Bundesanwalt fordert Verurteilung Zschäpes als Mittäterin

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Mit Wehmut blickt Betreiber Peter Wendl auf die Kartbahn.

Schumi, Vettel und Co. fuhren schon dort

Kartbahn vor dem Aus

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Garching - Die Tage der Kartbahn in Hochbrück sind gezählt: Zum Jahresende hat der Grundbesitzer den Pachtvertrag gekündigt. Obwohl selbst Rennfahrer-Legende Strietzel Stuck für die Anlage kämpft. 

Es ist Peter Wendls Lebenswerk, „das auf brutale Art zuende geht“. Am Jahresende, wenn die Bagger anrücken und „alles platt machen“. Die Holzhütte mit der Gastronomie, die Tribünen, die Container. Nichts bleibt übrig von der Kartbahn im Garchinger Stadtteil Hochbrück. Der Gedanke an diesen Tag schmerzt den Betreiber der AK Racing, Peter Wendl, 70, Kartfahrer und -bauer aus Leidenschaft. Der Pächter muss das 20 000 Quadratmeter große Areal als freie Fläche übergeben. Besenrein nennt sich das. 

Ohne Spuren aus über 50 Jahren Motorsport-Geschichte. EM 1984, mehrere Deutsche Meisterschaften, und prominente Fahrer wie Sebastian Vettel und Rennfahrer-Legende Strietzel Stuck drehten in Hochbrück ihre Runden. Stuck schrieb Garchings Bürgermeister Dieter Gruchmann (SPD) persönlich einen Brief, in dem er ihn darum bat, „mich für den Erhalt der Kartbahn einzusetzen“, erzählt der Rathauschef. 

Doch der Stadt sind die Hände gebunden. Der Besitzer des Kartbahn-Areals hat den Pachtvertrag zum Jahresende gekündigt. Und zwar, um für einen seiner größten Mieter, BMW, „den Standort zu sichern“, sagt Tatjana Strebel, Geschäftsführerin der Terremo GmbH aus Garching, der das Areal gehört. Ebenso wie die Flächen rundherum, die der Autobauer bereits nutzt. BMW braucht an der Robert-Bosch-Straße mehr Platz und hat „Interesse daran“, seine Flächen zu vergrößern. Nicht nur als Abstellfläche für Autos, „es geht auch um Montage und weitere Nutzungen. Da soll einiges passieren“, sagt Unternehmenssprecher Jochen Frey.

Für Peter Wendl, der die Bahn 1986 vom Kartclub München (KCM) übernahm, ist der künftige Pächter ein Hohn. Bislang sei die Zusammenarbeit mit BMW immer sehr gut gewesen und nun „macht ein Unternehmen, das selbst im Motorsport aktiv ist, eine Motorsportanlage kaputt“, sagt er mit Sarkasmus in der Stimme. Auch der KCM muss sich dann ein neues Zuhause suchen. 

Gleich um die Ecke wird das sicher nicht liegen. Das Aus für die Bahn bedeutet das Ende des Kartsports unter freiem Himmel im Landkreis. „So eine Bahn wird es hier nicht mehr geben“, sagt Wendl. Er hat sich nach Alter nativ-Standorten umgesehen, will „sich nicht so leicht verdrängen lassen“ aus dem Motorsport, für den er 1991 sogar seinen Beruf an den Nagel hängte. 

Aber „es ist schwierig“. Die Auflagen für eine Kartbahn sind – vor allem wegen Lärm und Gestank – extrem hoch, die Genehmigung für eine neue Anlage „wird es anderer Stelle im Landkreis nicht mehr geben“, stimmt der Bürgermeister zu. 

Die Enttäuschung kann Tatjana Strebel verstehen, die Entscheidung sei „keine persönliche gegen die Kartbahn. Mir ist bewusst, dass sie eine Institution ist“. Doch die Entscheidung steht. Beim Aus für die Anlage „schlagen zwei Herzen“ in der Bürgermeister-Brust. Er glaubt, dass sich die Anwohner in Hochbrück freuen, dass Ruhe einkehrt, da der Lärm durch die Kartbahn „nicht unerheblich“ sei. Er weiß auch, dass die großen, sportlich erfolgreichen Tage der Bahn „sehr weit zurückliegen“. Um internationalen Ansprüchen gerecht zu werden, hätte die Strecke verlängert werden müssen, „das wollte der Eigentümer offensichtlich nicht“, sagt der Rathauschef. Nun fahren in Hochbrück Freizeitsportler, Kollegen bei Firmenevents und viele Jugendliche, an guten Tagen bis zu 144 Gäste. 

Nicht nur bei ihnen ist der „ideelle und sentimentale Bedeutungswert“ hoch, weiß Gruchmann. Wendls Mitarbeiter bangen um ihren Job, für ihn zerbricht ein Traum.

Janine Tokarski

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