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Heute: (hinten, v.l.) Heinrich Führmann, Organisator Rudi Naisar und Büchereileiterin Gabriele Malek, (vorne) Elisabeth Urbas, Martin Gruber, Sabina Savkovic, Thomas Marek.

Schüler von einst beschreiben ihre Stadt

Einmal Garching, immer Garching

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Was gefällt Euch an Garching? Was nicht? Das hat die Lehrerin Elisabeth Urbas ihre Viertklässler im Jahr 1981 gefragt. Nun haben sich einige Schüler von einst in der Bücherei getroffen – zur öffentlichen Erinnerungsstunde.

Garching - Garching im Jahr 1981. Die heutige Stadt, die damals noch Gemeinde ist, hat 11 000 Einwohner und zwei Telefonzellen – „eine vor dem Neuwirt, eine am Gymnasium, da gab’s manchmal lange Schlagen“, erzählt Rudolf Naisar, Vorsitzender des Fördervereins Garchinger Geschichte. Das einstige Bauerndorf schüttelt zu jener Zeit die letzten bäuerlichen Züge ab, steckt mitten in einem „Wahnsinnswandel“ und hat in kaum vierzig Jahren „drei Integrationswellen“ erlebt, wie Naisar das nennt: erst die Flüchtlinge nach dem Krieg, dann die „Institutler“, die das aufblühende Forschungsgelände anzieht, und schließlich die Gastarbeiter.

Damals: Die Klasse 4b im Jahre 1981, im roten Pulli Elisabeth Urbas (2.v.l.), Thomas Marek (hintere Reihe, 2.v.l.), Martin Gruber (hinten, 3. v.r.),Sabina Savkovic (vorne, 3. v. r.) mit rotem Pullunder

1981 ist das Bürgerhaus gerade frisch erbaut worden und die Ortsmitte am Entstehen, die U-Bahn gibt es nur in den kühnsten Träumen, stattdessen steigt man in den Bus zur Studentenstadt, wenn man nach München will. Kurzum: Es ist ein völlig anderes Garching als heute – und doch klingen die Sehnsüchte und Ärgernisse der Bürger erstaunlich aktuell, zumindest wenn man die Schüler der Klasse 4b der Grundschule-Ost fragt.

Rückblick auf das Jahr 1981

Ihre damalige Lehrerin Elisabeth Urbas trägt den Kindern 1981 auf, die schönen und schlechten Seiten von Garching niederzuschreiben. Viel Lob gibt’s beispielsweise für die Nähe des Orts zu den Isarauen, für Obstgarten, Bücherei und den schönen Biergarten. Schlecht an Garching finden die Viertklässler, dass es hier weder ein Freibad noch ein Kino gibt, stattdessen den Lärm der Autobahn, zu wenige Fachärzte und keine eigene Polizeistation. Und: dass so viele Felder zugebaut werden – wie gesagt, im Jahr 1981! 

Die Antworten aller Schüler sowie deren Aufsätze zum Thema „Wie lebt es sich in Garching?“ hat Elisabeth Urbas damals in ein Buch gebunden. Das Werk hat danach etliche Hände durchlaufen, ehe es bei Rudolf Naisar gelandet ist. Er hat daraus nun eine Veranstaltung in der Stadtbücherei gemacht mit dem Titel „Wer hier lebt – wie sich’s lebt“. 

Neben Urbas und dem damaligen Elternsprecher Heinrich Führmann hat Rudolf Naisar auch drei frühere Schüler eingeladen: Sabina Savkovic und Martin Gruber, die beide nach der Schulzeit weggezogen sind, inzwischen aber wieder mit Familie in Garching leben. Und Thomas Marek, der nur vier Jahre lang hier gewohnt hat (siehe Kasten). 

Am Amüsantesten aber sind die Erinnerungen von Elisabeth Urbas; die sechsfache Mutter war bis 2005 dreißig Jahre lang Lehrerin an der Grundschule-Ost. Sie schafft es, den drastischen Wandel Garchings in nur einer Anekdote zusammenfassen: „Ich habe damals mit meiner Klasse mal ein bayerisches Gedicht lernen wollen“, erzählt Urbas und lacht. „Aber des is net ganga, weil’s nur i kenna hob.“ Viel Gelächter unter den gut 60 Besuchern in der restlos vollen Bücherei gibt es auch, als die frühere Lehrerin vom ersten Elternabend im Jahr 1981 erzählt. Damals habe sie den erstaunten Müttern und Vätern erklärt, dass es an der Schule ab sofort Sexualkundeunterricht gebe – „für die Kinder“, sagt Urbas und grinst. Anschließend habe sie eine lange Liste von Themen vorgelesen, die dort behandelt werden sollten, erinnert sich Heinrich Führmann. Doch auf die Rückfrage, wie viele Stunden pro Woche hierfür vorgesehen seien, habe Elisabeth Urbas nur trocken geantwortet: „Genau eine Stunde – im ganzen Jahr.“ 

Insgesamt ist dieser Abend ein Schwelgen in Erinnerungen, zu dem Cornelia Kutta mit ihrer Tuba für die musikalische Begleitung sorgt. Das passende Schlusswort liefert die einstige Urbas-Schülerin Sabina Savkovic, die sagt: „Das Schönste an Garching ist, dass die meisten meiner Freunde noch oder wieder hier wohnen. Einmal Garchingerin, immer Garchingerin.“

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