Generationen überdauern wird der Grundstein für das Fraunhofer-Gebäude. Damit das Eingemauerte hält, nehmen den Hammer in die Hand: (v.l.) Reimund Neugebauer, Präsident der Fraunhofer-Gesellschaft, Wirtschaftsministerin Ilse Aigner, Georg Sigl, Leiter des Fraunhofer AISEC, TUM-Präsident Wolfgang Herrmann, und Claudia Eckert, ebenfalls Leiterin des Fraunhofer AISEC. 
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Generationen überdauern wird der Grundstein für das Fraunhofer-Gebäude. Damit das Eingemauerte hält, nehmen den Hammer in die Hand: (v.l.) Reimund Neugebauer, Präsident der Fraunhofer-Gesellschaft, Wirtschaftsministerin Ilse Aigner, Georg Sigl, Leiter des Fraunhofer AISEC, TUM-Präsident Wolfgang Herrmann, und Claudia Eckert, ebenfalls Leiterin des Fraunhofer AISEC. 

Campus GArching

Hier wird bald für IT-Sicherheit geforscht

  • Patrik Stäbler
    vonPatrik Stäbler
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Und wieder ein neues Gebäude auf dem Garchinger Forschungscampus. Diesmal baut die Fraunhofer Gesellschaft.

Garching– Die Worte, mit denen Dietmar Gruchmann die Bayerische Wirtschaftsministerin Ilse Aigner auf der Baustelle begrüßt, nennt man wohl gepflegtes Understatement. „Ich bin hier nur der Bürgermeister“, stellt sich der SPD-Rathauschef der CSU-Politikerin vor. Worauf diese fast entrüstet antwortet: „Was heißt denn hier nur?“

Schließlich steht Gruchmann der Stadt Garching vor, die wiederum über ein Forschungszentrum verfügt, wie es in Deutschland kaum vergleichbare gibt. Und die bald einen weiteren prominenten Zuzügler begrüßen kann, nämlich die Fraunhofer-Gesellschaft (FG). Für sie ist ein 25 000 Quadratmeter großes Baufeld an der Kreuzung von ehemaliger B 11 und Lichtenbergstraße reserviert. Und nachdem sich dort jahrelang nichts getan hat, ist es nun endlich auch sichtbar losgegangen mit den Bauarbeiten.

Gestern wurde im Beisein von Ilse Aigner sowie den Präsidenten von FG und Technischer Universität München (TUM), Reimund Neugebauer und Wolfgang Herrmann, der Grundstein für den Bau gelegt, in dem 2020 das Fraunhofer-Institut für Angewandte und Integrierte Sicherheit (AISEC) mit 270 Mitarbeitern einziehen soll. „Hier tut sich sehr viel in Garching“, sagte Aigner, „und jetzt kommt ein weiteres Schmuckstück hinzu“. Derweil bekannte Herrmann: „Ich finde es sehr schade, dass das jetzt erst passiert. Aber immerhin: Jetzt geht es los.“

Tatsächlich sollten die Bauarbeiten vor Jahren beginnen, doch eine „Strategieänderung“, so hat es ein Fraunhofer-Sprecher im Vorjahr formuliert, führte zu Verzögerungen. Nach den Plänen des Architektenbüros Henn soll nun ein zweiteiliger Gebäudekomplex entstehen. Er umfasst einen dreigeschossigen Bau in Fragezeichen-Form, aus dem ein viergeschossiger und rechteckiger Bau hervorragt, „The Box“ genannt. In dem Gebäudekomplex sollen Büros, Labore und Werkstätten entstehen. Die Baukosten, die sich Bund und Freistaat teilen, liegen bei 27 Millionen Euro.

Das AISEC ist eine junge Einrichtung, die 2008 als Projektgruppe gegründet und 2013 zum eigenständigen Fraunhofer-Institut aufgewertet wurde. Hier dreht sich alles um IT-Sicherheitsforschung, ein Thema, das zunehmend an Bedeutung gewinne, sagte Ilse Aigner. Für ganz Deutschland schätze man den Schaden durch Wirtschaftsspionage, Sabotage und Datendiebstahl auf jährlich 55 Milliarden Euro, sagte Aigner.

Aktuell ist das AISEC mit rund 140 Mitarbeitern im Business Campus in Garching beheimatet. Sobald der Neubau fertig ist, soll es als erstes Fraunhofer-Institut auf den Forschungscampus umziehen – jedoch nicht als letztes. Schließlich bietet das Baufeld Platz für weitere Institute. Im Endausbau, sagte Claudia Eckert, die das AISEC gemeinsam mit ihrem TUM-Kollegen Georg Sigl leitet, „soll ein richtiger Fraunhofer-Campus entstehen“.

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