Bei einem gemeinsamen Besuch auf dem Christkindlmarkt stiegen die beiden tiefer in das Thema ein, entwarfen erste Figuren sowie die Rahmenhandlung. Danach machte sich Reiner ans Schreiben, oft am Wochenende und nachts. „Das ist schon problematisch, wenn du um ein Uhr früh gerade die besten Ideen hast, aber weißt, dass du am nächsten Tag in die Arbeit musst“, erzählt Reiner.

Nach drei Monaten intensiver Schreibarbeit – und Zusammenarbeit mit Birgit Schulz – war das Stück im März schließlich so weit, dass es Regisseur Christian Steinfelder und den Vorstandsmitgliedern der Bauernbühne vorgelegt werden konnte.

Letztere waren sofort angetan; Steinfelder indes hegte Zweifel – nicht wegen des Inhalts, sondern wegen der Konstellation. „Ich wollte das nicht, weil es problematisch ist, wenn der Autor eines Stücks zugleich auch Darsteller ist.“ Doch dann ließ sich der Regisseur überzeugen, es „fünf, sechs Proben lang auszuprobieren“, wie er sagt. Und weil alles „erstaunlich positiv“ lief, habe er der Sache letztlich doch zugestimmt.

Und das, obwohl Thomas Reiner sogar die Hauptrolle des Gustl spielt – was zuvor nicht vorgesehen war, wie er betont. Aber bei der Bauernbühne gebe es nun mal „einen gewissen Männermangel in dem Alter“, sagt Reiner, und so habe er die Rolle übernommen. Wobei er bekräftigt: „Von Anfang an war klar, das Christian als Regisseur das Sagen hat und bestimmte Dinge auch ändern kann.“

Nach Wochen und Monaten des Probens nähert sich nun also die Premiere, der Thomas Reiner diesmal besonders entgegenfiebert: „Klar bin ich gespannt, wie mein Stück beim Publikum ankommt.“ Die Proben seien schon mal vielversprechend gewesen. „Wir haben alle viel gelacht, und das ist in aller Regel ein gutes Zeichen.“ Jetzt muss Thomas Reiner nur noch die Passage mit den Glubsch-Augen meistern.

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