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Garchinger Studenten entwickeln Superschnellzug

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Großer Jubel: Die Studenten feiern ihren Erfolg über den neuen Hyperloop-Pod, der bis zu 700 km/h schnell ist und die Fahrzeugwelt revolutionieren könnte. © Förtsch

In 39 Minuten mit halber Schallgeschwindigkeit in einer Röhre schwebend von München nach Berlin düsen: Was sich wie ein Science-Fiction-Film anhört, soll uns später von A nach B bringen. Studenten der Technischen Universität in Garching träumen bereits seit 2015 von dieser technischen Revolution des „Hyperloop-Pods“. Jetzt haben sie ihren neuen Prototypen vorgestellt.

Garching –Der Pod – also das Gefährt – ist schneller als jedes Rennauto und hält selbst mit dem Flugzeug mit. Geprägt hat den Hyperloop-Begriff der erfolgreiche Unternehmensgründer Elon Musk, der in Los Angeles zunächst die weltweit einzige Teststrecke für die Hyperloop-Pods direkt neben seinem Firmencampus bauen ließ. Jedes Jahr kommen Studenten aus vielen unterschiedlichen Ländern dorthin, um eine neue Bestzeit für die höchste Geschwindigkeit zu erzielen. Und die Münchner Studenten sind dabei besonders erfolgreich: Bisher entschieden sie alle drei Wettbewerbe für sich.

„Wir wollen die Idee auch realisieren“

„Jede großartige Idee war am Anfang mal dumm und klein“, sagt der Vorsitzende des Teams Gabriele Semino bei der Präsentation des vierten Pods. Es handelt sich um keine typische Studentenveranstaltung: Über hundert Gäste, darunter unzählige bekannte Vertreter der Wirtschaft, sind vor Ort. Spätestens jetzt wird den Zuschauern die Dimension des Projektes bewusst. „Wir nehmen das besonders ernst, die Theorie reicht uns nicht, wir wollen durchgerechnete Ideen auch tatsächlich realisieren“, erzählt Teammanager Toni Jukic. Er will ein ganz neues Konzept für Mobilität erstellen. „Irgendwann kommt jedes Päckchen innerhalb von zehn Minuten zu Hause an und Menschen können in ganz Deutschland arbeiten“, erklären die Studierenden. Und die stecken ihre ganze Leidenschaft seit Jahren ins Projekt.

Über 50 Studenten aus 20 Ländern sowie sieben verschiedene Fakultäten der Universität packen mit an. Darunter sind nicht nur technisch Begeisterte, sondern auch junge Erwachsene, die sich für Gesundheitswissenschaften und Management interessieren. „Wir alle müssen uns aufeinander verlassen können, um erfolgreich zu sein“, betont das Team. „Nur so funktioniert solch ein Großprojekt.“

Fast 700 km/h schnell

In der Woche vor der Fertigstellung hat keiner ein Auge zugedrückt, man wollte immer noch einen oben drauf setzen. Dafür wurden sie belohnt: Ein Pod mit 430 PS bei einem Gewicht von nur 66 Kilogramm versetzt den Präsentationssaal ins Staunen. Von fast 700 km/h bremst er in weniger als zwei Sekunden ab. Die Zuschauer applaudieren minutenlang. „Da bekomm ich gleich Gänsehaut“, sagt die stolze Organisatorin Paloma Garcia.

Der Fokus der Studenten ist jedoch bereits beim Rennen in Kalifornien. Sie wollen ihren eigenen Rekord nochmals brechen. Dafür haben sie nun auch in Garching eine eigene Hyperloop-Strecke gebaut. Alle Mitwirkenden träumen schon lange vom Hyperloop-System in ganz Deutschland – selbstfahrend, platzsparend, leise – und natürlich wahnsinnig schnell.

Alexander Spöri

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