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Lasterzone: Zwischen U-Bahn-Aufzug und Bäckerei sollen künftig auch Zwölftonner durchfahren dürfen, um den ehemaligen Schlecker-Laden zu beliefern. Das wollen die Garchinger Grünen jedoch nicht akzeptieren und streben daher ein Bürgerbegehren an.

Garching: Streit um die Zukunft rund um den Helmut-Karl-Platz

Kritik am Bürgerbegehren

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Garching - Der Ton in der Debatte rund ums angestrebte Bürgerbegehren wegen der Zufahrt am Helmut-Karl-Platz in Garching wird rauher. So wirft Bürgermeister Gruchmann den Grünen Angstmacherei vor; derweil verweisen die Initiatoren auf die Belastung durch den Lkw-Verkehr – und eine abgesenkte Garagendecke.

Zwei Drittel der nötigen Unterschriften habe man schon zusammen, schätzt Grünen-Fraktionschef Hans-Peter Adolf – und das nach vier Wochen. Überdies ist seiner Partei ein weiteres Argument für eine Beschränkung der Lkw-Anlieferung über den Helmut-Karl-Platz serviert worden: Eine Anwohnerin habe ihr erzählt, dass sich der Belag in der Fußgängerzone auf Höhe des Hotels „König Ludwig“ bereits gesenkt habe, berichtet Grünen-Stadträtin Ingrid Wundrak. In der Folge habe man die darunter liegende Tiefgarage sogar mit Stützpfosten absichern müssen. Für Ingrid Wundrak steht daher fest: „Offenbar hat die Tiefgaragendecke dort nicht dem Lkw-Verkehr Stand gehalten.“ Dass genau an dieser Stelle künftig auch Zwölftonner statt bisher nur 7,5-Tonnen-Laster erlaubt sein sollen, sei umso unverständlicher, findet sie. „Wenn wir das erlauben und es passiert etwas, dann könnte allerhand auf die Stadt zukommen.“ 

Darauf angesprochen gibt sich Bürgermeister Dietmar Gruchmann (SPD) gelassen. Ja, er wisse um die beschädigte Tiefgarage, aber der Lkw-Verkehr könne dafür kaum verantwortlich sein, sagt er. Denn: „Die Statik sagt, dass dort sogar das größte Feuerwehrauto mit 23 Tonnen fahren darf.“ Auch die anderen Argumente der Grünen hält Gruchmann für Panikmache: „Keiner will, dass durch die Fußgängerzone ein Laster-Korridor führt.“ Vielmehr hätten die Grünen mit ihrer Unterschriftensammlung „eine Möglichkeit gefunden, sich ins Gespräch zu bringen, doch Hand und Fuß hat das nicht. Mit Angstmacherei sollte man keine Politik machen.“ 

Ähnlich sieht das die SPD-Stadträtin Nihan Yamak, die via Facebook das Plakat der Grünen zum Bürgerbegehren als „sehr weit hergeholt“ kritisiert. Für das Poster, das mittlerweile in einigen Geschäften hängt, hat die Partei einen extragroßen Lastwagen per Fotomontage auf ein Bild des Helmut-Karl-Platzes kopiert. 

Auch CSU-Fraktionschef Jürgen Ascherl hält von dem angestrebten Bürgerbegehren wenig: „Wenn das wirklich durchgeht und wir hier eine tote Fußgängerzone haben, weil die Geschäfte nicht mehr beliefert werden können, dann hilft das doch auch keinem.“ Ascherl plädiert vielmehr dafür, sich mit den betroffenen Geschäftsinhabern zusammenzusetzen. „Dann können wir auch über eine Beschränkung der Lieferzeiten sprechen.“ 

Für Josef Euringer von den Bürgern für Garching (BfG) ist die Unterschriftensammlung der Grünen eine „Täuschung am Bürger“, da sich ihr Ansinnen gar nicht durchsetzen lasse. Schließlich habe der Besitzer der einstigen „Schlecker“-Filiale ein Zufahrtsrecht, sagte Euringer. „Und das wird er notfalls auch vor Gericht durchsetzen.“ Dies würde freilich voraussetzen, dass die Garchinger Grünen mit ihrem Ansinnen Erfolg haben – doch daran zweifelt der Bürgermeister. „Ich glaube nicht, dass es zum Bürgerbegehren kommt“, sagt Gruchmann. „Das wird sich eher im Sand verlaufen.“

 Anders sieht das Hans-Peter Adolf. Der Grünen-Fraktionschef betont, dass das angestrebte Bürgerbegehren auf große Resonanz in der Bevölkerung gestoßen sei. Aktuell seien die Unterschriftenlisten bei mehreren Personen verstreut. „Wir werden sie zusammentragen, und wenn wir etwa 1500 Unterschriften haben, dann reichen wir sie ein.“

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