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Ein unschönes Bild bietet sich an der Wertstoffsammelstelle an der Voithstraße. Müllsäcke wurden achtlos vor die Container geworfen.

Achtlos weggeworfener Unrat

Ärger über Müllberge an der Wertstoffinsel

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Hochbrück - Neulich erst seien städtische Mitarbeiter bei der Wertstoffsammelstelle an der Voithstraße in Hochbrück gewesen, erzählt Christoph Marquart, Umweltreferent der Stadt Garching. Der Anblick, der sich ihnen dort bot, war nicht gerade erbaulich: tütenweise Abfälle, achtlos neben die Container gestellt – obwohl diese fast leer waren.

Es ist kein Einzelfall, wie eine Wortmeldung bei der Bürgerversammlung in Hochbrück gezeigt hat. Dort beschwerte sich Oliver Blasy über die Müllmassen an der Sammelstelle, die der Wind nicht selten in alle Richtungen verteile. Und auch den Garchinger Stadtrat hat das Thema schon beschäftigt: CSU-Fraktionschef Jürgen Ascherl berichtete dem Gremium von Bürgerbeschwerden und legte zum Beweis Fotos vor, die Berge von Abfallsäcken neben den Containern zeigen. 

Für diese Zustände sind mutmaßlich nicht nur Einheimische zuständig. Weil die Sammelstelle in Hochbrück unweit der B471 liegt, nutzen sie viele Autofahrer, um ihren Müll loszuwerden. Dies sei durchaus rechtens, betont Marquart. Schließlich werde die Entsorgung der Grünen- Punkt-Abfälle bundesweit vom Dualen System Deutschland organisiert; „die Stadt vermietet lediglich den Standort und ist für dessen Unterhalt zuständig“, so Marquart. Daher dürften auch Auswärtige an sämtlichen Sammelstellen ihren Müll einwerfen – anders als etwa im Wertstoffhof.

Ohnehin sieht der Umweltreferent das Problem in Hochbrück weniger in der Müllmenge, sondern eher in der Bequemlichkeit einiger Nutzer. „Man muss die Tüte mit den Leichtverpackungen nur in den Schlitz des Containers reinschütteln, und die Tüte hinterherwerfen – das ist doch nicht zu viel verlangt“, sagt Marquart. Jedoch komme es immer wieder vor, dass sich Nutzer diese Mühe nicht machen und ihre Säcke kurzerhand neben die Behälter stellen. Sind diese bereits voll, sei dies zulässig, erklärt Marquart. „Doch wenn noch Platz im Container ist, begeht man eine Ordnungswidrigkeit, die auch geahndet werden kann.“

Von daher setzt die Stadt nun darauf, an ihre Bürger zu appellieren, um den Müllbergen Einhalt zu gebieten. Darüber hinaus werde man die Sammelstellen in Hochbrück und an der alten B471 einzäunen, kündigt Christoph Marquart an. „Damit der Wind den Müll nicht mehr auf die Felder wehen kann.“

Erst am Osterwochenende haben sich wieder Bürger wegen des Müllproblems an CSU-Fraktionsvorsitzenden Jürgen Ascherl gewandt. In einer Pressemitteilung schreibt er: „Die Stadt hat zwar jetzt einen Zaun angebracht, aber das Kernproblem bleibt bestehen.“ Die Container seien überfüllt und rundherum türmen sich die Müllberge. Manche Hochbrücker hätten bemängelt, dass es zu wenige Abfallkörbe gäbe. Einige Bürger würden auch das Konzept mit den Containern wenig sinnvoll finden, da größere Mengen Müll oft in Säcken gesammelt werden, die in den Containern aber nicht entsorgt werden könnten.

Patrik Stäbler

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