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Modernes Forschungsterrain sollen die Mitarbeiter im Neubau finden, der ab 2018 in Garching errichtet wird.

 Max-Planck-Gesellschaft baut nächstes Institut auf dem Forschungscampus

Mutter Physik kommt nach Garching

Von Freimann auf den Forschungscampus: Das Max-Planck-Institut für Physik zieht nach Garching. Der Neubau kostet mindestens 54 Millionen Euro.

Garching – Die Technische Universität München feiert gefühlt jede zweite Woche eine Grundsteinlegung, einen Spatenstich oder eine Eröffnung auf dem Garchinger Forschungscampus. Dazu kommen der Bau der gigantischen Neuen Mitte (Galileo) und des Astronomie-Erlebniszentrums Eso-Supernova, die beide heuer eröffnet werden sollen. Und nicht zuletzt will 2017 auch die Fraunhofer-Gesellschaft mit der Errichtung ihres neuen Instituts beginnen.

Bei all diesen Großprojekten gerät ein weiterer Big Player auf dem Campus fast in Vergessenheit: die Max-Planck-Gesellschaft. Ihr Institut für Plasmaphysik gehörte 1960 zu den ersten Einrichtungen überhaupt, die sich neben dem kurz zuvor erbauten Atomei ansiedelten; heute ist der Verein mit vier Instituten und insgesamt fast 1500 Mitarbeitern in Garching vertreten. Und damit nicht genug. Im Jahr 2020 soll eine weitere Einrichtung hinzukommen: Wie die Max-Planck-Gesellschaft (MPG) gegenüber dem Münchner Merkur bestätigt hat, wird das Institut für Physik mit allen fast 350 Mitarbeitern von Freimann nach Garching umziehen.

Die ersten Vorbereitungen hierfür sind schon heuer geplant: Um Platz für den Neubau zu schaffen, werde man den Parkplatz an der Gießenbachstraße verlegen, der sich südlich des Max-Planck-Instituts für Plasmaphysik befindet, sagt Susanne Steidele, Referatsleiterin der Bauabteilung der MPG. An dieser Stelle soll ab Frühjahr 2018 ein zweiteiliges Gebäude entsteh08en, das nach aktueller Planung 2020 bezogen wird.

Der Neubau, dessen Haupteingang zur Boltzmannstraße zeigt, wird zum einen aus einem dreigeschossigen Hauptgebäude bestehen, in dem Labore und Büros untergebracht sind. Zum anderen ist ein etwas kleineres, zweigeschossiges Werkstattgebäude geplant, unter anderem mit einer großen Montagehalle. Der Baukörper ist 105 Meter lang und 65 Meter breit; die Geschossfläche liegt bei 20 000 Quadratmetern. Die Baukosten wurden bei der Ausschreibung im Jahr 2015 mit 54 Millionen Euro beziffert; da die Baupreise in der Region seitdem aber deutlich gestiegen sind, dürfte die tatsächliche Summe höher liegen.

Als Grund für den Umzug nach Garching führt Steidele Zweierlei an. Zum einen sei das aktuelle Gebäude in Freimann denkmalgeschützt und ließe sich daher nur bedingt auf den neuesten Stand der Technik bringen. Zum anderen wolle die MPG Synergien nutzen, da sich in Garching bereits ihre Institute für Quantenoptik, Plasmaphysik, Astrophysik und extraterrestrische Physik befinden. Die drei Letzteren sind als Tochterinstitute in den 1960er und 1970er Jahren aus dem Institut für Physik hervorgegangen. Nun, nachdem die Kinder längst flügge geworden sind, zieht ihnen die Mutter hinterher.

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