Absage der KVB

Garchings Traum vom Ärztehaus platzt

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Garching – Der Wunsch nach einem Ärztehaus treibt die Bürger in Garching und ihre Politiker seit Jahren um. Doch nachdem zuletzt ein Fünkchen Hoffnung aufgeglimmt ist, legt die Stadt ihre Planungen auf Eis. „Für uns ist das Thema erst mal erledigt“, sagt Sylvia May, Geschäftsleiterin im Rathaus. „Die Kassenärztliche Vereinigung hat schriftlich mitgeteilt, dass aus ihrer Sicht die ärztliche Versorgung gedeckt ist.“

Dabei hatten Bürgermeister Dietmar Gruchmann (SPD) und der BfG-Stadtrat Armin Scholz noch positive Nachrichten, als sie vor sechs Wochen von einem Gesprächstermin bei der Kassenärztlichen Vereinigung Bayerns (KVB) zurückkehrten. Ihnen sei in Aussicht gestellt worden, dass das Ansinnen der Stadt abermals geprüft werde – sofern ein Gutachten den Bedarf an bestimmten Fachärzten nachweise. „Das ist die letzte Chance, die wir haben“, sagte Gruchmann damals im Stadtrat, der sogleich 20 000 Euro fürs Gutachten bereitstellte.

Dieses Geld kann jetzt anderweitig verwendet werden. Denn auf den schriftlichen Antrag der Stadt habe man nun doch eine Absage von der KVB bekommen, berichtet Sylvia May. „Wir sind aus allen Wolken gefallen.“ In dem Schreiben habe die KVB auf ihre Bedarfsplanung verwiesen und mitgeteilt, dass die ärztliche Versorgung im Landkreis München „sichergestellt“ sei, heißt es in einer Pressemitteilung der Stadt Garching. „Die besonderen Verhältnisse in einer einzelnen Stadt seien dabei nicht relevant.“

Genau das hatten die Garchinger aber ins Feld geführt. „Der Landkreis München ist ein Sonderfall“, betont Armin Scholz. „Wir haben im Süden eine Überversorgung, weil es viele Ärzte dorthin zieht. Im Norden jedoch gibt es Bereiche, wo die Versorgung nicht ausreichend ist.“ Schließlich müsse man im Fall Garchings nicht nur die 17 000 Einwohner berücksichtigen, sondern auch die rund 60 000 Menschen, die sich täglich im Stadtgebiet aufhalten – Studenten am Campus und Beschäftigte im Gewerbegebiet eingerechnet. „Dass es für diese Menschen nicht mal ein Röntgengerät in der Stadt gibt, ist ein Witz“, zürnt der ehemalige Kinderarzt Scholz. Zudem benötige Garching weitere Fachärzte wie einen Orthopäden, einen Internisten oder einen HNO-Arzt.

Diese Ansicht vertritt auch der Bürgermeister – und dennoch hat er seinen Kampf erst mal aufgegeben: „Wir sind das Thema aktiv angegangen und haben alles unternommen, um das Projekt zu realisieren“, betont Gruchmann. Nun aber müsse man umdenken und für den anvisierten Standort an der Telschowstraße einen VHS-Neubau ohne Ärztehaus planen. Zuletzt war hierfür eine Kombination mit alternativen Wohnformen wie einem Mehrgenerationenhaus im Gespräch. 

Derweil will Armin Scholz noch nicht aufgeben: „Die Bevölkerung in Garching wird ja weiterhin steigen“, betont der BfG-Stadtrat. „Wir müssen also beim Thema Ärztehaus weiter nachbohren."

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