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Mittelschule auf Max Mannheimer taufen

Die Garchinger SPD will eine Schule oder eine prominente Straße nach dem kürzlich verstorbenen Max Mannheimer benennen.

Garching – Die Garchinger SPD will eine Schule oder eine prominente Straße nach dem kürzlich verstorbenen Max Mannheimer benennen. Dieser Vorschlag des früheren Ortsvereinschefs Christian Rotter stieß bei der Mitgliederversammlung auf große Zustimmung. Die Vorsitzende Ulrike Haerendel kündigte an, bei der Stadtratsfraktion für den entsprechenden Antrag zu werben.

„Schule und Max Mannheimer gehören zusammen“, erklärte Christian Rotter. Der KZ-Überlebende, der bis zu seinem Tod im September in Haar lebte, hatte als Zeitzeuge jahrzehntelang Schulen besucht; seit Herbst 1946 war Mannheimer SPD-Mitglied.

Nun könne er sich gut vorstellen, sagte Rotter, die bislang namenlose Mittelschule nach Max Mannheimer zu benennen. Der SPD-Mann ging dabei auch auf die Geschehnisse in Bad Aibling ein, wo der Stadtrat zunächst eine neue Straße auf den Namen Mannheimers taufen wollte, dann aber einen Rückzieher machte – offenbar auch aus Angst vor rechten Schmierereien. „Ich denke, wir in Garching können das anders regeln“, sagte Christian Rotter. Sein Vorstoß wurde einstimmig angenommen, wobei Ulrike Haerendel auch die Möglichkeit ins Spiel brachte, statt einer Schule eine prominente Straße nach Max Mannheimer zu benennen, etwa im Neubaugebiet der Kommunikationszone.

Derweil unternahm Rotter noch einen weiteren Vorstoß zum Thema Straßennamen, der jedoch weniger enthusiastisch von den Genossen aufgenommen wurde. So forderte er, die Hindenburgstraße in Hochbrück umzubenennen. Dass diese den Namen von „einem der Mitinitiatoren der größten Katastrophe in Europa“ trage, „geht für die SPD gar nicht“, sagte Rotter.

Über die nach dem Reichspräsidenten benannten Hindenburgstraßen gibt es landesweit immer wieder Debatten. Zuletzt hat sich etwa die Stadt Freiburg dafür ausgesprochen, ihre Hindenburgstraße umzubenennen.

In Garching freilich sei die Sachlage vermutlich eine andere, sagt Rudolf Naisar, SPD-Stadtrat sowie Hochbrück- und Geschichtsexperte. „Ich kann mir nicht vorstellen, dass diese Straße sich auf den Reichspräsidenten bezieht.“ Vielmehr sei der Namensgeber wahrscheinlich der polnische Ort Zabrze in Oberschlesien, der von 1915 bis 1946 Hindenburg hieß. Bekanntlich siedelten nach dem Krieg viele Vertriebene in Hochbrück an. So gibt es in dem Stadtteil beispielsweise auch eine Tannenbergstraße, die nicht etwa wegen der berühmten Schlacht so heißt, sondern wegen des Orts Tannenberg, dem heutigen Stebark in Nordpolen.

Patrik Stäbler

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