Ein Mund-Nasen-Maske liegt neben einem Federmäppchen.
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Die Mund-Nasen-Maske gehört ab Dienstag zum Schulalltag, zumindest fürr zwei Wochen. (Symbolfoto)

Wie Schulleiter und Kommunen Vorsorge für einen sicheren Unterrichtsbeginn treffen

Einbahnstraßen und Einlasskontrollen: So bereiten sich die Schulen auf den Unterrichtsstart vor

  • Charlotte Borst
    vonCharlotte Borst
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Kommenden Dienstag startet das neue Schuljahr. Die Vorbereitung an den Schulen im Landkreis München läuft auf Hochtour. Alles steht im Zeichen des Infektionsschutzes.

Landkreis – Tausende Schüler kehren am Dienstag um 8 Uhr zurück in den Unterricht. Schon vor dem ersten Unterrichtstag haben die Rektoren viel zu tun. Einiges im Schulalltag wird ungewohnt und anders sein.

Armin Eifertinger kommt gerade vom Testen. Der Direktor des Garchinger Werner-Heisenberg-Gymnasiums (WHG) ist voller Elan. In der Turnhalle lassen sich Lehrer aller Garchinger Schulen freiwillig testen, auch Mitarbeiter der Mittagsbetreuung und eines Kindergartens machen mit. „Das Ministerium hat Tests angeboten, und die Stadt hat die Chance sofort ergriffen.“ Die Garchinger Allgemeinarztpraxis Dr. Roman Ludwig organisiert die Tests zentral für alle.

Trennen von Gruppen wichtige Maßnahme

So wie er treffen Schulleiter im gesamten Landkreis gründlich Vorsorge für den Infektionsschutz. Eine wichtige Maßnahme ist das Trennen von Gruppen. Am WHG ist eine ganze Etage der Unterstufe vorbehalten, ein Stockwerk wird der Mittelstufe zugewiesen, und die Oberstufe bleibt auf einer dritten Etage unter sich. „So können wir Kohorten trennen, falls jemand infiziert ist“, sagt Eifertinger.

Es gibt eine verlängerte Ankunftszeit von 7.30 bis 8 Uhr, getrennte Ein- und Ausgänge und eine Einbahn-Regelung für die Wege im Schulhaus. „Für die Fünftklässler findet schon heute eine Videokonferenz statt, damit sie wissen, was sie am ersten Schultag erwartet“, sagt Eifertinger, „wir konnten ja keine Einführungsabende anbieten.“

„Da ist Abstimmung wichtig“

Er klingt optimistisch: „Ich tausche mich viel mit anderen Schulleitern aus, höre, welche Ideen die Kollegen haben und überlege, ob wir sie auch umsetzen.“ Überhaupt gibt es viel Kommunikation, gerade unter den Garchinger Einrichtungen. Die Stadt lädt regelmäßig zu einem runden Tisch ein: „Unsere Schüler haben ja Geschwister in anderen Schulen und Kindergärten“, erklärt Eifertinger, „da ist Abstimmung wichtig.“

Die Corona-Maßnahmen wurden ständig aktualisiert. Jetzt gilt es, die Vorgaben des Kultusministeriums umzusetzen. Stefan Ambrosi, Schulleiter der Realschule Ismaning, ist zuversichtlich: „An den ersten neun Unterrichtstagen tragen Schüler und Lehrer die Mund-Nasen-Maske, das ist nötig, um die erste Welle im Vollbetrieb durchzustehen.“ Pädagogisch sei es nicht ganz einfach, räumt er ein, „dass die Mimik unterhalb der Augen wegfällt. Aber das ist jetzt halt so.“ Wichtig sei, dass der Vollbetrieb zwei Wochen läuft und Kontakt und Vertrauen zwischen Schülern und Lehrern wachsen.

Einlasskontrolle am Tor

Die 300 Schüler der Mittelschule Taufkirchen werden am Dienstag schon an den Schultüren empfangen werden. „Es gibt eine Einlasskontrolle, die Kinder müssen Maske tragen und einzeln eintreten“, sagt Rektorin Nikola Kurpas. Kommen die Schüler im Klassenzimmer an, heißt es: Hände waschen. Erst danach nehmen sie an Einzeltischen Platz.

So streng die Hygieneregeln sind – beim Unterrichtsstoff werden die Klassen einen eher sanften Start erleben. „Der Lehrplan bietet viel Freiraum für Wiederholen und individuelles Fördern, so kommen alle erst mal auf den gleichen Stand“, und das klingt aus dem Mund der 41-Jährigen positiv unverzagt.

Wolldecke mitbringen

Neu ist auch an der FOS in Haar einiges, vor allem das strikte Lüften. „Spätestens alle 30 Minuten werden die Fenster aufgerissen“, kündigt Nicola Tauscher-Meric an. Die Schulleiterin hat den Schülern geraten, „sich kuschlig anzuziehen und vielleicht eine Decke mitzunehmen“. Eine Küche ist eingerichtet, da können sich die 660 jungen Frauen und Männer Tee kochen. Das Landratsamt hat zusätzliche Reinigungskräfte engagiert und überall Desfinektionsspender aufstellen lassen. Tagsüber werden Türgriffe, Geländer und Toiletten regelmäßig desinfiziert.

Zusätzlicher Schulbus

Große Herausforderungen stehen an, doch es gibt auch jetzt schon die ein oder andere Bereicherung: „Schön ist, dass unser ganzes Kollegium an der freiwilligen Online-Schulung des Ministeriums teilgenommen hat“, erzählt Armin Eifertinger vom WHG in Garching. Das Landratsamt hat einen zusätzlichen Bus finanziert, damit sich die Fahrschüler nicht drängeln müssen. Auch für den Fall, dass eine Klasse auf Homeschooling umsteigen muss, ist vorgesorgt. „Die Stadt hat einen Klassensatz von 35 Leih-Laptops angeschafft.“ Eifertinger war es wichtig, dass Eltern nicht um ein Gerät bitten müssen. „Die ganze Klasse bekommt automatisch das gleiche Gerät.“

Doch zunächst freut er sich auf das Wiedersehen mit den Schülern: „Die ersten zwei Wochen sind entscheidend. Wir sehen sie als ein Herantasten an die Situation.“#

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