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Brenzlige Situationen gibt es immer wieder an den Gewerbestraßen entlang der B 471.  

Im Gewerbegebiet Hochbrück

Gefährliches Verkehrschaos entlang der B 471

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Wildparker, Abkürzer, riskante Stellen: Es ist gefährlich für Radfahrer im Gewerbegebiet Hochbrück. Doch ein Konzept zur Entschärfung stößt auf Widerstand.

Hochbrück – Zu wenige Parkplätze für zu viele Laster, die deshalb überall wild abgestellt werden. Hinzu kommen Lkw-Fahrer, die mitunter sogar die Parkverbotsschilder abschrauben, und unübersichtliche Stellen, an denen Fußgänger und Radfahrer höllisch aufpassen müssen: Beim Thema Verkehr brennt es im boomenden Gewerbegebiet Hochbrück an vielen Ecken. Nun will die Stadt die Situation für Radfahrer auf den parallelen Gewerbestraßen zur B 471 mittels eines neuen Konzepts verbessern. Im Stadtrat stießen die Pläne aber auf Kritik.

Der Vorschlag der Verwaltung – entwickelt von einem Planungsbüro aus Hannover – sieht vor, die Gewerbestraßen nördlich und südlich der B 471 als Einbahnstraßen auszuweisen, und zwar zwischen Zeppelin- und Robert-Bosch-Straße. Diese Einschränkung ist aber nur für den motorisierten Verkehr geplant – nicht für Radfahrer. Sie sollen die Gewerbestraßen weiterhin in beide Richtungen befahren dürfen: entweder auf der Fahrbahn, wenn sie entlang der Einbahnstraße unterwegs sind, oder auf einem neuen Fahrradschutzstreifen, wenn sie entgegen des Autoverkehrs fahren. Dieser soll mittels einer gestrichelten Linie sowie Piktogrammen und Pfeilen auf dem Boden markiert werden.

Die Vorteile dieser Variante: Zum einen wären relativ wenige bauliche Veränderungen nötig, zum anderen blieben die Parkplätze auf der rechten Fahrbahnseite bis auf wenige Ausnahmen erhalten. Derweil müsste man entlang des Grünstreifens zur B 471 „bauliche Maßnahmen erstellen, damit die Lkw da nicht mehr am Hang parken“, sagte Bürgermeister Dietmar Gruchmann (SPD). Er warb für diese „einzig umsetzbare Lösung“ – genauso wie der Fahrradbeauftragte Rudi Naisar (SPD): „Wir müssen uns von dem Gedanken verabschieden, dass wir eine auto-gerechte Stadt sind. Stattdessen müssen wir auch mal neue Wege gehen und den Mut haben, etwas zu probieren.“ Das Ziel sei klar: Mehr Beschäftigte im Gewerbegebiet sollen künftig mit dem Rad zur Arbeit fahren – besonders dann, wenn es bald Fahrrad-Mietstationen am U-Bahnhof gibt.

Bei den anderen Fraktionen stieß der Vorschlag jedoch auf wenig Gegenliebe. „Ich weiß nicht, ob das sinnig ist, wenn wir in Kauf nehmen, dass der motorisierte Verkehr im Gewerbegebiet im Kreis rumgeschickt wird“, sagte Albert Biersack. Und sein CSU-Kollege Christian Furchtsam, selbst Hochbrücker, monierte: „Eigentlich sollten wir die Radfahrer weg von der Hauptstraße bringen – und nicht hin.“ Er plädierte ebenso wie Harald Grünwald dafür, sich lieber auf die Radwege südlich und nördlich des Gewerbegebiets zu konzentrieren. Der UG-Stadtrat schlug überdies für die Gewerbestraßen vor: „Wir sollten dort Tempo 30 ausweisen. Dann hätten wir kein Problem mit den Zufahrten.“ Derweil kritisierte Walter Kratzl (Grüne), dass die Stadt weder den geplanten Radschnellweg noch einen möglichen vierspurigen Ausbau der B 471 berücksichtigt habe: „Es ist völlig unsinnig, wenn man jetzt diesen Ausbau macht, wenn das alles in nächster Zeit geschehen soll.“

Dem widersprach Gruchmann mit dem Verweis, dass der Radschnellweg „nur eine Vision und ein Wunschgedanke“ sei. Und er wies darauf hin, dass es sich bei der Einbahnstraßen-Lösung um einen Vorschlag handle. Diesen werde man nun auch den Gewerbetreibenden in Hochbrück unterbreiten. „Und danach treffen wir hier im September eine Entscheidung.“

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