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Das persönliche Gespräch kann kein Online-Shopping ersetzen, sagt Bürgermeister Dietmar Gruchmann (2.v.l) bei der Eröffnung der Herbsttage.

Garchinger Herbsttage

Lokale Betriebe kämpfen gegen die Online-Konkurrenz

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Garching - Tausende Besucher sind bei herrlichem Wetter zu den Garchinger Herbsttagen geströmt. Die dominierende Frage bei der Gewerbeschau lautete: Wie können sich Einzelhändler gegen die Konkurrenz aus München und dem Internet wappnen?

Vera hat den undankbarsten Job an diesem Tag. Die Mitarbeiterin einer Werbefirma steht bei strahlender Sonne und 30 Grad auf dem Bürgerplatz – in einem Fuchskostüm aus Plüsch. Das Tier ist das Maskottchen der Garchinger Firma Pradler, für die Vera heute bei den Herbsttagen unterwegs ist. „Ganz schön heiß hier drin“, sagt sie grinsend, während sie im Bürgerhaus einen neuen Stapel Werbezettel einpackt. „Da hilft nur viel trinken.“ 

Während Vera wieder von dannen zieht, raus in die Hitze, sitzen ihre Kolleginnen am Stand und backen Waffeln. Neben ihnen berät Albert Pradler, der den Heimwerkermarkt samt Schreinerei seit Jahrzehnten mit seinem Bruder führt, ein älteres Ehepaar, das sich für Einbauschränke interessiert. „Man muss sich zeigen“, erklärt er wenig später den Aufwand, den seine Firma für diese Gewerbeschau im Herzen der Stadt betreibt. Die Firma Pradler ist einer von 85 Betrieben, die im Bürgerhaus und in der Fußgängerzone ihr Angebot präsentieren. 

Es ist die sechste Auflage der Herbsttage, die eigentlich erst nächstes Jahr stattfinden sollte, nachdem sich viele Betriebe dafür ausgesprochen hatten, vom Zwei- zum Drei-Jahres-Rhythmus zu wechseln. Doch weil das Bürgerhaus ursprünglich 2017 hätte saniert werden sollen, entschied sich der Gewerbeverband, die Veranstaltung bereits heuer durchzuziehen. 2314 Betriebe zähle man in Garching, sagt Bürgermeister Dietmar Gruchmann (SPD) – „vom kleinen Ladengeschäft bis zum Global Player“. 

Dass es gerade Erstere in der Stadt nicht leicht haben, ist hinlänglich bekannt. Von daher empfiehlt der Rathauschef den Besuchern, bei den Herbsttagen „mit den lokalen Anbietern ins Gespräch zu kommen“. Denn das sei etwas anderes als „Call-Center-Warteschleifen und das anonyme Online-Shopping“. Die stellvertretende Landrätin Annette Ganssmüller-Maluche (SPD) findet gar: „Solche Tage sind eine Möglichkeit für den Einzelhandel, den Onlinehandel in Gefahr zu bringen“ – eine Beziehung, die sonst eher andersrum gilt. Und Salvatore Disanto appelliert als Vorsitzender des Gewerbeverbands: „Unterstützen Sie mit ihrem Einkauf das Gewerbe vor Ort.“ Schließlich seien die Betriebe dafür verantwortlich, „dass wir in Garching eine lebendige Stadtmitte haben“. Letzteres trifft zumindest an diesem Tag fraglos zu. 

Tausende Garchinger flanieren über Bürger- und Rathausplatz, wo sich die Betriebe einiges haben einfallen lassen. Bei „Monis kleine Farm“ können die Besucher Alpakas streicheln, ehe sie sich im Ultraball des VfR Garching drehen; das Autohaus Baudisch hat einen Segway-Parcours aufgebaut, und gleich daneben feiert das „Garchinger Campus Bräu“ Premiere, das bald auf dem Forschungsgelände gebraut wird. Die ersten Gläser schenkt Bürgermeister Gruchmann ein, der diesmal jedoch nicht anzapfen muss. „Zum Glück“, sagt er grinsend. „Das ist immer gefährlich, wenn man Anzug trägt.“

Patrik Stäbler

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