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Probelauf

Garchinger fahren ein Jahr kostenlos Bus

  • Sabina Brosch
    VonSabina Brosch
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Mit kostenlosen Busfahrten will die Stadt auf Antrag der „Bürger für Garching“ (BfG) die Attraktivität des MVV steigern. Im Herbst startet ein einjähriger Probelauf für die Linien 230 und 293.

Garching – Die Gemeinden können laut MVV für ihre Bürger jederzeit Freifahrten anbieten, soweit es nicht auf Kosten oder Mehraufwand für den MVV hinausläuft. Unterföhring und auch Wolfratshausen haben einen eigenen Weg eingeschlagen. „Wenn dann kommt nur Unterföhrings Ansatz auch für uns in Frage“, sagte Siegmar Trier aus der Garchinger Stadtverwaltung. Während Wolfratshausen Freitickets in Form von 40 Einzeltickets an Senioren sowie Zonentickets für Schüler und Jugendliche mit Kosten in Höhe von 225 000 Euro vergibt, erstattet Unterföhring gegen Vorlage die Kosten der tatsächlich gekauften Einzelfahrscheine oder Streifen der Streifenkarte.

Verwaltungsaufwand darf nicht zu hoch sein

„Das könnten wir so auch tun“, so Trier, denn die Erfahrung aus Unterföhring habe gezeigt, dass der Verwaltungsaufwand in überschaubarem Maße bliebe. In Unterföhring würden monatlich bis zu 15 Anträge abgearbeitet, sind rund 1700 Euro ausgegeben worden. Dass Trier nicht von einer übergroßen Nachfrage ausgeht, untermauerte er mit der Tatsache, dass Garching aufgrund mangelnder Nachfrage auch das Sozialticket reduziert. Für die beiden Tickets habe man vier Nachfragen pro Monat. „Wir werden nun auf eine Karte reduzieren.“

Anreiz zum Umstieg auf den Bus

Dem steht der Anreiz für die Garchinger Bürger gegenüber, öfters und verstärkt den Bus zu nutzen. Für den Einkauf, Arztbesuche, Kirch- oder Friedhofsgänge könnte dies eine Reduzierung des Verkehrs im Ort bedeuten, begründeten die „Bürger für Garching“ ihren entsprechenden Antrag auf kostenfreies Fahren.

Es geht um den Stadtbus 230 und die Linie 293

Konkret geht es um den Stadtbus 230 und den Dirnismaninger Bus der Linie 293. Die Verwaltung wickle ohnehin bereits den Differenzausgleich zu den München-Tickets M1 und M2 ab, das sei bereits ein hoher Verwaltungsaufwand, sagte Bürgermeister Dietmar Gruchmann (SPD). Dass nun die Abwicklung des kostenfreien Stadtbusses noch dazu käme, macht nicht nur Bastian Dombret (FDP) Sorgen. Ihm tue es im Herzen weh, für einen minimalen Erstattungsbeitrag von 1,70 Euro das dafür anfallende Geld der Verwaltungsmitarbeiter gegenzurechnen. „Nur, wenn das monats- oder quartalsweise geschieht“ ist das für Florian Baierl (UG) durchführbar, „ansonsten ist das für die Verwaltung eine Zumutung.“

Ein Jahr Probebetrieb

Die Stadträte einigten sich auf einen Probebetrieb von einem Jahr ab dem 1. September 2020. Dafür müsse nun verstärkt Werbung gemacht werden, sagte Alfons Kraft von den „Bürgern für Garching“, „nur dann kann es funktionieren.“

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