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Eine Trennwand sollte SPD und CSU im Neuwirt bei Monika Rieger trennen.

Parallel-Veranstaltungen von CSU und SPD in Garching

Kurios: Wand soll Bundestags-Kandidaten trennen

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Zwei Parteien, ein Termin, ein Saal: Zeitgleich wollen CSU und SPD beim Neuwirt in Garching auf Stimmenfang gehen. Möglich ist’s dank Trennwand. Doch die CSU weicht lieber aus.

Garching – Der Wahlkampf für die Plätze im Bundestag ist voll angelaufen. Die Direkt-Kandidaten des nördlichen Landkreises, Florian Hahn (CSU) und Bela Bach (SPD), gehen schon munter auf Stimmenfang. In Garching hätten die beiden nun beinah nur durch eine Trennwand getrennt zu gleicher Zeit am gleichen Ort um Wähler gebuhlt. Beim Neuwirt gab es eine kuriose Doppelbuchung der beiden großen Parteien.

In den vergangenen Wochen plakatierte der CSU- Ortsverband die Veranstaltung „Sicherheit und Prävention – Was tun?“, die dort am Mittwoch, 12. Juli, stattfinden sollte. Bundestagsabgeordneter Florian Hahn und Arno Helfrich, Leiter des Kommissariats Prävention und Opferschutz, wollen reden. Die Sozialdemokraten versuchen es mit dem Thema Einwanderung und luden zum selben Termin zum Abend unter dem Motto „Warum braucht Deutschland ein Einwanderungsgesetz?“ mit SPD-Kandidatin und Hahn-Herausfordererin Bela Bach sowie Landtagsabgeordnetem Arif Tasdelen ein. Beide Veranstaltungen im Neuwirt.

Mit dem Plakat wirbt die SPD für den Termin in Garching.

Möglich ist das. Eine ausziehbare Trennwand im großen Saal macht’s möglich. Ein halber Saal – mit Bühne – für die SPD, die andere Hälfte – ohne Bühne – für die Christsozialen. Schließlich hat die SPD eher gebucht, und wer zuerst kommt, mahlt zuerst. „Wir fragen doch nicht nach, was wer dort vorträgt“, sagt die Neuwirt-Wirtin Monika Rieger, nach eigener Aussage politisch neutral. „In so einer Ortschaft sollte man schon wissen, wer was veranstaltet.“ Der Vorsitzenden der Frauen Union, Irina Ionescu-Cojocaru, habe sie bei der Reservierung gesagt, dass die SPD schon gebucht hat und gleich nebenan auf Stimmenfang geht. Heißt auch: Die Besucher der CSU-Veranstaltung müssten durch den Biergarten zur Toilette gehen.

Die Vorsitzende der Garchinger SPD, Ulrike Haerendel, hat bestätigt bekommen, als erste Gruppierung reserviert zu haben. Zwei Veranstaltungen nebeneinander kann sie sich vorstellen: „Wir sind ja zivilisierte Menschen und schießen nicht aufeinander.“ Zur Wahlkampfzeit sei das aber schon sehr unglücklich gelaufen. „Und Bela Bach findet das nicht sehr komisch.“ Doch ein Schmunzeln kann sich Haerendel nicht verkneifen. Denn der Gastredner der CSU, Kommissariatsleiter Arno Helfrich, gehört zum politischen Lager auf der anderen Seite der Trennwand. Er ist der SPD-Ortsvorsitzende in Ismaning.

Und mit dem Plakat geht die CSU auf Besucherfang.

Auch Jürgen Ascherl, Ortsvorsitzender der CSU Garching, bleibt relativ gelassen angesichts der Doppelbuchung, von der er erst kürzlich erfuhr. „Die neue Wand im Saal ist blickdicht und schallschützend“, sagt er. Doch eigentlich möchte er einen solchen Kopf-an-Kopf-Termin verhindern. Ascherl suchte mit hoher Intensität eine andere Gaststätte, in der die CSU am 12. Juli diskutieren kann. Mit Erfolg. Gestern Mittag meldete die Vorsitzende der Frauen Union, dass die Veranstaltung verlegt wird. Die CSU tagt nun am 12. Juli um 19 Uhr im Augustiner. Dann trennen die beiden Parteien 250 Meter statt nur eine Trennwand.

Das dürfte vor allem den Bundestagsabgeordneten Hahn freuen. Der hatte nämlich – im Gegensatz zu Ortschef Ascherl, der den Termin auf keinen Fall absagen wollte – deutliche Worte gefunden: „Die zwei Veranstaltungen nebeneinander wird es nicht geben. Trotz Trennwand geht das nicht.“ Denn dann höre ja auch „einer das Klatschen beim anderen“. Bis zum Augustiner reicht der Applaus im Neuwirt aber wohl nicht.

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