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Garchinger Studenten fordern Elon Musk heraus

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Von: Patrik Stäbler

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Das TUM-Team und sein neuer Prototyp: Mit dieser Passagierkapsel soll der Superschnellzug 600 km/h knacken.
Das TUM-Team und sein neuer Prototyp: Mit dieser Passagierkapsel soll der Superschnellzug 600 km/h knacken. © Stäbler

Im Superschnellzug mit 1200 km/h durch den Vakuumtunnel: Das will Elon Musk, das wollen die Garchinger Studenten. Sie fordern den Tesla-Gründer zum Duell heraus.

Garching – Inmitten des schillernden Silicon Valley gehört Elon Musk zu den schillerndsten Figuren. Der Multimilliardär steht nicht nur hinter dem Elektroautobauer Tesla, sondern treibt auch etliche andere Projekte voran, die mitunter aberwitzig bis größenwahnsinnig klingen. Wenn es dem 46-Jährigen an zwei Dingen nicht fehlt, dann sind es Visionen und Ehrgeiz.

Mit Elon Musk legen sich nun rund 40 Studenten der Technischen Universität München (TUM) an. Genauer gesagt wollen sie ihm in wenigen Wochen einen Weltrekord abluchsen, den sie einst selbst innehatten.

Mit Tempo 1200 durch den Vakuumtunnel

Vor knapp einem Jahr trat das Team der Studentengruppe Warr mit einem Prototypen beim Hyperloop-Wettbewerb in Los Angeles an. Hinter Hyperloop steckt das Konzept für einen Superschnellzug, das Elon Musk 2013 vorgestellt hat. Die Idee: eine Magnetschwebebahn, ähnlich dem Transrapid, die Menschen und Waren in einem nahezu luftleeren Vakuumtunnel von A nach B befördert – mit 1200 Stundenkilometern.

Um seine Vision voranzutreiben, rief Elon Musk im Jahr 2015 einen Wettbewerb aus: Studenten aus aller Welt sollten Ideen für einen Pod einreichen – jene Kapsel, in der die Passagiere durch die Röhre sausen sollen. In der ersten Runde, an der mehr als 120 Teams teilnahmen, ging es allein ums Design. Den Sieg holte damals die TUM, die auch den zweiten Wettbewerb vor rund einem Jahr gewann. Da zählte die Geschwindigkeit des Pods. In der 1,25 Kilometer langen Teströhre in Los Angeles kam die Kapsel aus Bayern auf 324 km/h – Weltrekord.

Musk schneller als TUM

Doch nur Tage später postete Elon Musk im Internet das Foto einer Kapsel, die seine Firmen Space X und Tesla entwickelt hatten. Dazu der Satz: Damit haben wir 355 km/h geschafft.

„Elon Musk hat unseren Rekord gebrochen“, sagt Florian Janke, technischer Leiter des TUM-Teams. „Jetzt wollen wir seinen Rekord brechen.“ Und zwar mit einem neuen Prototypen, den die Studenten nun in Garching vorgestellt haben. Das Gefährt sieht aus wie eine Mischung aus Batmobil und Motorboot; beim Wettbewerb am 22. Juli wolle man damit „in Richtung 600 km/h kommen“, so Janke.

Hyperloop kommt

Monatelang haben die Studenten an dem schwarzen Flitzer getüftelt, nun werden sie damit abermals nach Los Angeles reisen. „Für uns wird das extrem spannend, denn wir bauen den Pod, ohne dass wir ihn testen können“, erläutert Teamleiter Gabriele Semino. „Anhand unserer Simulationen glauben wir, dass wir die 600 km/h erreichen können. Aber wie es wirklich kommt, können wir nicht vorhersagen.“

Kaum vorhersagen lässt sich auch, ob Elon Musks Vision eines Hyperloop tatsächlich mal gebaut wird. Viele Experten bezweifeln das und verweisen auf die hohen Kosten und etliche noch ungeklärte technische Fragen. Allein die Münchner Studenten teilen diese Skepsis freilich nicht. „Die Frage ist nicht, ob der Hyperloop kommt“, gibt sich der 20-jährige Paul Direktor überzeugt. „Sondern die Frage ist nur, wann er kommt.“

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