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Macht die Luft am WHG krank? Schulleitung, Eltern und Bürgermeister sind da unterschiedlicher Auffassung.

Krisengipfel

Macht die Luft am Gymnasium Garching krank?

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Garching - Hier klagt der Elternbeirat über stickige Räume und Schüler mit Kopfweh. Dort zitiert der Bürgermeister ein Gutachten, wonach die Messwerte unbedenklich seien: Im Streit um die Luftqualität im Garchinger Gymnasium hat ein Krisengipfel keine Lösungen gebracht.

Herrscht im Werner-Heisenberg-Gymnasium in Garching dicke Luft? Oder sind sie Vorwürfe von Elternbeirat und Schulleitung nur heiße Luft? Um diese Fragen sollte sich ein Krisengipfel im Rathaus drehen, doch hinterher zeigen sich beiden Seiten ernüchtert.

„Ich bin ehrlich gesagt enttäuscht“, bilanziert Alexandra Krapf vom WHG-Elternbeirat nach dem Treffen mit Bürgermeister Dietmar Gruchmann (SPD). Und auch er als Zweckverbandsvorsitzender bekennt: „Ich glaube nicht, dass uns das weiter gebracht hat.“ 

Krisengipfel führt nicht weiter

Streitpunkt ist die Raumluftqualität im Gymnasium, das 2013 erbaut wurde. Schon vor fast einem Jahr hatte Schulleiter Martin Eidenschink moniert, dass „die Belüftungsanlage in der Schule nicht gut funktioniert“. Dazu berichtete Lehrer Ralf Laupitz von Kollegen und Schülern, die über Kopfweh und Unwohlsein klagten.

Bürgermeister verweist auf Gutachten

Im Gegenzug verwies Gruchmann auf ein Gutachten der Dekra. Dieses habe zwar „hygienisch auffällige“ CO2-Werte gemessen, aber keine Schadstoffe. Überdies seien laut Gutachten „keine weiteren Maßnahmen notwendig“, zitierte der Bürgermeister. 

Das freilich konnte weder Schulleitung noch Elternbeirat beruhigen. Letzterer klagte unlängst in einem Brief an sämtliche Klassenelternsprecher über die hohe CO2-Belastung im Gebäude. Und weiter: „Es kann nicht sein, dass eklatante Fehlplanungen und langwierige Machtspiele zwischen den beteiligten Parteien zu Lasten der Gesundheit und Leistungsfähigkeit unserer Kinder gehen.“

Konter bei der Bürgerversammlung

Diese Attacke stieß wiederum dem Garchinger Rathauschef sauer auf, der bei der Bürgerversammlung konterte: „Ich finde es nicht in Ordnung, wie in der Öffentlichkeit Ängste geschürt werden.“ Dies habe er dem Elternbeirat auch beim Treffen im Rathaus verdeutlicht und betont, dass die CO2-Werte „nicht bedenklich oder schädlich“ seien. „Es bestehen keine gesundheitlichen Gefahren“, folgert Gruchmann. „Wenn 30 Schüler in einem Raum sind, dann muss man nach 45 Minuten eben das Fenster aufmachen.“

Elternbeirat fürchtet um Kinderwohl

Damit will sich der Elternbeirat aber nicht zufrieden geben. „Ich habe den Eindruck, dass das Wohl der Kinder hier missachtet wird“, legt Vorsitzende Alexandra Krapf nach. Sie hat nun beim Bürgermeister beantragt, Einsicht in das Dekra-Gutachten zu bekommen. Selbiges habe man bislang geheim gehalten, „weil es da schnell zu Fehlinterpretationen kommt“, sagt Gruchmann. Beim nächsten Treffen solle der Zweckverband jedoch erörtern, ob er das Gutachten öffentlich mache. „Außerdem werden wir noch mal besprechen, wie wir mit der Verunsicherung umgehen, die momentan vorhanden ist."

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