Schule-Nord braucht wohl 20 Klassen

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Noch mehr Schüler als gedacht: Die Grundschule-Nord ist noch nicht einmal gebaut. Schon gibt es Stimmen, die mehr Platz fordern.

Garching– Der Garchinger Stadtrat hat die Entscheidung über die Größe der künftigen Grundschule-Nord noch einmal vertagt. In der Sitzung deutete aber vieles darauf hin, dass das Gremium die Einrichtung in der Kommunikationszone fünfzügig planen wird – also mit 20 Klassen.

Dabei hatten die Stadträte vor einem Jahr beschlossen, dass die dritte Grundschule im Ort dreizügig gebaut werden soll. Doch dann beauftragte die Kommune die frühere Schulamtsdirektorin im Landkreis, Andrea Lehner, mit der Erarbeitung eines Konzepts zur Schulraumentwicklung der Grund- und Mittelschulen in Garching. Heraus kamen nicht nur Empfehlungen, wie Schulneubauten aus pädagogischer Sicht angelegt werden sollen. Sondern Andrea Lehner stellte, wie berichtet, auch neue Prognosen vor, wie sich die Schülerzahlen in Garching entwickeln werden – und die hatten es in sich.

Denn laut der Expertin steuert die Universitätsstadt auf wesentlich höhere Schülerzahlen zu als bislang gedacht. Daher lauten ihre Empfehlungen: erstens, der baldige Bau einer neuen Grundschule in Hochbrück, da das jetzige Gebäude nicht erweiterbar sei. Zweitens und drittens – jeweils mittelfristig – der Neubau der sanierungsbedürftigen Grundschule-Ost sowie die Erweiterung der Mittelschule. Und viertens: Die neue Grundschule-Nord sollte nicht drei- sondern fünfzügig, wenn nicht gar sechszügig gebaut werden, sagte Andrea Lehner.

In der jüngsten Stadtratssitzung betonte Bürgermeister Dietmar Gruchmann (SPD) jedoch, dass die Expertin bei ihren Berechnungen zur Entwicklung der Schülerzahlen „von Wunschvorstellungen ausgegangen ist“. Tatsächlich habe es die Kommune „in der Hand, zu steuern, wie schnell sich diese Schulräume füllen“. Auch Josef Euringer (BfG) befand in Richtung Lehner: „Sie haben schon Baugebiete eingerechnet, von denen wir gar nicht wissen, ob wir sie bekommen oder nicht.“ Er sprach sich daher für eine vierzügige Grundschule-Nord aus und schloss sich damit dem Vorschlag der Stadtverwaltung an. Wobei die Einrichtung so gebaut werden sollte, dass sie später erweitert werden könne.

Dagegen argumentierte Florian Baierl (UG), dass eine nachträgliche Erweiterung bei heutigen Schulbauten „sehr schwierig“ sei. Überdies gab er zu bedenken, dass man bei einem Neubau oder einer Sanierung der Grundschule-Ost die dortigen Klassen in die Nord-Schule verlegen wolle. Würde man diese nur vierzügig bauen, „dann brauchen wir schon wieder eine Containerlösung“. Im Fall einer fünfzügigen Grundschule-Nord dagegen „haben wir die Möglichkeit, die Grundschule-Ost ohne Stress anzugehen“, sagte er. Ähnlich äußerte sich Jürgen Ascherl (CSU): „Ich kann mit einer fünfzügigen, aber auch mit seiner sechszügigen Schule leben.“ Und Hans-Peter Adolf (Grüne) sagte: „Wir müssen vom maximalen Raumbedarf ausgehen, weil wir nicht wissen, wie sich die Bildungspolitik entwickelt.“ Eine Abstimmung über die Größe der Schule kam dem Grünen indes zu früh: Er forderte zunächst eine Kostenschätzung für eine vier- und fünfzügige Variante, jeweils in der Standard- und in der Wunschversion des Stadtrats. „Wir sollten die Entscheidung zurückstellen und uns erst mal Zahlen geben lassen“, fand Hans-Peter Adolf.

Diesem Vorschlag schloss sich auch Gruchmann an, der einen Beschluss auf die Sitzung am 14. Dezember vertagte. „Bis dahin werden wir schauen, welche Zahlen wir Ihnen vorlegen können“, sagte er. Zuvor hatte Cornelia Otto, im Rathaus für Soziales zuständig, von einer „vorsichtigen Kostenschätzung“ gesprochen, wonach eine neue vierzügige Grundschule mit 30 Millionen Euro zu Buche schlagen werde.

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