Drinks und Musik: Im Café Flamm’s spielen „Priscillas Rache“. Wirtin Carolin Köbis findet das von der Stadt gesponserte Kneipenfest „eine super Sache“.
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Drinks und Musik: Im Café Flamm’s spielen „Priscillas Rache“. Wirtin Carolin Köbis findet das von der Stadt gesponserte Kneipenfest „eine super Sache“.
Vor dem „König Ludwig“: Heiko Krause, Maria Crescente, Sabine Feisner und Lukas Kaiser wollen in jedes Lokal.
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Vor dem „König Ludwig“: Heiko Krause, Maria Crescente, Sabine Feisner und Lukas Kaiser wollen in jedes Lokal.
Hier spielen „Priscillas Rache“.
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Hier spielen „Priscillas Rache“.

Fünf Bands in fünf Lokalen

Kneipenfest bringt Leben nach Garching

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Gewaltiger Trubel herrscht im Stadtzentrum von Garching – dabei hat das Kneipenfest erst vor einer Viertelstunde begonnen. Dennoch sind sämtliche Parkplätze in der Ortsmitte belegt, zwischen Maibaum und Augustiner steht gar ein Reisebus mit einem Pulk Feierwütiger davor.

Garching– Und aus den U-Bahnhöfen schaufeln die Rolltreppen ständig neue Menschen empor. Und das alles nur fürs Kneipenfest, an dem sich heuer überschaubare fünf Lokale beteiligen?

Nein, das wäre dann doch zu schön aus Sicht des Veranstalters, der Stadt Garching. Vielmehr zeigt sich beim genaueren Hinsehen, dass der Großteil der Massen rote Fußballtrikots trägt. Vor knapp einer Stunde ist der Bundesliga-Kracher zwischen dem FC Bayern und Borussia Dortmund in der Allianz Arena zu Ende gegangen. Und weil Garching in den Augen vieler Fußballfans so etwas wie ein Satelliten-Parkplatz des Fröttmaninger Stadions ist, strömen nun aberhunderte Menschen durch die Fußgängerzone – nicht etwa zur Kneipe, sondern zum eigenen Auto.

In den teilnehmenden Bars und Restaurants herrscht um halb zehn dagegen noch verhaltener Andrang. Allein das Garchinger Augustiner ist gut gefüllt – wohl aber nicht nur wegen der Live-Musik, die heute im jedem der fünf Lokale zu hören ist. Im kürzlich eröffneten Nano Sushi, wo eine Country-Band aufspielt, und auch im Café Flamm’s findet man problemlos einen Platz. „Aber es hat ja gerade erst begonnen“, sagt die Betreiberin Carolin Köbis. „Warte mal noch eine Stunde, dann ist es hier richtig voll.“

Im Laufe des Abends sind alle Lokale rappelvoll

Carolin Köbis jedenfalls hält das Kneipenfest für eine „super Sache“. Denn: „Dann ist endlich mal was los in Garching.“ Erstmals gab es die Veranstaltung im Jahr 2000; nach einem längeren Dornröschenschlaf wurde sie 2015 im Rahmen der 1100-Jahr-Feier wiederbelebt. Die Idee des Kneipenfests: Die Stadt organisiert alle Bands und übernimmt deren Gage zur Hälfte; dazu kümmert sie sich um die Bewerbung der Veranstaltung.

Im Vorjahr waren vier Wirte dabei, diesmal sind es fünf. Und dennoch findet Carolin Köbis: „Es müssten mehr sein.“ Schließlich sollen die Besucher an diesem Abend eigentlich von Lokal zu Lokal wandern – bei freiem Eintritt.

Kulturreferent wünscht sich, dass mehr Lokale mitmachen

Neben Flamm’s und Nano Sushi sind das Mei Wirtshaus in Hochbrück und erstmals auch der Garchinger Augustiner dabei. Und das Hotel König Ludwig, vor dem Lukas Kaiser mit mehreren Freunden gerade angekommen ist. Der Garchinger war schon voriges Jahr beim Kneipenfest und wollte sich die Veranstaltung auch heuer nicht entgehen lassen. „Das ist doch eine super Sache“, sagt er. „Wir wollen uns heute alle Lokale mal anschauen.“ Besonders freut er sich aufs Garchinger Augustiner, denn dessen Eröffnung vor einem halben Jahr sei „eine echte Bereicherung“ für den Ort gewesen, findet er.

Dort, im ehemaligen Gesindehaus, herrscht schon um zehn Uhr dichtes Gedränge, und bald ist es auch – wie von Carolin Köbis vorhergesagt – in den anderen Lokalen gesteckt voll.

Und so resümiert Kulturreferent Wolfgang Windisch zufrieden: „Man sieht, dass die Bevölkerung die Veranstaltung annimmt.“ Wobei auch er sagt: „Die Zahl der Lokale ist ein bisschen dürftig. Es wäre schon gut, wenn noch ein paar Wirte mehr mitmachen würden.“

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