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Unterricht statt Geldgeschäfte: In Hochbrück findet bald der Ganztagesunterricht der Grundschule in den ehemaligen Räumen der Kreissparkasse statt.

Garching Kauft Räume in Hochbrück  

Ganztagsunterricht in der Kreissparkasse

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Die Stadt Garching hat die Räume der einstigen Kreissparkasse in Hochbrück gekauft. Dort soll ab September ein offenes Ganztagsangebot der Grundschule starten.

Hochbrück – Eltern, die auch am Nachmittag eine Betreuung für ihr Grundschulkind benötigen, sind im Garchinger Stadtteil Hochbrück derzeit auf den Kindergarten St. Franziska Romana angewiesen. Dieser ist altersgeöffnet, was bedeutet: Am Nachmittag steht die Einrichtung auch Grundschülern offen. Sie bekommen hier nach dem Unterricht ein Mittagessen, ehe sie bis maximal 17 Uhr Hausaufgaben machen und spielen.

Die Nachfrage nach diesem Angebot wächst seit Jahren. Zuletzt habe der Kindergarten im Schnitt 22 bis 30 Hortkinder betreut, berichtet Cornelia Otto, die den Fachbereich Bildung und Soziales im Rathaus leitet. Entsprechend hätte die Grundschule Hochbrück gerne selbst einen Ganztagesunterricht auf die Beine gestellt, doch das scheiterte am Raummangel. Schließlich gibt es in der einzügigen Schule nur vier Klassenzimmer, einen Werk- und einen Mehrzweckraum; auch ein Anbau ist keine Option.

Daher geht die Stadt Garching nun einen ungewöhnlichen Weg: Ab nächstem Schuljahr wird die Grundschule in Hochbrück einen offenen Ganztagesunterricht anbieten – jedoch nicht im Schulhaus, sondern in der rund 300 Meter entfernten ehemaligen Kreissparkasse im Seilerweg. Das Gebäude habe die Stadt unlängst erworben, bestätigte Bürgermeister Dietmar Gruchmann (SPD) im Hauptausschuss des Stadtrats. In den Wohnungen im Obergeschoss sollen die bisherigen Mieter bleiben, sagte der Rathauschef. Und auch die Servicestelle mit Geldautomat der Kreissparkasse, die infolge der Filialschließung 2016 eingerichtet wurde, werde es weiter geben. Daneben sollen die Räume in Unter- und Erdgeschoss aber derart umgebaut werden, dass dort künftig Grundschüler verpflegt und betreut werden können.

Das Nachmittagsangebot wird in der Verantwortung des Kreisjugendrings München-Land liegen, der in Hochbrück bereits das Jugendhaus und die „Junge Integration betreut“, sagt Cornelia Otto. „Da versprechen wir uns viele Synergien.“ Stand jetzt seien bis zu 30 Plätze geplant; die Betreuung soll montags bis donnerstags jeweils bis 16 Uhr dauern. Da es sich um ein offenes Ganztagesangebot handle, seien die Buchungszeiten flexibel, betont Otto. „Eltern können auch nur zwei oder drei Tage buchen.“ Aktuell sei man dabei, ein Sicherheitskonzept zu entwickeln, wie die Kinder nach dem Unterricht in die einstige Bankfiliale kommen. „Dazu sind wir anders als beim Hort verpflichtet, da es sich um ein schulisches Angebot handelt“, erklärt Otto.

Dass der Bedarf an Ganztagesangeboten in Hochbrück gegeben sei, habe eine Elternbefragung im Vorjahr ergeben, sagt die Bereichsleiterin. Überdies zeige sich in der Praxis, dass der Großteil der Eltern im Kindergarten eine Betreuung bis 15 oder 16 Uhr buche. „Und die hören ja nicht plötzlich auf zu arbeiten, wenn das Kind in die Schule kommt und auf einmal um 11.20 Uhr aus hat.“ Wie die offene Ganztagesschule in Hochbrück konkret aussehen wird, will die Schulleitung noch im Rahmen eines Elternabends erläutern, kündigt Cornelia Otto an. „Und auch bei der Bürgerversammlung in Hochbrück wird das ein Thema sein.“

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