Wirtin Monika Rieger Neuwirt Garching
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„Bei uns sitzen manche im Januar noch im Biergarten“ und das ganz ohne Heizpilz, sagt Monika Rieger vom Neuwirt in Garching.

Gastwirte im Landkreis München bereiten sich auf Winter vor

Mit Lammfellen unterm Heizpilz

  • Laura Forster
    vonLaura Forster
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Herbst und Winter kommen bestimmt. Dann ist auch die Biergartensaison vorbei. Wirte im Landkreis München bereiten sich vor. Am Thema Heizpilze scheiden sich jedoch die Geister.

Landkreis – Wassertropfen sammeln sich in einer Pfütze auf dem Boden zwischen den Biergartentischen, kalter Wind wirbelt die ersten braunen Blätter durch die Luft, das Thermometer geht auf die fünf Grad zu: Auch wenn sich der Herbst aktuell von seiner freundlichen Seite zeigt, ließ er in den vergangenen Tagen auch schon sein ungemütliches Gesicht sehen. Es wird kalt. Und das bedeutet: Die Biergartensaison ist angezählt. Zum Leidwesen vieler Wirte – denn jetzt beginnt eine herausfordernde Zeit für sie. Sie wollen trotz kälterer Temperaturen keine Gäste verlieren. Schwierig, denn in Innenräumen fallen wegen der Corona-Regeln viele Plätze weg. Die Hoffnung geben die Wirte im Landkreis jedoch nicht auf.

„Dass wir flexibel sein müssen, wissen wir.“

„Dass wir flexibel sein müssen, wissen wir“, sagt Monika Rieger, die seit über 50 Jahren Wirtin des Gasthofes Neuwirt in Garching ist. Das hat sie vor allem in den vergangenen Monaten gelernt. „Man weiß ja nie, was morgen ist.“ Trotz allem sei sie mit dem Sommergeschäft zufrieden. „Vor allem am Abend waren viele Gäste da“, sagt Rieger. Auch ein paar kleine Feiern mit 20 bis 30 Gästen fanden im Neuwirt statt. „Wir hatten auch eine Hochzeit“, erinnert sich Rieger. „Aber es war alles sehr bescheiden.“ Ende Oktober ist eine Geburtstagsparty geplant. Ob sie auch gefeiert wird, ist noch nicht klar. „Die Gäste können bei uns auch einen Tag vorher absagen“, sagt die Wirtin. Das Team und sie nehmen die Dinge so, wie sie eben gerade kommen.

Heizpilze kommen für die Garchinger Wirtin nicht in Frage - aus Umweltgedanken.

Auch wenn der Sommer endet, hat Rieger keine Angst vor den kommenden kalten Monaten. „Bei uns sitzen manche auch im Januar noch im Biergarten.“ Vor allem jetzt zieht es viele Gäste eher nach draußen. Das bestätigt auch Angela Inselkammer, Präsidentin des Bayerischen Hotel- und Gaststättenverbands Dehoga und Geschäftsführerin des Ayinger Brauereigasthofs: „Obwohl die Hygienekonzepte im Gastgewerbe sehr gut funktionieren, wollen einige Gäste doch eher draußen sitzen.“ Inselkammer sieht es als eine wirkungsvolle Maßnahme, die momentan vielerorts verbotenen Heizpilze zu erlauben. Das kommt für Wirtin Rieger nicht in Frage: „Für mich sind die umweltschädlich.“

In Pullach: Ein halbes Dutzend Heizstrahler auf einer 800 Quadratmeter großen Terrasse.

Aber nicht alle Gastronomen teilen ihre Meinung. Der Gasthof Rabenwirt in Pullach etwa hat diesen Herbst ein halbes Dutzend Heizstrahler auf der 800 Quadratmeter großen Terrasse mit Blick ins Isartal aufgestellt. „Das ist umwelttechnisch nicht der Traum“, sagt Wirtin Sibylla Abenteuer. Aber in der derzeitige Situation eine gute Lösung. Abenteuer und ihre Mitarbeiter sind derzeit mitten in den Renovierungsarbeiten der Außenflächen. „Heute kommen die Loungen“, sagt die Wirtin. Der überdachte Teil der Terrasse wird mit gemütlichen Sitzecken und Lammfelldecken verschönert. 80 bis 90 Gäste sollen sich hier auch im Winter wohlfühlen.

Die Wirtin hat sich Ideen überlegt, damit das gute Geschäft nach der schwierigen Zeit im Frühjahr nun nicht einbricht. Denn „die letzten Monate waren sehr erfolgreich“, sagt sie. „Es war sogar noch mehr los als in den vergangen Jahren.“ Das liege daran, dass viele Münchner Ausflüge in die Umgebung gemacht haben. Auch die Veranstaltungen laufen langsam wieder an, zwar nur im kleinen Kreis, dafür aber mehrmals die Woche. Damit das auch so weiterläuft, hat sich Abenteuer das Wintergrillen ausgedacht. So können Weihnachtsfeiern auch nach draußen verlegt werden. „Zwei Feiern mit etwa 25 Leuten stehen schon fest“, sagt die Wirtin. Trotz des nahenden Winters ist sie zuversichtlich. Abenteuer ist sich jedoch auch sicher: „So wie im Sommer, so geht es nicht weiter.“

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