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Da freuten sie sich noch gemeinsam über Gruchmanns Sieg: Hans-Peter Adolf (r.) und Bürgermeister Dietmar Gruchmann. 

Römerhoftheater

Grüner hält Notausgang für lebensgefährlich

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Die Garchinger Grünen warnen vor einer Gefahrensituation im Römerhoftheater. Und greifen den Bürgermeister hart an.

Garching – Zu Beginn der jüngsten Stadtratssitzung sind Bürgermeister Dietmar Gruchmann (SPD) und Hans-Peter Adolf in trauter Zweisamkeit beisammen gestanden, einander anlächelnd. Der Rathauschef hatte den Grünen-Fraktionschef soeben als fleißigsten Kilometersammler des Stadtrat-Teams bei der Aktion „Stadtradeln“ ausgezeichnet und ihm als Preis eine Tasche überreicht, die das Garchinger Wappen ziert.

So viel Harmonie will so gar nicht zu den E-Mails passen, die Hans-Peter Adolf in den vergangenen zwei Wochen verschickt hat. In seinem ersten Schreiben an die Adresse von Gruchmann warnte er diesen vor einem „lebensgefährlichen Zustand“ im Römerhoftheater. Und weiter: „Wenn etwas passiert, bist du schuld.“ Überdies kündigte er an, „wenn nichts gemacht wird“, sich an Presse, Feuerwehr und Landratsamt zu wenden – was er dann auch tat. In dieser zweiten Mail konstatierte: „Es drängt sich der Eindruck auf, dass Bürgermeister Gruchmann mit den Aufgaben seines Amts schlicht überfordert ist und dass die Stadtverwaltung nicht ordnungsgemäß organisiert und funktionsfähig ist.“

Die Tür muss ausgetauscht werden

Stein des Anstoßes ist die Notausgangstür auf der Nordseite des Römerhoftheaters, die sich nur nach innen öffnen lässt, was aus Brandschutzgründen nicht zulässig ist. „Da dieser Umstand zu einer sofortigen Schließung führt, die ich im Interesse der Stadt vermeiden wollte“, so Adolf, habe er im April den Geschäftsleiter im Rathaus über den Mangel informiert. Der habe ihm Abhilfe zugesagt, doch danach habe er ein halbes Jahr lang nichts mehr von ihm gehört, ärgert sich der Grüne.

Sondergenehmigung aus dem Landratsamt

Allerdings sei die Stadtverwaltung in dieser Zeit nicht etwa untätig gewesen, erwidert der Bürgermeister auf Anfrage. Vielmehr habe man die Angelegenheit geprüft und festgestellt, „dass die Tür natürlich ausgetauscht werden muss“. Im neuen Haushalt seien Mittel hierfür vorgesehen. „Aber bis das alles durch ist, dauert es eben seine Zeit.“ Gruchmann betont: „Aus gesetzlicher Sicht besteht kein Defizit“, da für die Tür eine Genehmigung vonseiten des Landratsamts aus dem Jahr 1992 vorliege.

Ortsbegehung geplant

Bei der Aufsichtsbehörde hat man das Adolf’sche Schreiben ebenfalls erhalten. „Wir prüfen die Angelegenheit, eine Ortsbegehung im Römerhoftheater ist geplant“, teilt eine Sprecherin des Lanratsamts mit. „Soweit sich dabei herausstellen sollte, dass Vorkehrungen getroffen werden müssen, wird dies von der Bauaufsichtsbehörde kurzfristig veranlasst werden.“ Bleibt die Frage, wieso das Rathaus Adolf nach dessen Hinweis nicht geantwortet und ihn über die Lage informiert hat. Hier räumt Gruchmann ein „kommunikatives Defizit“ ein. Jedoch hätte Hans-Peter Adolf auch beim zuständigen Rathausmitarbeiter anrufen können, anstatt das Thema an die große Glocke zu hängen, findet der Bürgermeister.

Entfremdung zwischen Grünen und Bürgermeister

Der öffentliche Zwist rund um den Notausgang ist nur die jüngste Episode in der zunehmenden Entfremdung zwischen Gruchmann und den Grünen, die den SPD-Kandidaten 2014 bei der Stichwahl ums Bürgermeisteramt noch unterstützt hatten. Bald darauf taten sich Risse auf; und spätestens seit dem gescheiterten Bürgerbegehren der Grünen zum Lieferverkehr auf dem Helmut-Karl-Platz gehört deren Fraktion – zuvorderst Adolf – zu den ärgsten Kritikern des Rathauschefs und seiner Stadtverwaltung. Dass die jüngste Auszeichnung als Stadtradel-Bester für nachhaltige Harmonie sorgt, ist also unwahrscheinlich.

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