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Auswickeln erlaubt: Mit einem symbolischen Kulturbonbon begrüßt Garchings Kulturreferent Wolf gang Windisch (r.) den Überraschungsgast Fritz Egner, der bekannt ist als Radio- und Fernsehmoderator. Gerald Förtsch

Fritz Egner zu Gast beim Garchinger Kulturprogramm 

Der Herr der 25 000 Schallplatten

Seit 20 Jahren gibt es in Garching das Kulturbonbon. Eine Veranstaltung, bei der die Besucher erst vor Ort erfahren, was ihnen geboten wird. Zeit also, um Legenden der vergangenen zwei Jahrzehnte einzuladen.

Von Nico Bauer

GarchingZur jüngsten Ausgabe des Kulturbonbons kam nun mit dem Radio- und Fernsehmoderator Fritz Egner eine Persönlichkeit, die ein lebendes Musiklexikon ist. Egner las an diesem kurzweiligen Abend aus seinem Buch „Mein Leben zwischen Rythm & Blues“ und plauderte im gewohnt ausverkauften Römerhoftheater mit knapp 100 Besuchern über seine Begegnungen mit den Stars.

Egner genoss die Spannung, diesmal als Überraschungsgast sein Publikum zu unterhalten. „Das ist wie Radio“, witzelte Egner, „da weiß man im Studio auch nicht, was die Leute da draußen denken.“ Egner ging ins Detail und erzählte von seinem Weg zum Rock’n‘Roll. Mit musikalischen Einspielungen von Peter Alexander und Little Richard erklärte er, wie unterschiedlich der Musikgeschmack seiner Eltern ist im Vergleich zu seinem eigenen. „Mein Vater sagte, der Text sei überflüssig“, scherzte Egner bei den Rock-Einspielern.

Die Radiolegende erinnert sich gut an ihre erste Schallplatte: „Als ich 1956 zum ersten Mal eine Saphirnadel auf eine Vinylpatte gesetzt habe, ist irgendetwas mit mir passiert. Später war der tragbare Plattenspieler mein Raumschiff.“

Heute verfügt Fritz Egner über eine Sammlung mit rund 25 000 Schallplatten und noch einmal 20 000 CDs. Als junger Mensch hörte Egner regelmäßig den Sender American Forces Network (AFN), der für die US-Soldaten die verschiedensten Musikrichtungen spielte. Auf diese Weise lernte Egner immer wieder neue Songs kennen. „Der Bayerische Rundfunk hat sich damals eher entschuldigt, wenn einmal etwas Moderneres gespielt wurde“, erinnert er sich. Deshalb startete er seine berufliche Laufbahn auch als Toningenieur beim Sender München des AFN.

Später wurde Fritz Egner beim Bayerischen Rundfunk Kult mit seinen Sendungen. Seine Motivation, diesen Beruf zu ergreifen, beschrieb er mit der Rückmeldung eines Hörers: „Hättest du nicht diesen oder jenen Song gespielt, dann hätte ich nie erfahren, dass es so etwas überhaupt gibt.“ Nach Jahren wechselte Fritz Egner zum Fernsehen, wo er unter anderem mit „Dingsda“ einen Quotenhit landete. Mit dem Fernsehen wurde er aber nicht so warm: Beim Fernsehen habe er als Moderator an der Spitze einer umfangreichen Produktion gestanden und musste bei weniger erfolgreichen Formaten seinen Kopf hinhalten.

Das Publikum in Garching genoss den Plauderabend – er hätte länger dauern können.

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