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Rund 180 Garchinger kommen zur Bürgerversammlung.

Tipp vom erbosten Bürgermeister

Lüften würde helfen gegen Mief am Gymnasium Garching

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Garching - Zumindest die Garchinger sind ja überzeugt davon, dass ihr Gowirich einen ähnlichen Bekanntheitsgrad hat wie Franz Beckenbauer. Schließlich war der Bajuwarenchef und Namensgeber des Orts bei der 1100-Jahr-Feier omnipräsent – im Logo, als XXL-Kopf auf dem Rathausplatz und natürlich in Person der Casting-Gowirichs Geisel, Euringer und Fölsner.

Umso größer ist das Gemurmel unter den 180 Besuchern bei der Bürgerversammlung im Bürgerhaus, als auf der Leinwand plötzlich von „drei Gruberichen“ die Rede ist, denen Bürgermeister Dietmar Gruchmann (SPD) seinen Dank ausspricht. Zumindest der Schriftdolmetscher, der die gesprochenen Worte an diesem Abend simultan auf die Leinwand bringt, hat offenbar noch nie vom ersten Garchinger Häuptling gehört.

Gruberich statt Gowirich - Mia gangst!

Das heutige Stadtoberhaupt kann das nicht stören. Wie schon vor sechs Tagen in Hochbrück, so legt Gruchmann einen zweistündigen Rechenschaftsbericht vor, in dem er naturgemäß die positiven Nachrichten hervorkehrt. So gibt er sich betont optimistisch beim Thema Kommunikationszone; jenem Neubaugebiet im Norden, das einmal bis zu 2700 Menschen beheimaten soll.

Neuer Stadtteil für 2700 Menschen

Hier stünden die Gespräche mit den Grundstückseignern kurz vor dem Abschluss. Wie am Schleißheimer Kanal in Hochbrück wolle die Stadt das Modell der Sozialen Bodennutzung (Sobon) umsetzen, einen Teil der Fläche für sozialen Wohnraum und für ein Einheimischenmodell vorhalten.

In der Kommunikationszone soll neben einem Kinderhaus auch eine neue dreizügige Grundschule entstehen. Dorthin könnten zunächst die Schüler der Grundschule-Ost umziehen, ehe deren Schule entweder saniert oder neu gebaut wird. Um die Ost-Schule, die jetzt schon aus allen Nähten platzt, bis dahin zu entlasten, habe man eine Änderung des Schulsprengels beantragt: Künftig ist im Süden von Garching nicht mehr die Münchner Straße sondern der Auweg die Grenzen.

Bürgerhaus-Sanierung für sechs Millionen Euro

Entspannt berichtet Gruchmann von der geplanten Sanierung des Bürgerhauses für gut sechs Millionen Euro, vom Ortspark, in dem heuer die ersten Arbeiten anstehen, und von der öffentlichen Toilette am Maibaumplatz, die endlich kommt.

Ärger um CO2-Werte am Gymnasium

Nur einmal verdunkeln sich die Gesichtszüge des Bürgermeisters und er wird lauter – beim Thema Garchinger Gymnasium. Dessen Schulleitung hatte sich wie berichtet über die Belüftungsanlage in dem Neubau beschwert. Die funktioniere nicht richtig. Nun hat der Elternbeirat nachgelegt und in einem Brief an alle Elternsprecher, der dem Münchner Merkur vorliegt, geklagt: „Es kann nicht sein, dass eklatante Fehlplanungen und langwierige Machtspiele zwischen den beteiligten Parteien zu Lasten der Gesundheit und Leistungsfähigkeit unserer Kinder gehen!“

Werden nur Ängste geschürt?

Dem entgegnet Bürgermeister Ditmar Gruchmann: „Ich finde es nicht in Ordnung, wie in der Öffentlichkeit Ängste geschürt werden.“ Er verweist auf ein Gutachten, das zwar von „hygienisch auffälligen“ CO2-Werten spreche – „aber nicht bedenklich oder schädlich“, betont der Bürgermeister. Vielmehr werde in dem Gutachten empfohlen, nach einer Schulstunde stoßzulüften. „Sie müssen zu Hause auch ab und zu das Fenster aufmachen“, sagt Gruchmann und fügt spitzzüngig hinzu: „Ja, das ist verbrauchte Luft – aber das ist nicht tödlich."

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