Zwei bögenförmige Wege mit vielen Angeboten

Mitreden beim Bürgerpark Garching

Vier Millionen Euro kostet der geplante Bürgerpark in Garching. Bislang scheint das Interesse der Bürger jedoch mau zu sein.

 Garching – Harald Kirchner zumindest mangelt es nicht an Zuversicht, was den Bürgerpark angeht. Sollte dieser ein Erfolg werden, „und davon bin ich überzeugt“, sagt der Garchinger beim Bürgerforum im Bürgerhaus, „gibt es dann Möglichkeiten, um den Park zu erweitern?“ Mit dieser Frage hat nicht mal Ulrike Tuchnitz gerechnet. „Ich denke“, antwortet die Landschaftsarchitektin vom Büro Adler & Olesch nach einer kurzen Pause lächelnd, „wir werden erst mal ganz schön zu knabbern haben, bis wir alles umgesetzt haben, was wir uns vorstellen – allein von den Geldern her.“

Denn die geschätzten Kosten für den Bürgerpark, der sich vom Hüterweg zum Wiesäckerbach erstreckt, liegen bei gut vier Millionen Euro. Wobei Bürgermeister Dietmar Gruchmann (SPD) stets betont, dass dies ein langfristiges Projekt sei, bei dem sich die Stadt peu à peu voranarbeite. Und nicht nur die Stadt: Der Park war von Anfang an als Mitmachprojekt geplant, bei dem Bürgerbeteiligung groß geschrieben wird. Daher hat die Stadt nun zu einem zweiten Bürgerforum eingeladen, zu dem bloß etwa 15 Besucher erscheinen.

Die diskutieren dafür umso angeregter über die Pläne, die Ulrike Tuchnitz vorstellt. Demnach soll der Bürgerpark über zwei Hauptwege verfügen – einer mit Asphalt, einer mit Schotter – die bogenförmig vom Hüterweg im Südwesten nach Nordosten verlaufen. Nördlich und südlich davon soll es zwei große Wiesen geben; eine davon ist als Spiel- und Liegewiese gedacht, die andere wird seltener gemäht, da hier der ökologische Gedanke im Vordergrund steht. Entlang der Wege sollen im Endausbau des Parks allerlei Angebote entstehen: vom Abenteuerspielplatz bis zum Rodelhügel, vom Obsthain bis zum Basketballplatz, vom Bürgergarten bis zum Kneippbecken. Und und und.

All das ist aber Zukunftsmusik – wobei die ersten Arbeiten bereits gemacht sind. So habe man die Wege vorbereitet und das abgetragene Material für den Rodelhügel genutzt. Und ab dem Frühjahr wird es weitergehen, sagt Ulrike Tuchnitz. Dann sollen die Wege so weit fertiggestellt werden, dass man sie als Schotterwege nutzen kann; überdies werden 2017 die Hügel modelliert, der Eingangsbereich im Westen des Parks gestaltet, die zwei Wiesen angelegt, und es soll ein Baumhain rund um die Geothermiefläche entstehen. Eine große Pflanzaktion sei für den 6. Mai geplant, kündigt der städtische Umweltreferent Christoph Marquart an, als „kleine Eröffnungsfeier für den Park“.

Gut 300 000 Euro plus Reste aus dem Vorjahr seien im Haushaltsentwurf für 2017 vorgesehen, berichtet Gruchmann. In den folgenden Jahren sollen dann die einzelnen Segmente des Parks gestaltet werden – „je nachdem, wie’s mit der Finanzierung aussieht“, sagt Ulrike Tuchnitz.

Bei der folgenden Diskussion erkundigt sich Danielle Löhr, wie es mit den Themen Hunde und Sauberkeit im Park aussehen werde. Hierauf entgegnet Marquart, dass eine Anleinpflicht vorerst nicht geplant sei; um Ordnung und Sauberkeit werde sich die Stadt kümmern.

Angeregt debattiert wird über die Notwendigkeit von Toiletten. Diese seien teuer und mit dem Budget für dieses Jahr nicht zu stemmen, erklärt Ulrike Tuchnitz auf Nachfrage. Mittelfristig sei aber geplant, auf dem Aktionsplatz mitten im Park, wo dereinst auch ein Festzelt aufgebaut werden kann, nicht nur Toiletten sondern sogar einen Kiosk zu errichten.

In dem Zusammenhang bringt der Bürgermeister die Idee eines Waldkindergartens ins Spiel, „was die Sache beschleunigen würde“. Denn in diesem Fall müssten den Kindern Toiletten zur Verfügung stehen. „Das wäre eine Möglichkeit“, so Gruchmann, „wie wir Finanzmittel aus anderen Ressorts in den Bürgerpark lenken könnten“.

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