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Kampf gegen die Flammen: Stundenlang löschten die Einsatzkräfte den Brand in Hochbrück.

Vorfall hat auch Konsequenzen für Kommunen

Feuer auf Recyclinganlage: Brandursache klar - Teile des Betriebs stillgelegt

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Nach dem Brand auf einer Recyclinganlage in Hochbrück steht fest, was das Feuer ausgelöst hat. Teile des Betriebs sind seither stillgelegt. Und auch für die Kommunen hat das Feuer Folgen.

Garching– Es waren spektakuläre Szenen, die sich kurz vor Jahreswechsel in Hochbrück abspielten. Auf dem Gelände der „Umweltmeister“, ehemals RM-Recycling, griffen die Flammen um sich, eine Lagerhalle brannte bis auf die Grundfeste ab. Nun ist klar, was den Brand am 28. Dezember ausgelöst hat. Wie Bürgermeister Dietmar Gruchmann (SPD) bei der Hochbrücker Bürgerversammlung verriet, wurde das Feuer durch einen selbstentzündeten Akku entfacht. Obwohl die über 300 Einsatzkräfte der Feuerwehr schnell vor Ort waren und verhinderten, dass noch mehr Schaden entsteht, sind Teile der Recyclinganlage stillgelegt, darunter auch der Bereich für Elektroschrott. Auch auf die Kommunen im Landkreis hat der Großbrand Auswirkungen: Sie müssen künftig den Elektroschrott „aufwändig“ sammeln und trennen, sagte Gruchmann.

Bürgermeister: Betreiber hat sich an alle Auflagen gehalten

Garchings Bürgermeister nahm die Betreiber dahingehend in Schutz, als dass sie sich an sämtliche Absprachen gehalten hätten. „Wir haben uns vor einem Jahr gemeinsam mit dem Landratsamt getroffen und ein Konzept für die Zukunft beschlossen. Daran und an alle Auflagen hat sich Umweltmeister gehalten – aber das war eben alles nach den alten Genehmigungen“, berichtete Gruchmann. Landrat Christoph Göbel (CSU) ergänzte, dass durch diesen erneuten Brand an der Anlage eine große Chance besteht: „Bisher konnten sie sich immer auf die alten Genehmigungen berufen, durch die Stilllegung und das Neu-Anfahren gilt jetzt eine völlig neue Regelung.“ So sei es beispielsweise bislang ausreichend gewesen, wenn ein Nachtwächter in regelmäßigen Abständen seine Runde gedreht habe und bei einem Feuer einen Alarmknopf drückte. „Das hat am 28. Dezember auch gut funktioniert – nur künftig reicht das eben nicht mehr aus“, sagte Gruchmann. Ab sofort brauche es unter anderem eine selbstauslösende Sprinkleranlage.

Es ist laut Göbel insgesamt ein Problem, dass die Anzahl an Elektrogeräten und solchen mit Akkus ständig zunehme. „Durch mechanische Bearbeitung können die sich selber entzünden und sogar Stunden nach dem Löschen wieder aufglimmen.“ Das Problem hätten die Feuerwehren auch bei E-Autos, deren Zahl stark zunimmt. Wenn dort die Akkus brennen, könne man diese lediglich ausbrennen lassen. „Doch es ist schon passiert, dass so ein großer Akku Stunden später wieder begann zu brennen“, berichtet Göbel. Der Landkreis überlege daher, auf den Feuerwehrhöfen große Wasser-Tauchbecken aufzustellen, „um das ganz sicher zu löschen – doch wohin anschließend mit dem kontaminierten Wasser? Das sind echte Probleme.“

Brand hat Konsequenzen für Gemeinden

Für die 29 Kommunen im Landkreises hat der Großbrand vom Dezember nun also ebenfalls Konsequenzen: Das Thema Elektroschrott werde immer komplexer und komplizierter, sagte Gruchmann: „Wir müssen spätestens ab Juli den Elektroschrott in sieben Fraktionen trennen, nicht mehr wie bisher alles in einen Container werfen.“ Allein in Garching brauche es am städtischen Wertstoffhof dafür vier Großcontainer, 21 neue Gitterboxen, vier Einweg-Paletten und sieben Paletten für die Nachtspeicheröfen. Für die Umrüstung hat das Landratsamt dem Gemeinden und Städten eine Frist bis 21. Juni gesetzt.

Geklärt werden müsse allerdings auch noch, was mit den sieben getrennten Elektro-Fraktionen geschieht. „Nach Belgien, woher wir schon ein Angebot haben, will ich das nicht schicken, sondern hier in der Region aufbereiten“, sagte Landrat Göbel.

Lesen Sie auch: Großbrand in Recyclinganlage Hochbrück facht Zorn der Anwohner an

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