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In die Jahre gekommen: Das Garchinger Bürgerhaus.

Sanierung

Kostenexplosion beim Bürgerhaus Garching

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Garching - Die geplante Sanierung und der Umbau des Garchinger Bürgerhauses drohen weitaus teurer zu werden als ursprünglich gedacht. Deshalb hat der Stadtrat jetzt die Notbremse gezogen und das Projekt verschoben.

Eigentlich hätte es im Bürgerhaus schon kurz nach Pfingsten losgehen sollen mit der Sanierung des Dachs und der Fenster. Doch Gerüste und Gerätschaften sucht man bis heute vergeblich in dem 1979 eröffneten und inzwischen stark sanierungsbedürftigen Gebäude.

Kein Angebot eingegangen

Den Grund eröffnete Bürgermeister Dietmar Gruchmann (SPD) bei der Stadtratssitzung: „Für die Dachsanierung ist kein Angebot eingegangen, was der kurzfristigen Ausschreibung geschuldet ist.“ Das freilich war nicht die einzige schlechte Nachricht, die der Rathauschef in punkto Bürgerhaus im Gepäck hatte.

So habe sich inzwischen herausgestellt, dass die im Januar beschlossene Planung weit teurer sei als zunächst gedacht. Damals ging man noch von gut sechs Millionen Euro aus, um das Bürgerhaus energetisch zu sanieren, das Foyer zu erweitern, die Hausmeisterwohnung aufzulösen und die Beleuchtung auf LED umzustellen. Nach neuen Berechnungen schlägt all dies jedoch mit rund 8,8 Millionen Euro zu Buche – also genau doppelt so viel, wie der Stadtrat vor einem Jahr freigegeben hat. 

Doppelt so teuer

Die Gründe für die enorme Kostensteigerung erläuterte Andreas Irl vom Architektenbüro Raumtailor. Er verwies auf ein Gutachten zur Bauphysik, wonach „erhebliche Eingriffe ins Gebäude“ nötig seien, um eine neue Lüftung einzubauen. Noch schwerwiegender seien neue Erkenntnisse beim Brandschutz. „Hier sind während der Bauzeit einzelne Bauteile nicht so ausgeführt worden wie geplant“, sagte Irl. Unter anderem würden Türen und ganze Wände nicht den Anforderungen entsprechen, so der Architekt.

Brandschutz problematisch

„Es liegt auf der Hand, dass wir den Brandschutz noch mal überprüfen müssen“, sagte Gruchmann. Zudem wolle die Verwaltung klären, ob man zur Kühlung des Gebäudes auch die Geothermie nutzen könne. Von daher schlussfolgerte der Rathauschef: „Es würde sehr viel Sinn machen, der Verwaltung Aufschub zu geben. Wir brauchen noch ein bisschen Zeit, um dem allen auf den Grund zu gehen.“ Diesem Vorschlag stimmte der Rat einhellig zu. Bis zum Herbst soll die Verwaltung einen neuen Entwurf vorlegen – inklusive einer Streichliste samt Einsparsummen. Zudem werden laufende Ausschreibungen aufgehoben. Statt in den Jahren 2016 und 2017 soll das Bürgerhaus nun 2017 und 2018 saniert werden.

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