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Der Garchinger Krimiautor Francisco Jacob (61) liest aus seinem Erstling „Tod in der Höhle“.

Garchinger Privatier wird zum Krimiautor

Vom Arbeitnehmer zum Krimiautor: das ist der Weg des Garchingers Francisco Jacob.

Von patrik Stäbler

Garching – Schuld, wenn man so will, ist die Familie von Francisco Jacob, also seine Ehefrau und die drei Kinder. Sie haben den Garchinger wieder und wieder angestachelt, was denn nun mit seinem Kriminalroman sei, wann das Buch endlich fertig werde, und wie er sein Werk veröffentlichen wolle. Seit 2013 hatte der 61-Jährige an seiner Geschichte geschrieben, jedoch „ohne Terminzwang“, wie er sagt – bis die Familie sanften Druck ausübte.

„Also habe ich mich hingesetzt und meinen Krimi fertig geschrieben“, erzählt Francisco Jacob, der jahrzehntelang in leitender Position für einen großen Autohersteller gearbeitet hat, ehe er 2011 ausgestiegen ist. „Von da an habe ich mich anderen, schöneren Dingen zugewendet – darunter auch dem Schreiben“, sagt der Garchinger.

Im vergangenen Sommer hat er schließlich sein Debütwerk veröffentlicht, auf eigene Faust im Selbstverlag. „Ich bin bewusst diesen Weg gegangen“, sagt Francisco Jacob. „Denn ich wollte meinen Roman so veröffentlichen, wie ich ihn geschrieben habe.“ Zudem müsse er nicht von seinen Büchern leben, erklärt der Privatier, wie er sich selbst nennt. „Deshalb konnte ich das ganz nach meinem Gusto machen.“

„Tod in der Höhle – Diego Lesemann und die Reise in die Vergangenheit“, heißt sein Erstlingswerk, das Francisco Jacob nun auch bei einer Lesung in der Stadtbücherei vorgestellt hat. Die Hauptfigur, deren Namen im Titel prangt, trage durchaus Züge von ihm, sagt der Autor, etwa die Liebe zu Autos und zu Süßigkeiten; zudem bedeutet der spanische Name Diego übersetzt Jakob.

Wobei: „Ein Mord ist mir aber noch nie untergekommen“, sagt er und lacht. Anders Diego Lesemann, der beim Heimaturlaub im spanischen Asturien zwei Leichen entdeckt und danach in einen komplexen Kriminalfall verwickelt wird. Auch hier gibt es Parallelen zum Autor: So hat Francisco Jacob bis zu seinem achten Lebensjahr in Gijon gelebt, der größten Stadt Asturiens. Danach zog der Bub mit seiner Familie nach Deutschland; und seit 33 Jahren lebt der Diplom-Ingenieur in Garching.

Wäre die Universitätsstadt da nicht die passendere Umgebung für den Krimi gewesen? Doch da winkt Francisco Jacob ab. „Ich wollte ein spanisches Lokalkolorit liefern – vielleicht auch, um die gängigen Klischees etwas zu korrigieren“, sagt er. Überdies gebe es bereits zahllose bayerische Heimatkrimis: „Da hätte es nicht noch ein Buch gebraucht.“

Mit den bisherigen Verkaufszahlen sei er ganz zufrieden, sagt Francisco Jacob. „Ich habe gesehen, dass ich eine kleine Leserschaft habe. Und deshalb habe ich mich auch entschieden, ein zweites Buch über Diego Lesemann zu schreiben.“ Im Mai soll das Werk erscheinen – ganz ohne die Anstachelung vonseiten seiner Familie: „Diesmal mache ich mir selbst den Druck, dass das Buch wie geplant fertig wird.“

Das Buch

„Tod in der Höhle – Diego Lesemann und die Reise in seine Vergangenheit“ von Francisco J. Jacob ist im Selbstverlag erschienen, hat 336 Seiten und kostet zehn Euro.

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