Geschwisterrabatt für alle

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Die Garchinger Stadträte haben im Hauptausschuss eine neue Lösung gefunden. Die Entscheidung fiel, nachdem die örtliche Nachbarschaftshilfe die Zusammenarbeit mit drei freiberuflichen Tagesmüttern aufgekündigt hatte.

Garching – Ortsansässige Familien mit mehreren Kindern, die zumindest eines davon bei einer Tagesmutter betreuen lassen, erhalten bei den Gebühren einen Geschwisterrabatt – und zwar unabhängig davon, ob die Tagesmutter mit der örtlichen Nachbarschaftshilfe kooperiert. Diese Regelung hat der Hauptausschuss im Stadtrat nun einstimmig beschlossen und damit auf die Geschehnisse der vergangenen Wochen reagiert.

Denn – wie berichtet – hatte die Nachbarschaftshilfe, die sich seit Jahren um die Betreuung der freiberuflichen Tagesmütter in Garching kümmert, die Zusammenarbeit mit drei von ihnen zum 31. Januar gekündigt. Das Trio arbeitet seither zwar ganz normal weiter und betreut auch die gleichen Kinder wie bisher – jedoch stimmen sich die Frauen nunmehr direkt mit dem Kreisjugendamt ab. Dessen Gebührenordnung entspricht weitgehend den Kosten, die auch die Nachbarschaftshilfe erhebt – mit einer Ausnahme: dem Geschwisterrabatt in Höhe von bis zu 30 Euro monatlich.

Um die Eltern jener Kinder, die von den drei unabhängigen Tagesmüttern betreut werden, finanziell nicht zu benachteiligen, hat der Hauptausschuss nun Folgendes beschlossen: Allen betroffenen Familien wird auf schriftlichen Antrag im Rathaus der Geschwisterrabatt gewährt, und zwar stets rückwirkend. Von dieser Neuregelung werden auch einige Eltern profitieren, die ihre Kinder in die private Großtagespflege Hochbrück schicken. Denn auch sie können ab sofort – anders als bisher – eine Geschwisterermäßigung beantragen. „Wir wollen Gleichbehandlung in allen Betreuungsinstitutionen gewährleisten“, erläuterte Bürgermeister Dietmar Gruchmann (SPD). „Und speziell die Tagespflege wird von uns gerne gesehen und akzeptiert.“

In diesem Punkt herrschte im Ausschuss breiter Konsens – allein Hans-Peter Adolf (Grüne) nutzte die Gelegenheit, um den Bürgermeister in einer anderen Sache zu attackieren. „Was bei dem Ganzen natürlich fehlt, ist die soziale Komponente“, monierte der Fraktionschef. Er wiederholte daher die Forderung seiner Partei nach einer Sozialstaffelung der Kinderbetreuungsgebühren – ein Vorschlag, den der Stadtrat vor fast drei Jahren nach hitziger Debatte abgelehnt hatte. Adolfs Anmerkung konterte Gruchmann mit dem Hinweis auf jüngste Kritik der Grünen an den steigenden Personalkosten der Kommune. „Wir haben Ihnen damals vorgerechnet, dass man für eine Einführung der Sozialstaffelung mindestens eine Stelle zusätzlich schaffen müsste“, sagte der Rathauschef.

Diese Replik wollte Hans-Peter Adolf so nicht stehen lassen. Er verwies auf die damalige Sitzungsvorlage, in der von einem zusätzlichen Zeitaufwand von 80 Stunden im Jahr die Rede gewesen sei (tatsächlich steht in der Vorlage „80 bis 100 Stunden pro Jahr“). „Dass man dafür eine ganze Kraft braucht, ist schlicht unsinnig“, zeterte der Grünen-Chef und fügte in Richtung Bürgermeister hinzu: „Die Angaben, die Sie machen, sind ins Blaue hinein. Das sind Fake News und alternative Wahrheiten.“  ps

Rubriklistenbild: © dpa

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