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Ranzen, Hefte und Co.: So teuer wird der Schulstart für Eltern

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Von: Sabina Brosch

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Eine Seite voll mit den benötigten Materialien für das neue Schuljahr: Vidak kauft mit seiner Mutter bei Schreibwaren Engel in Garching für seinen Start in der 5. Klasse am Gymnasium ein.
Eine Seite voll mit den benötigten Materialien für das neue Schuljahr: Vidak kauft mit seiner Mutter bei Schreibwaren Engel in Garching für seinen Start in der 5. Klasse am Gymnasium ein. © Sabina Brosch

Die Grundausstattung für die Schüler ist nicht nur verpflichtend für den Anfang, sondern auch teuer. Wie teuer, erklären Schreibwaren- und Buchhändler aus dem Landkreis.

Landkreis/Garching – Wenn aus dem Kindergartenkind ein Schulkind wird, ist das für die Eltern nicht nur mit Freude, sondern meist auch mit erheblichen Ausgaben verbunden. 500 Euro sind da schnell verbraucht, wenn man nicht auf Schnäppchen achtet. Für die Grundausstattung eines ABC-Schützen ist der Schulranzen ein Muss. Hinzu kommen Stifte und Hefte, Malkasten, Spitzer, Radiergummi, Lineal, Pinsel, Schere, Kleber, Bastelpapier und Zeichenblock.

Alleine ein Schulranzen kostet mindestens 90 Euro. Und wenn man noch ein Set mit Feder-Mäppchen sowie Turnbeutel in passendem Design wählt, kann man da auch schon bei knapp 250 Euro landen.

Vieles aus dem Vorjahr wiederverwenden

Nicht ganz so schlimm ist das bei Kindern, die „nur“ in ein neues Schuljahr starten. „Viele haben da bereits die Grundausstattung und benötigen lediglich neue Hefte oder Einbände“, weiß Sylvia Engel vom gleichnamigen Schreibwarengeschäft in Garching. So wie Klaus (15), er kommt in die 9. Klasse am Gymnasium. Klaus hat gerade acht Hefte, drei Bleistifte, diverse Heft- und Bucheinbände sowie Schnellhefter in unterschiedlichsten Farben erstanden. 31,70 Euro hat er dafür bezahlt, „ich kann zum Glück noch vieles aus dem letzten Jahr verwenden, Zirkel, Geodreieck sind heil geblieben, das brauche ich nicht neu.“

Dass nicht jeder Radiergummi und jedes Lineal extra zum Schuljahresbeginn neu gekauft werden, merkt Engel. Viele Eltern oder Schüler geben bei ihr bereits Anfang August Materiallisten ab. Darauf steht, für welches Fach welche Utensilien gebraucht werden. Oft ist da nur das angekreuzt, was wirklich neu benötigt wird, wie Hefte. „Wir stellen das dann zusammen und der Kunde kann alles komplett einfach abholen“, sagt Engel.

Ein Service, der geschätzt wird und den Engel auch als ihren klaren Vorteil gegenüber Internetbestellungen sieht. „Die Schüler oder Eltern müssen nicht lange suchen und überlegen, ob doppelter oder einfacher Rand, ob das nun passt oder nicht.“ Schließlich habe jede Schule und auch jede Klasse eigene Anforderungen, „wenn man das selbst macht und vielleicht auch noch für mehrere Kinder, dann kostet das schon Zeit.“

Im Schnitt bis zu zehn Euro mehr

Im Schnitt, so bestätigt Engel, habe sich alles um einige Prozent verteuert. Stand im vergangenen Jahr rund 50 Euro auf dem Kassenzettel, liege man in diesem Jahr bei 55 bis 60 Euro. Und das, obwohl Engel die Preise für einige Artikel wie Hefte oder Collegeblöcke nicht erhöht hat. „Mein Mann und ich haben uns das gut überlegt, denn auch wir kaufen in diesem Jahr die Artikel teurer ein. Aber angesichts der hohen finanziellen Belastungen, die die Familien derzeit ohnehin haben, konnten wir das mit unserem Gewissen nicht vereinbaren.“

Das A4-Heft liegt bei 95 Cent, der Hefteinband bei 60 Cent, der Radiergummi bei 80 Cent und das große Lineal bei 1,30 Euro, „den Schnellhefter haben wir von 90 auf 95 Cent erhöht“, so Engel und hofft, damit den Eltern auch ein klein wenig Unterstützung zukommen zu lassen. Auch ihr Service, die Bücher einzubinden, werde sehr gut angenommen, „dieses Gefummel ist ja wirklich ein Albtraum für viele Eltern.“

Arbeitshefte und Bücher

Mit Heften und Blöcken alleine ist es jedoch nicht getan. Auf den Materiallisten, die gut eine DIN A4 Seite einnehmen, stehen auch Arbeitshefte, die die Schüler bis zum Schulbeginn besorgen müssen. Hierfür kommen sie in den Bücherladen „Sirius“ von Stephanie Schell am Bürgerplatz. „Wie teuer das wird, hängt von der Schule ab und auch von der Anzahl der Fremdsprachen“, so Schell. Die 5. Klasse Gymnasium etwa liegt bei 30 Euro mit Arbeitsheften, die 6. Klasse, wenn die zweite Fremdsprache dazu komme, dann schon bei zehn Euro zusätzlich. „Realschüler kommen im Schnitt etwas günstiger weg“, so Schell.

Ende der Ausgaben ist nicht in Sicht

Sind die Ausgaben für die ersten Wochen erst einmal überstanden, kommen übers Jahr dann noch Ausgaben für Lektüren dazu, wird der Mathe-Unterricht komplexer mit Funktionen, Kurvendiskussion, Matrizenrechnung, Ungleichungen oder Geometrie, braucht es einen leistungsstärkeren Taschenrechner. „Schulkinder sind ein ökonomischer Faktor“, sagt Engel, „und die Anschaffungen können für manche Familien durchaus eine Herausforderung sein.“

„Alles hat sich um einige Prozent verteuert“, sagen die Schreibwarenhändler Christian und Sylvia Engel.
„Alles hat sich um einige Prozent verteuert“, sagen die Schreibwarenhändler Christian und Sylvia Engel.  © sab

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