Mülltonne in einer Straße
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Künftig wird die Entsorgung in Garching teurer.

Entsorgung

Müllgebühren in Garching steigen um 65 Prozent

  • Sabina Brosch
    vonSabina Brosch
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Die Gebühren für die Restmüllentsorgung in Garching werden erhöht. Kostenfrei bleibt weiterhin die Nutzung von Bio- und Papiertonnen.

Garching – Wer im kommenden Jahr die Abrechnung für die Entleerung der Restmülltonne öffnet, wird sich wohl über eine kräftige Erhöhung um 65 Prozent wundern. Für die zweiwöchentliche Leerung einer 60 Liter Tonne müssen künftig 80,76 Euro statt 49,96 Euro, für eine 120 Liter Tonne 161,40 Euro statt 98,04 Euro bezahlt werden. Es gilt das Prinzip der Kostendeckung, so Bürgermeister Dietmar Gruchmann (SPD), „wir sind nicht auf der Suche nach Einnahmequellen.“

Defizit ausgleichen

Alle vier Jahre müsse auf eine Über- oder Unterdeckung überprüft und neu berechnet werden. Das begründet auch die Schwankungen, denn vor drei Jahren durften sich die Nutzer noch über eine deutliche Verringerung der Gebühren freuen. Aufgrund der neu abgeschlossenen Verträge durch den Ausfall der AR Recycling GmbH und dem Rückgang der Einnahmen aus dem Verkauf von Altpapier und -metall wurde in der letzten Abrechnungsperiode, vor allem im vergangenen Jahr, ein Defizit eingefahren. Die dadurch entstandene Unterdeckung müsse nun ausgeglichen werden.

Mit den neu kalkulierten Müllgebühren liegt Garching im Bereich der Nachbarkommunen: Ismaning verlangt 154,68 Euro für die 120 Liter Tonne, Unterschleißheim kalkuliert mit 156 Euro, Unterföhring gar mit 180 Euro. Die Bio- und Papiertonne bleiben unberührt, um die Attraktivität dieser Sammelsysteme zu erhalten.

Wechsel auf kleinere Tonne nicht einfach möglich

Ein „Wechsel“ auf eine kleinere Tonne ist natürlich möglich, jedoch ist deren Größe abhängig von der im Haushalt lebenden Personen: 60 Liter für zwei Personen, ab der dritten Person ist eine 120 Liter Tonne Pflicht. Die Gelbe Tonne ist nicht in der neuen Gebührensatzung enthalten, denn sie unterliegt dem Verpackungsgesetz, Restmüll, Bio und Papier fallen hingegen unter das Abfallwirtschafts- und Kreislaufgesetz. „Die Gelbe Tonne geht uns nichts an“, so Gruchmann. Prinzipiell könne man die Gelbe in die Garage stellen und müsse darin gar keinen Müll entsorgen. „Der Stadtrat habe jedoch entschieden, diese kostenlos zur Verfügung zu stellen“, antwortete er Hans-Peter Adolfs (Grüne) Vorwurf nach einer fehlenden Rechtsgrundlage, „die in der Satzung behandelt hätte werden müssen“, so Adolf. Da nur die Entsorgungsdienstleistungen landkreisweit ausgeschrieben werden, die Abfuhrleistungen jedoch von den Kommunen, könne das endgültige Ergebnis deutlich von den in der Gebührenkalkulation angenommenen Zahlen abweichen.

Verstärkte Mülltrennung überschreitet Platzkapazitäten des Wertstoffhofs

Plant die Stadt Garching den Bau eines neuen Wertstoffhofes, wären auch diese Kosten auf die Abfallgebühren umzurechnen. Der politische Wille, die Mülltrennung voranzutreiben und die Recyclingquoten zu erhöhen sei da, aber eine verstärkte Mülltrennung würde die Platzkapazitäten des derzeitigen Wertstoffhofes überschreiten.  

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