+
Um diese Durchfahrt zur ehemaligen Schlecker-Filiale hinten gab es jahrelang Streit. Und zur Praxis müssen auch Krankenwagen oder -transporter fahren.

Lösung im Stadtzentrum

Nach fünf Jahren Leerstand: Arzt zieht in den Schlecker

Garching - Nach fast fünf Jahren Leerstand erhält die frühere Schlecker-Filiale am U-Bahn-Aufgang einen neuen Mieter: Der Garchinger Hausarzt Roman Ludwig will Anfang April mit seiner Praxis aus dem Auweg dorthin umziehen.

In den vergangenen Wochen ist sichtlich Bewegung gekommen in den ehemaligen Schlecker-Markt am Schwanenbrunnen. Erst verschwanden die „zu vermieten“-Schilder aus den Schaufenstern, dann sah man mehrfach eifrig diskutierende Menschen durch die leeren Räume wandern, und schließlich zog Ende Oktober der Döner-Imbiss aus dem angrenzenden Laden aus. Nun folgt die Erklärung für all die Vorgänge: Wie der Allgemeinarzt Roman Ludwig auf Anfrage des Münchner Merkurbestätigt, zieht seine Praxis in das Ladengeschäft am U-Bahn-Aufgang um.

Praxis am Auweg ist Dr. Ludwig zu klein 

Ursprünglich habe er seine bestehenden Räume im Auweg vergrößern wollen, erzählt der Mediziner. Wie berichtet, sollte dies mittels eines Anbaus geschehen. Doch diese Pläne seien nicht umfänglich genehmigt worden, sagt Roman Ludwig, zudem hätten Nachbarn Bedenken geäußert. In der Folge habe er sich auf die Suche nach Alternativen gemacht und sei im einstigen Schlecker fündig geworden.

Wobei der Arzt nicht nur die frühere Drogerie sondern auch den bisherigen Döner-Laden anmietet. Beide Räume sollen zusammengelegt und umfassend renoviert werden. Laufe alles nach Plan, werde der Umzug Anfang April über die Bühne gehen, hofft der Mediziner. Die neue Praxis wird von der Fläche etwa doppelt so groß wie die bisherige sein. Hintergrund des Umzugs seien steigende Patientenzahlen und die beengten Verhältnisse in den Räumen im Auweg, die einst schon Roman Ludwigs Eltern als Praxis dienten.

Mediziner baut Team aus

Überdies will der Mediziner am neuen Standort sein bisheriges Ärzteteam aus Stefanie Kromer, Lisa Lukac und ihm selbst vergrößern. Zum einen könne womöglich die Kooperation mit der Orthopädischen Praxis aus Neufahrn ausgebaut werden, deren Ärzte zurzeit an einem Tag in der Woche in Garching sind. Zum anderen hofft Roman Ludwig, dass er „ein bis zwei neue Kollegen“ findet – „das können Allgemeinmediziner sein oder andere Fachrichtungen“.

Derweil zeigt sich der einstige CSU-Stadtrat Albert Ostler, dessen Familie die Immobilie gehört, „sehr zufrieden“, dass er nun endlich einen neuen Mieter gefunden hat. „Spielsalons hätten wir da mehr als genug untergebracht, aber das wollten wir nicht“, sagt Ostler. „Ich denke, die Arztpraxis ist eine Lösung, die allen gerecht wird.“

Post-Ansiedlung scheitert am Lieferverkehr

Nach dem Schlecker-Auszug 2012 hatte zunächst die Post erwogen, das Ladengeschäft anzumieten. Doch derlei Überlegungen scheiterten letztlich an der Anlieferung. Um dieses Thema haben sich Stadt und Ladeninhaber bereits vor Gericht gestritten; zuletzt wollten die Grünen die Durchfahrt auf Höhe des Hotels mittels eines Bürgerbegehrens verhindern, das der Stadtrat jedoch aus formalen Gründen ablehnte.

Wie die Zufahrt künftig bei der Praxis geregelt wird, habe man noch nicht im Detail besprochen, sagt Albert Ostler. „Aber klar ist, dass Patienten, die nicht laufen können, zum Arzt gebracht werden müssen. Und auch der Krankenwagen muss vorfahren können. Es braucht also irgendeine Art von Durchfahrt.“

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Höhere Kita-Gebühren
Die Eltern in Höhenkirchen-Siegertsbrunn müssen sich ab September auf deutlich höhere Kindergartengebühren einstellen.
Höhere Kita-Gebühren
Schluss mit lieblos
Eine Mini-Wippe, ein klitzekleiner Sandkasten, fertig: Bisweilen lieblos hingeknallt wirken Kinderspielplätze in Wohnanlagen. Das soll sich in Unterhaching nun ändern – …
Schluss mit lieblos
Pan, Rittersporn und Kanone
Am Sonntag ist der Tag der offenen Gartentür. Aus diesem Anlass hat der Münchner Merkur das Ehepaar Schreiber in Oberhaching besucht. Pflanzen stehen hier ganz oben auf …
Pan, Rittersporn und Kanone
Über vier Jahre Haft für Chef einer Diebesbande
Der Kopf einer Einbrecherbande muss für vier Jahre und vier Monate hinter Gitter. Das entschied am Freitag das Landgericht München I.
Über vier Jahre Haft für Chef einer Diebesbande

Kommentare