Sieben Stockwerke hoch, 200 Meter lang, 50 Meter breit: „Galileo“ beherrscht den Campus.
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Sieben Stockwerke hoch, 200 Meter lang, 50 Meter breit: „Galileo“ beherrscht den Campus. 
Beim Richtfest: (v.l.) Peter Reichel, Klaus Kluth, Mauritio Totta, Bürgermeister Dietmar Gruchmann, Thomas Zug, TUM-Präsident Wolfgang Herrmann, Bernhard Nüsse und Bundestagsabgeordneter Florian Hahn. 
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Beim Richtfest: (v.l.) Peter Reichel, Klaus Kluth, Mauritio Totta, Bürgermeister Dietmar Gruchmann, Thomas Zug, TUM-Präsident Wolfgang Herrmann, Bernhard Nüsse und Bundestagsabgeordneter Florian Hahn. 

160-Millionen-Projekt

Im „Galileo“ schlägt das Herz des Campus

Es ist ein Gebäude der Superlative – was die Größe, was die Kosten, aber auch was die Verzögerung anbelangt. Nun jedoch steht die 160 Millionen Euro teure Neue Mitte (Galileo) auf dem Garchinger Campus vor der Vollendung.

Garching – Sieben Minuten und elf Sekunden. Diese Zahl verdeutlicht vielleicht am besten die Dimension der Neuen Mitte (Galileo), die aktuell neben dem U-Bahnhof des Garchinger Forschungsgelände in die Höhe wächst. Genau sieben Minuten und elf Sekunden dauert es handgestoppt, um die Baustelle einmal zügigen Schrittes zu umrunden.

Alternativ kann man auch die Vergleiche herbeiziehen, die Bernhard Nüsse vom Gesellschafter Zug-Invest in seine Rede beim Richtfest einbaut. Demnach entspricht das Gesamtgewicht des Gebäudes dem von 2,2 Millionen Menschen. Zudem würden in der Neuen Mitte so viel Stahl verbaut, dass er zusammengeschweißt ein Länge von 5300 Kilometer ergäbe – „das ist von hier bis in die Mitte von Afrika“, sagt Nüsse.

Ende des Jahres bezugsfertig

Kurzum, es ist ein gewaltiges Gebäude, dessen Rohbau nun steht und das Ende dieses Jahres bezugsbereit sein soll. Dann wird „Galileo“, was für „Garching Living Learning und Offices“ steht, das neue Herz des Forschungsgeländes sein – mit einem Kongresszentrum, Büroflächen, einem Audimax mit 1400 Plätzen sowie weiteren Hörsälen, die vor allem von der TU München (TUM) genutzt werden. Zudem gibt es in dem Bau ein Vier-Sterne-Hotel samt Gästehaus mit Apartments sowie jene Annehmlichkeiten, die die 15 000 Studenten und 8000 Beschäftigten auf dem Campus wohl am meisten herbeisehnen: einen Supermarkt, ein Fitnessstudio, Geschäfte vom Optiker bis zur Apotheke, ein italienisches sowie ein vietnamesisches Lokal, Imbisse, einen Metzger und ein Brauhaus, dessen „Garchinger Campus Bräu“ selbstredend beim Richtfest an die rund 100 Gäste ausgeschenkt wird.

Das Image von „Garchosibirsk“ ist Vergangenheit

Als er vor 32 Jahren an die Chemie-Fakultät nach Garching berufen wurden, erzählt der heutige TUM-Präsident Wolfgang Herrmann, da habe man ihn mit den Worten begrüßt: „Willkommen in Garchosibirsk.“ Damals habe niemand ahnen können, wie sich das Forschungsgelände entwickeln werde. Wobei Herrmann betont: „Erst wenn Galileo seiner Bestimmung übergeben ist, hat der Campus den Namen Campus wirklich verdient.“ Zur langen und äußerst beschwerlichen Historie der Neuen Mitte äußert sich der Präsident an diesem Tag nicht, und auch Bürgermeister Dietmar Gruchmann (SPD) sagt in seiner Rede nur: „Ja, es hat ein bisschen länger gedauert, als wir alle erwartet haben.“

Zimmerer geht im Richtspruch auf Probleme ein

Und so bleibt es Peter Reichel von der Firma Pöttinger vorbehalten, in seinem Richtspruch zumindest auf die größten Hürden einzugehen – in Reimform, versteht sich. Er erinnert daran, wie die Gesellschafter MoTo, Pöttinger und Lindner 2007 den Zuschlag bekamen, die Neue Mitte im Rahmen einer Öffentlich-privaten Partnerschaft zu bauen. Kurz darauf bremste sie die Finanzkrise aus, später verzögerten zwei Klagen infolge des Architektenwettbewerbs den Baubeginn. Als es endlich losgehen sollte, verabschiedete sich die Firma Lindner als Gesellschafter; erst der Einstieg der Zug-Gruppe als Investor im Jahr 2014 brachte die Dinge wieder ins Lot.

„Dann ging’s endlich los“, sagt Peter Reichel – im beheizten Zelt, während draußen ein Kran die Richtkrone emporzieht. Derweil leert der Zimmermann Glas und Glas und feuert die in eine Wanne, die man dafür ins Zelt gehievt hat. Und sagt: „Wir werden diese Hütte schon fertig kriegen!“ 

Galileo in Zahlen

200 Meter lang und 50 Meter breit ist das bis zu sieben Stockwerke hohe Galileo-Gebäude.

540 Parkplätze gibt es in den Tiefgaragen im südlichen Teil. Dazu kommen gut 150 Radabstellplätze rund um das Gebäude.

1400 Menschen finden im Audimax Platz. Dort sollen nicht nur Vorlesungen der TU München stattfinden, sondern auch Konzerte, Kinovorführungen und Vorträge. 

253 Zimmer umfasst das Vier-Sterne-Hotel im südlichen Gebäudeteil. Dort befindet sich auch ein Gästehaus mit 170 Apartments. 

80 Personen passen in die hauseigene Kapelle der Neuen Mitte. Unmittelbar daneben gibt es auch einen Gebetsraum für Muslime.

84 Prozent der Büro- und Gewerbeflächen sind vermietet. Unter anderen werden ein Supermarkt, ein Fitnessstudio, Restaurants, Imbisse und Geschäfte einziehen. Auch ein Brauhaus mit Gaststätte samt Biergarten wird es geben, mit selbst gebrautem Bier.

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