Mitten in Augsburg: Siebenköpfige Gruppe schlägt auf Passanten ein - Mann tot

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Bürgermeister Dietmar Gruchmann (l.) ehrt Heinz Billing, dem seine Kinder Dorit Gronefeld, Arend und Heiner Billing gratulieren.

102-jähriger Computerpionier ausgezeichnet

Späte Auszeichnung für Heinz Billing

Garching - Der Computerpionier Heinz Billing lebt seit 1975 in Garching, mehr als vier Jahrzehnte sind das.

Hier hat der Physiker am Max-Planck-Institut geforscht, aber hier ist er auch im Ort verwurzelt. Hier hat er später seine 2008 verstorbene Ehefrau gepflegt und sie täglich im Rollstuhl zum Einkaufen geschoben, und hier lebt Heinz Billing bis heute, im Alter von 102 Jahren, zusammen mit seiner Pflegerin Dalma Gogol und deren Familie. In Salzwedel hingegen hat Heinz Billing weniger als halb so viel Zeit verbracht – die ersten 18 Jahre seines Lebens bis zum Abitur. Und doch hat die Hansestadt in Sachsen-Anhalt ihren berühmten Sohn bereits im August 2013 zum Ehrenbürger ernannt. Der damals 99-Jährige reiste dafür extra nach Salzwedel, trug sich dort ins Goldene Buch ein und war sichtlich gerührt.

Die nächste Ehrung folgte im vergangenen Oktober, als die stellvertretende Ministerpräsidentin Ilse Aigner dem Wissenschaftler in dessen Wohnung das Bundesverdienstkreuz anheftete. Und die Stadt Garching? Die hielt sich zurück – bis gestern. Denn da überreichte Bürgermeister Dietmar Gruchmann (SPD) die städtische Verdienstmedaille in Gold an Heinz Billing. „Vielleicht haben wir den richtigen Zeitpunkt verpasst“, räumte der Rathauschef ein, der jedoch betonte: „Es ist richtig und notwendig, dass wir diese Ehrung jetzt vorgenommen haben.“

Schließlich gehört Heinz Billing zu den renommiertesten lebenden Physikern – und das gleich auf zwei Gebieten. Zum einen seien seine Beiträge zu Computern „vergleichbar mit denen von Konrad Zuse“, zitierte Gruchmann den Direktor des Max-Planck-Instituts für Gravitationsphysik, Karsten Danzmann. So erfand Heinz Billing 1948 den ersten Magnettrommelspeicher – ein Vorläufer aller Speichermedien bis hin zum heutigen USB-Stick. Überdies entwickelte er später mehrere Rechenmaschinen, darunter den ersten in Deutschland gebauten vollelektronischen Rechner überhaupt.

Zum anderen gilt Heinz Billing auch als Pionier im Bereich der Gravitationswellen, deren Erforschung er sich in seiner Garchinger Zeit vornehmlich widmete. Als amerikanischen Forschern vor einem Jahr der experimentelle Nachweis dieser Wellen gelang, habe sich ihr Vater sehr gefreut, erzählt Dorit Gronefeld. „Er hat immer gesagt, dass er das noch erleben will.“

Dank seiner ungebrochenen Lebenskraft hat der 102-Jährige nun auch noch erlebt, dass ihn seine Wahlheimat mit ihrer zweithöchsten Auszeichnung nach der Ehrenbürgerwürde bedacht hat. Im Kreise von Familie und Freunden nahm Heinz Billing gestern die Verdienstmedaille entgegen – sichtlich erfreut.

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