Ganz auf ein Festprogramm verzichten wollen die Schulen zum Abitur 2020 im Landkreis München nicht.
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Ganz auf ein Festprogramm verzichten wollen die Schulen zum Abitur 2020 im Landkreis München nicht.

Abitur: Zeugnisübergabe im Corona-Modus

Großer Akt im kleinen Rahmen: So laufen die Abi-Feiern heuer im Landkreis München

  • Doris Richter
    vonDoris Richter
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Feiern verboten: Das gilt auch für die Abiturienten, die heuer das Gymnasium verlassen. Doch so manche Schulen und Schüler werden kreativ, was die Zeugnisübergabe und Abiturfeier angeht.

Landkreis – „Das trifft die Abiturienten und ihre Familien heuer hart“, hatte Landrat Christoph Göbel jüngst in einem Pressegespräch gesagt und meinte damit die aktuellen Corona-Regelungen, die Abiturfeiern wie in der Vergangenheit üblich heuer unmöglich machen. 50 Leute drinnen und maximal 100 Menschen im Freien sind seit 22. Juni bei derartigen Feiern erlaubt. An den Schulen ist daher heuer Kreativität gefragt, um die Schülern dennoch würdig zu verabschieden.

Kirchheim

„Schwierig“, sagt Gabriele Brandmeier, Oberstufenkoordinatorin am Gymnasium Kirchheim, wo 138 junge Männer und Frauen heuer Abitur geschrieben haben. Im großen Rahmen wollten sie das am 17. Juli feiern, mit Programm, Buffet und Musik im Augustiner Keller. Doch daraus wird wegen Corona heuer nichts. „Wir werden vermutlich eine Zeugnisübergabe in unserer Aula organisieren“, sagt Gabriele Brandmeier. Um die Auflagen einzuhalten, werden die Schüler wohl nach ihren Kursen aufgeteilt, im Schnitt etwa 20 Personen, dazu noch eine oder zwei Begleitpersonen – mehr geht nicht. Mit getrenntem Ein- und Ausgang – und „möglichst feierlichem Rahmen“.

Grünwald

In Grünwald wird der erste Abijahrgang mit 44 Schülern gemeinsam verabschiedet. Um die Vorgaben einzuhalten jedoch ohne Beisein der Eltern. Sollte sich hinsichtlich der Infektionsschutzregeln noch Lockerungen ergeben, will die Schulleitung noch mal umplanen.

Garching

Am Werner-Heisenberg-Gymnasium in Garching hat man verschiedene Pläne in der Schublade. „Je nach politischer Entscheidung nehmen wir dann A, B oder C“, sagt Schulleiter Armin Eifertinger. „Für uns ist vor allem wichtig, dass die Schüler einen Abschluss finden und dass dieser auch Familiencharakter hat.“ 130 Abiturienten werden heuer verabschiedet. „Wir haben die Möglichkeit, dafür unsere Dreifachturnhalle zu nutzen, da ist Abstand kein Problem, oder wir veranstalten die Übergabe draußen.“ Um den vorgegebenen Rahmen einzuhalten, kann sich Eifertinger auch vorstellen, die Abiturienten am 17. Juli schichtweise zu verabschieden. „Die ersten am Freitag, die letzten vielleicht am Sonntag.“ Ein Hygienekonzept für die Veranstaltung muss das Gymnasium wie alle anderen beim Landratsamt vorlegen. „Man muss abwarten, denn wenn wir bis dahin vielleicht einen Corona-Fall an der Schule haben, wäre ohnehin wieder alles anders“, so Eifertinger.

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Unterschleißheim

Den Abiturienten einen möglichst schönen Abschluss gestalten – das war auch immer oberstes Ziel am Carl-Orff-Gymnasium in Unterschleißheim. In enger Zusammenarbeit mit den 137 Abiturienten hat man sich nun auf ein Konzept festgelegt. „Die Schüler haben klargemacht, wie wichtig ihnen diese Zeugnisübergabe ist“, erzählt die stellvertretende Schulleiterin Greta Schicker. „Immerhin war ihnen heuer nichts vergönnt, kein Abiball, kein Abistreich.“ Damit es trotzdem feierlich wird und – das war den Schülern ganz wichtig – die Eltern mit dabei sein könne, gibt es nun fünf Gruppen. Je 25 Abiturienten bekommen dann im Beisein ihrer Eltern ihr Zeugnis verliehen. Auch einige Lehrer werden dabeisein können. Um die Obergrenze von 100 einhalten zu können, finden die Feiern im Freien vor dem Haupteingang statt. „Etwa zwei Stunden wird das pro Gruppe dauern“, sagt Greta Schicker. Einige Reden müssen dann fünf Mal gehalten werden. Und jede Gruppe hat die Möglichkeit, ihre Feier für sich noch individuell mitzugestalten. Freitag- und Samstagnachmittag und -abend hat die Schule dafür eingeplant. Sollte das Wetter nicht mitspielen, gibt es einen Notfallplan für die Aula – dann allerdings nur mit einem Elternteil.

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Schäftlarn

Auch am Gymnasium Schäftlarn werden die Abiturienten aufgeteilt. In zwei Gruppen gibt es um 10 und um 15 Uhr zunächst einen Gottesdienst und anschließend eine feierliche Zeugnisübergabe mit ausreichend Abstand in der Turnhalle, bei welcher auch Eltern mit dabei sind.

Oberhaching

Am Gymnasium Oberhaching hatte man lange über einen geeigneten Rahmen nachgedacht. Das Problem: „Der Wunsch der Schüler als Gruppe zu feiern und der Wunsch der Eltern bei der Zeugnisvergabe mit dabei zu sein, gehen nicht zusammen“, sagt Schulleiter Mathias Müller. Nun hat man sich auf einen Kompromiss geeinigt: Die Feier findet in zwei Etappen auf dem Campus vor dem Haupteingang statt. Die 106 Abiturienten werden in zwei Gruppen verabschiedet, dafür können die Eltern dabei sein. „Wir werden Biergarnituren aufstellen und Plätze für jede Familie ausweisen“, erklärt Müller. Und das bei jedem Wetter. „Die Möglichkeit in dieser Größenordnung nach drinnen zu gehen, haben wir nicht“, so Müller und betont: „Das sind die Planungen Stand jetzt – sollten sich die Vorgaben nicht doch noch ändern.“

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